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HERZOGENBURG. Malen war in ihrer Familie absolut nicht üblich. Dennoch begleitete Renate Minarz das Interesse an Kunst schon immer. Mit einem eigenen Atelier und der Schupfengalerie hat sie sich schon vor vielen Jahren einen Traum erfüllt – und einen Namen gemacht.

Renate Minarz will mit ihrem Werk im Betrachter etwas zum Klingen bringen. Foto: mai
  1 / 2   Renate Minarz will mit ihrem Werk im Betrachter etwas zum Klingen bringen. Foto: mai

Beim Betreten von Renate Minarz“ Atelier befindet man sich augenblicklich in einer anderen Welt. Lichtdurchflutet mit Blick auf einen liebevoll gestalteten Innenhof – ein Ort zum Träumen, zum Innehalten und vor allem: ein Ort zum Malen. „Ich habe das Gebäude in Herzogenburg 1999 zu einem Atelier umgebaut. Das war so ein intensives Gefühl – viele Leute konnten das nicht verstehen. Ich bin relativ spät zur Kunst gekommen. Mit den Jahren wurde es immer wichtiger, mich selbst in Kunst einzubringen und das, was ich sehe und empfinde zu Papier zu bringen“, erinnert sich Minarz an die Anfänge. Eine fundierte Ausbildung sei ihr wichtig gewesen. Vier Jahre lang besuchte sie daher die Kunstschule Wien, die sie mit einem Diplom abschloss. „Es dauerte dann aber, bis ich mich entschloss, meinen Weg zu gehen“, unterstreicht die Künstlerin, die sich  vorwiegend der abstrakten Malerei widmet.

Bilder mit Seele

„Wann erkennt man, ob ein abstraktes Bild wirklich gut ist?“ – diese Frage stellte sich Minarz zu Beginn sehr oft. Zu einem Seminar reiste sie mit zwei Bildern an. Eines, in das sie ihr Herz gelegt und ein anderes, das sie einfach so hingemalt hatte. „Der Seminarleiter erkannte sofort, welches das wirklich gute Bild war. Ein abstraktes Bild hat immer eine Seele und es spielt sich hier viel auf emotionaler Ebene ab. Ich will als Künstlerin mit meinen Bildern im Betrachter etwas zum Klingen bringen beziehungsweise das, was in mir klingt, sollte auch der Betrachter meiner Bilder erkennen. Ich transportiere ja etwas. Das ist ein schönes Erlebnis“, erklärt Minarz und betont, dass in der ab-strakten Malerei eine intensive Auseinandersetzung mit Farben sehr wichtig sei. „Manche Menschen glauben, dass man nicht malen kann, wenn man abstrakt malt. Das ist natürlich nicht richtig. Aber das Gegenständliche verstehen einige Leute leichter“.

„Wunderbare Ergänzung zur Malerei“

Eine von Minarz“ Vorlieben ist die Druckgrafik. „Durch den Besuch der Kunstschule bin ich in sehr engen Kontakt mit der Radierung und Lithographie gekommen. Es war für mich eine wunderbare Ergänzung zur Malerei und meine ersten Schritte in die Abstraktion machte ich im Druck – Suzanne Manns aus Houston entfachte die Liebe zum Monoprint mit vielen experimentellen Ideen“, erinnert sich die Herzogenburgerin.

Kulturinitiative als Vernetzung junger Künstler

2003 entschloss sich Minarz, die Kulturinitiative Schupfengalerie – kurz KISCH – zu gründen. Sie soll eine Vernetzung von jungen beziehungsweise weniger bekannten Künstlern sein. „Wir versuchen, uns gegenseitig zu helfen. Es haben bisher viele Konzerte, Lesungen, Ausstellungen stattgefunden. Jetzt habe ich alles etwas zurückgeschraubt. Aber wir sind offen für neue Mitglieder; jeder Mensch hat seinen Platz hier. Qualität ist aber wichtig“, betont Minarz. 14-tägig findet in der Schupfengalerie auch ein Kreativmontag statt, an dem jeder kommen kann, um zu malen und/oder sich auszutauschen. „Das ist eine tolle Erfahrung. Es wäre schön, wenn mehr Menschen kommen würden. Im gemeinsamen Tun löst sich vieles“, erklärt die Künstlerin. Auch Kindertheateraufführungen oder Meditationsabende gehen in der Schupfengalerie über die Bühne. Bei den NÖ Tagen der offenen Ateliers Mitte Oktober sind zudem Künstler aus Umbrien zu Gast. „Es geht um den Austausch, nicht ums Geld. Das Herz muss dabei sein, das ist das Wichtigste“, unterstreicht Minarz.

Kunst-Festival 2018

Eine Herzensangelegenheit ist für Minarz ein 14-tägiges Kunst-Festival im Frühjahr 2018, das sie unter dem Titel „Zusammenwachsen – Zusammen:Wachsen“ organisiert. Dabei geht es um einen Austausch der Kulturinitiative mit Künstlern aus Marokko und Panama. Es soll Workshops, Round-Table-Gespräche und Literaturveranstaltungen geben. Unter der Woche Workshops, am Wochenende Events.

Respekt und Anerkennung

„Gegenseitiger Respekt und Anerkennung – das ist für mich das Grundthema im Leben und in der Kunst. Wichtig ist es, über den Tellerrand zu schauen. Das bereichert das Leben und macht tolerant. Jeder Mensch lebt auf seine Weise und niemand lebt verkehrt“, erklärt Minarz ihre Philosophie. Ihre Einstellung und ihr Leben mit der und für die Kunst hat sie auch in der eigenen Familie weitergegeben. „ Meine jüngste Tochter Edith ist ebenfalls Künstlerin. Auch meine Enkeltöchter nehmen im kreativen Tun sehr viel mit und auf. Das macht mir unheimlich viel Freude. Kunst ist wie Lebenselixier für mich. Ich bin damit echt happy“.

 

Kontakt:

Atelier REMI – Renate Minarz

Kulturinitiative Schupfengalerie

Kirchen Gasse 2, Herzogenburg

reri.minarz@aon.at

Mobil: 0676/6401704


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