Leserbrief: Naturschutz
Derzeit gibt es wieder einmal große Diskussionen und zum Teil sehr weit hergeholte politische Gegenstimmung für eine Erweiterung touristisch genutzter Fläche im Winter wie im Sommer.

Wobei die Lobby mehr gegen die Skifahrer stimmt. Es wird groß über Naturschutz gesprochen, wobei aber die Gedanken dabei sehr eigennützig und nicht der eigentlichen Natur gedacht sind.
Deswegen frage ich die Naturschützer:
„Wofür belügt Ihr Euch täglich selber?“
Täglich suchen Leute aus nah und fern Erholung und Befriedigung bei einer genüsslichen Tour durch den bis zu zwei Meter hohen Schnee in „ihrer Natur“. Wildtiere, die bei solchen Wetterlagen an ihre höchste Belastbarkeitsgrenze kommen, werden natürlich aus dem Ruhebereich aufgescheucht. Sie sollten ja wissen, die Natur gehört den Naturliebhabern!
Ist nicht genug Schnee, können die Wildtiere leichter flüchten, dafür sorgen die Skikanten für eine natürliche Selektion der Jungbaumpflanzen.
Seit Generationen weiden in Hinterstoder auf den im Winter genutzten Skiflächen glückliche Weiderinder in den verschiedensten Herdeformen. Ich hab noch nie gehört, dass sich ein Rindvieh beschwert hätte, dass es in saftigen Almwiesen fressen, schlafen und einen schönen Almsommer verbringen kann. Auch Wildtiere finden so hier ihre Nahrung und müssen nicht zwischen felsigem Geröll schwer nach Almkräutern suchen. Für diese Art von Lebewesen, die sicher naturnaher sind, haben wir einen Lebensraum zu erhalten! Nicht für eigennützige Abseitsdenker und Geher, die sagen, diese Flächen stehen dreiviertel vom Jahr ungenützt. Es gibt Landwirte, die hegen und pflegen diese Flächen und diese Arbeit ist ein Teil ihrer Existenz!
Wo bleibt der Naturschutz, wenn bestimmte politische Meinungsgruppen ihre Wanderschuhe entsorgen, im wirklichen Naturschutzgebiet und Wasserschongebiet bei jeder Jahreszeit in den Lebensraum der Tiere eindringen.
Diese Region verdankt es nicht den Naturschützern, dass sie schützenswert ist; es sind die Grundbesitzer, Landwirte, Jägerschaft und Forstwirtschaft, die gemeinsam mit den Tourismusbetrieben dem Leben hier eine besondere Wertigkeit geben. Wenn es weiter so „Berg auf geht“, geht“s bald bergab mit der Region!!
Eine pensionierte Kindergärtnerin muss sich keine Sorgen machen, wenn die Kinder im Kindergarten ausbleiben, wenn die Schule geschlossen wird, weil Jungfamilien abwandern. Dem Bergladen die Kaufkraft wegbleibt, weil alle auswärts arbeiten und woanders einkaufen.
Wir leben hier, wir wollen selbst entscheiden!
von Martina Ramsebner Land- und Hüttenwirtin


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden