Nachtclubkönig startete neues Leben
HERZOGSDORF. Einen Ferrari, teure Uhren, ein prachtvolles Haus, ein extravaganter Lebensstil. Viele träumen davon. Einer, der das alles hatte, ist Fritz Durstberger. Doch der ehemalige Besitzer zahlreicher Nachtlokale weiß – nach seinem gesellschaftlichen Absturz – dass es im Leben auf andere Dinge ankommt.

Was kostet die Welt? Die Frage stellte sich der Discobetreiber – dem unter anderem das Empire in St. Martin – gehörte, jeden Tag. Bis er schließlich den Sinn für die Realität verlor: 2Ich lebte in einer Traumwelt, in der mir nichts zu teuer war“, erinnert sich Durstberger. Und es kam, wie es kommen musste: Alkoholmissbrauch und falsche Freunde führten schließlich zum Kollaps des nach außen so erfolgreichen Geschäftsmannes. Und schließlich war der Konkurs nicht mehr abzuwenden. Selbstmordgedanken tauchten auf, die Freunde waren Geschichte und nur durch die Hilfe der Familie konnte Schlimmeres verhindert werden.
Ein Sinneswandel trat ein
Schließlich begann Durstberger über sein bisheriges Leben nachzudenken. „Ich war leider ein Materialist, dem die richtigen Dinge im Leben nicht wichtig waren. Um das zu ändern hab ich mit Sport begonnen“, erklärt der 1968 geborene Mühlviertler. Zuerst fielen schon vier, fünf Kilometer am Rad schwer. Doch mit der Unterstützung seines Trainers und seiner Freundin Andrea sowie einem eisernen Willen wurde aus dem einstigen Anti-Sportler im Lauf der Jahre ein passionierter Radfahrer, der das Extreme liebt: Heute trainiert Durstberger mindestens 15 Stunden in der Woche, um den Geist frei zu machen und den Körper fit zu halten. Doch damit nicht genug, schließlich weiß Durstberger aus eigener Erfahrung – er hat einen behinderten Bruder – wie wichtig Gesundheit ist.
Im Dienst der guten Sache
Daher hat der einstige Partylöwe sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Mehr als 600 Kilometer, 14.000 Höhenmeter in 40 Stunden ohne Schlaf am Mountainbike zu bewältigen, um möglichst viele Spenden für die nach einem Verkehrsunfall schwer behinderte Julia aus Herzogsdorf zu sammeln. Durstberger: „Ich hab schon die Zusage zahlreicher Sponsoren. Ich würde mich aber über weitere Geldgeber freuen. Und natürlich sind auch Mitstreiter für die Radtour, die hauptsächlich durch den Bezirk Urfahr-Umgebung führen wird, gerne willkommen. Sollte die erradelte Spendensumme eine gewisse Höhe übersteigen, wird zudem eine Familie aus Kirchschlag unterstützt, deren Sohn Niklas (zehn Jahre) an einem Gehirntumor erkrankt ist.
Tour der Extreme
Start zur 40-Stunden-Radtour, die unter anderem die Granitrunde beinhaltet, ist am 4. Juli um 8 Uhr in Neußerling. Infos unter: fritz@ifunk.at


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