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HINTERSTODER. Ilse Fruhmann betreut nicht nur den Kneipp-Park in Hinterstoder, sondern lernt auch mit afghanischen Flüchtlingen Deutsch.

Ilse Fruhmann engagiert sich in Hinterstoder. Foto: Egelseder
  1 / 2   Ilse Fruhmann engagiert sich in Hinterstoder. Foto: Egelseder

Die Gemeinde Hinterstoder hat vor zehn Jahren einen Bach aus der Steyr für den Kneipp-Park in Hinterstoder angelegt. Wo früher nur eine Wiese war, hat Ilse Fruhmann Blumen, Stauden, Beeren und Kräuter angebaut. Sie ist die „gute Seele“ des Kneipp-Parks.

600 Stunden von Frühling bis Herbst

Von Frühling bis Herbst verbringt Ilse Fruhmann rund 600 Stunden dort. Sie kümmert sich um die Garten-Gestaltung. „Jetzt bekommt der Park schon den Charakter, den ich mir vorgestellt habe. Es soll was fürs Auge sein“, betont die 78-Jährige: „Seit es eine Sprenkleranlage gibt, ist es auch leichter.“ Bewusst gibt es keine Mistkübel dort, denn „die Tiere würden in der Nacht alles verstreuen“, erklärt Ilse Fruhmann, die in den 70er-Jahren Tourismusobfrau in Hinterstoder war.

Richtig Kneippen

Im Juli und August erklärt sie jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr im Kneipp-Park, wie man richtig kneippt. „Häufig machen die Besucher den Fehler, dass sie überhitzt ins kalte Wasser gehen, das kann zu Kreislaufproblemen führen. Die richtige Reihenfolge ist beim Kneippen wichtig“, erklärt die Pensionistin, die sich auch für die Flüchtlinge im Ort engagiert.

Mit Flüchtlingen lernen

Seit zwei Jahren wohnt eine afghanische Flüchtlingsfamilie mit zwei Söhnen in der Peham-Villa in Hinterstoder. Ilse Fruhmann lernt mit den Eltern vier bis fünfmal in der Woche Deutsch. „Wenn sie nicht arbeiten dürfen und nicht unter die Leute kommen, wie sollen sie dann Deutsch lernen? Sie wollen arbeiten, sind irrsinnig fleißig, sehr umsichtig und helfen mir im Kneipp-Park“, berichtet Ilse Fruhmann.

„Ich konnte die Flüchtlinge nicht hängen lassen“

Sie hat selbst sechs Jahre im Ausland gelebt, bevor sie in Hinterstoder den Stoderhof eröffnete. Das Hotel betreibt jetzt ihr Sohn. „Ich weiß, wie es ist, wenn man die Sprache nicht spricht. Wenn man sich dann noch vorstellt, dass die beiden Flüchtlinge Analphabeten waren und sich trotzdem so integrieren, dann ist das bemerkenswert. Sie taten mir Leid und ich konnte sie nicht hängen lassen“, erzählt Fruhmann.


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