HASLACH. Christina Leitner und Lisa Stallinger – die eine KFZ-Technikerin bei BMW Kneidinger, die andere angehende Maschinenbautechnikerin bei Global Hydro Energy. Mit ihrer Berufswahl haben die beiden jungen Frauen einen untypischen Weg eingeschlagen – und genau solche Vorbilder brauchen die heimischen Unternehmen, war man sich bei der gestrigen Frau in der Wirtschaft-Veranstaltung einig.

„Ich bin dankbar für solch mutige junge Frauen, die veraltete Rollenbilder aufbrechen. Sie ebnen den Weg für andere Mädchen“, lobte LAbg. und Unternehmerin Doris Hummer bei der Diskussionsveranstaltung bei BMW Kneidinger in Haslach. Sie hat sich bereits als ehemalige Bildungslandesrätin stark für Frauen in der Technik eingesetzt. Denn obwohl den Mädchen heute alle Wahlmöglichkeiten offen stehen, entscheidet sich ein Drittel der weiblichen Lehrlinge nach wie vor fürs Büro, den Einzelhandel oder den Friseurberuf. „Die größte Rolle bei der Berufswahl spielen die Eltern, Vorbilder und gesellschaftliche Erwartungen. Hier muss man also ansetzen und den Kreislauf aufbrechen“, betonte Hummer. Die Mädchen sollen jenen Weg gehen dürfen, der ihren Talenten und Begabungen entspricht – und dazu müssen sie ermutigt werden.
„Mit den Burschen kommen wir schon zurecht“
Mut haben auch Christina Leitner und Lisa Stallinger gezeigt. Denn in der Berufsschule waren sie als Mädchen klar in der Minderheit. Christina meinte dazu: „Die Burschen haben uns schon ausgetestet, aber dann blöd gschaut, wenn wir“s gewusst haben.“ Lisa ergänzte: „Mit den Burschen kommen wir schon zurecht.“ Beide haben als kleine Mädchen sehr wohl mit Puppen gespielt, aber eben auch mit Traktoren und dem Papa oder den Nachbarsbuben in der Werkstatt geholfen. „Man muss einfach probieren, was einem taugt. Schnuppern zahlt sich auf jeden Fall aus“, macht Lisa anderen Mädchen Mut, ebenfalls neue Wege zu wagen.
Potenzial von Frauen nützen
Beim Gastgeber, dem Autohaus BMW Kneidinger, wird Frau in der Technik gelebt. Vier der insgesamt 25 Mitarbeiter sind Frauen. „Wir haben sehr positive Erfahrungen im Betrieb gemacht und hoffen, gerade angesichts des spürbaren Facharbeitermangels, dass noch mehr Frauen Einzug im technischen Bereich halten“, meinte Firmenchef Hans Kneidinger. Seitens von Frau in der Wirtschaft gibt es auf jeden Fall Unterstützung. Bezirksvorsitzende Klara Pöschl: „Wir wollen dazu beitragen, dass Klischees in der breiten Öffentlichkeit in Frage gestellt werden und Frauen der Weg in sämtliche Berufsfelder ohne Einschränkung geebnet wird.“


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