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BEZIRK HORN. Vergesslich und orientierungslos – österreichweit leben mehr als 100.000 Personen jeden Alters mit der Diagnose Demenz. Tips gibt Einblick in das Krankheitsbild, mögliche Risikofaktoren und präsentiert die neue Demenzbeauftragte des Niederösterreichischen Hilfswerkes.

Egal ob jung oder alt – die Krankheit kann jeden treffen. *Foto: Wodicka
Egal ob jung oder alt – die Krankheit kann jeden treffen. *Foto: Wodicka
„Ach, jetzt hab ich schon Alzheimer“, hört man Menschen oft gedankenlos daherreden, wenn sie etwas vergessen haben. Die meisten sind sich in diesem Moment aber nicht bewusst, was es wirklich bedeutet, an Demenz zu leiden. Als Demenz bezeichnet die Medizin verschiedene Krankheitsbilder des Gehirns, die durch fortschreitende Schädigung und Zerstörung von Nervenzellen im Gehirn entstehen. Eine besondere Form – und auch die häufigste – ist der „Alzheimer“, der durch krankhafte Eiweißablagerungen im Gehirn entsteht. Menschliche Hirnzellen können dadurch vermindert und auch zerstört werden.   Ein Thema, das alle berührt Nicht nur der Betroffene leidet unter der Krankheit, auch die Angehörigen sind starken Belastungen ausgesetzt. Es belastet, einem geliebten Menschen machtlos bei dieser Form des Verfalles zusehen zu müssen. Die Demenzbeauftragte des Niederösterreichischen Hilfswerkes für den Bezirk Horn, Amra Karadza, bietet deshalb Unterstützung für Angehörige und Betroffene an, um der neuen, ungewohnten Lebenssituation gerecht zu werden. Karadza: „Meine Aufgabe ist die Beratung mit fachlichem und wirtschaftlichem Wissen über eine individuelle Versorgung von Demenzkranken, welche auf jeden Kunden individuell angepasst ist.“ Auf die Frage, ob es Mittel und Wege gibt, der Erkrankung vorzubeugen beziehungsweise den Verfall hinauszuzögern gibt die Demenzbeauftragte Auskunft: „Regelmäßige körperliche Betätigung und Gedächtnistraining helfen, die höheren Hirnleistungsfähigkeit und Gedächtnisstrukturen zu erhalten.“   Risikofaktoren Klar anerkannte Ursachen für Alzheimer beziehungsweise Demenz hat die Schulmedizin bis heute noch keine gefunden. Es bestehen lediglich verschiedene Thesen dazu, wie etwa ein generell ungesunder Lebensstil, zu hoher Blutdruck, Toxine, Alkohol oder Stress, welche die Tatsache, dass die Gesellschaft immer früher vergesslich wird, unterstreichen würden. Nach neueren Erkenntnissen gibt es einige „Alzheimer-Treiber“, die in hohem Verdacht stehen, an der Erkrankung beteiligt zu sein. Neben Bewegungsmangel, Zuckerkrankheit, Übergewicht und Bluthochdruck stehen auch das Rauchen, eine verminderte geistige Aktivität sowie ein allgemein niedriges Bildungsniveau und eine depressive Vorerkrankung als Risikofaktoren hoch im Kurs. Aber auch Alkoholmissbrauch und Drogenkonsum können das Erkrankungsrisiko deutlich erhöhen.   Demenz kennt kein Alter Egal ob jung oder alt – die Krankheit kann jeden treffen. Zwar sind es 25 bis 30 Prozent der über 85-Jährigen, die von der Form einer dementiellen Krankheit betroffen sind, doch auch zunehmend jüngere Menschen sucht die Erkrankung heim.   Weg des Vergessens Stück für Stück nimmt die Gedächtnisfähigkeit der Betroffenen ab. Die Nervenzellen im Gehirn sterben zunehmend ab. Die Erkrankung verläuft in Stadien, welche schneller oder auch langsamer durchlaufen werden. Menschen mit der Diagnose „Alzheimer“ können nicht mehr koordiniert denken und sind vergesslich, was bis zur totalen Verwirrung führen kann. Im schlimmsten Fall erkennen sie ihre Angehörigen nicht mehr, sind an das Bett gebunden und intensiver Pflege ausgesetzt.   Zitat: „Regelmäßige körperliche Betätigungen und Gedächtnistraining können vorbeugen und hinauszögern.“Amra Karadza   Zu Beginn ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Wer also ständig seinen Autoschlüssel verliert, immer wieder den Namen des Nachbarn vergisst oder massive Wortfindungsschwierigkeiten hat, sollte beginnen, mittels Gedächtnistraining oder einer bewusst gesunden Lebensweise dem Gedächtnisverlust entgegenzuwirken. Demenz ist zwar (noch) nicht heilbar – doch je früher mit der Behandlung der Krankheit begonnen wird, desto länger kann ein selbstbestimmtes Leben geführt werden.   Anlaufstelle für Betroffene Demenzbeauftragte Amra Karadza Hilfe und Pflege daheim Tel. 02982/3966 Mail: pflege.horn@noe.hilfswerk.at

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