Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

HORN. Die Öffnung des österreichischen Arbeitsmarktes für Asylsuchende würde zu einer höheren Arbeitslosigkeit und zu niedrigeren Löhnen für heimische Arbeitskräfte führen. Zu diesem Ergebnis kommt die im Auftrag des Sozialministeriums durchgeführte Studie „Auswirkungen einer Erleichterung des Arbeitsmarktzuganges für Asylsuchende in Österreich“ des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung. Im Zentrum der Studie standen die potentiellen Auswirkungen sowie die Vor- und Nachteile einer Erleichterung des Arbeitsmarktzuganges für Asylwerber.
 

Foto: Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)/pixelio.de
Foto: Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)/pixelio.de

Das Sozialministerium veröffentlichte die WIFO Studie „Auswirkungen einer Erleichterung des Arbeitsmarktzuganges für Asylsuchende in Österreich“. Die Studie untersucht die potentiellen Auswirkungen und die Vor- und Nachteile einer Erleichterung des Arbeitsmarktzuganges für Asylwerber. Sie beschäftigt sich außerdem mit der Qualifikation und dem Integrationserfolg der Asylwerber und den in Österreich bestehenden Regelungen.

Höhere Anzahl an Ayslanträgen verstärkt Auswirkung auf Arbeitslosigkeit

Die Studie selbst ging zum Zeitpunkt des Erstellens von 33.000 Anträgen im Jahr 2015 aus und rechnet mit diesen niedrigen Antragszahlen mit einer einmaligen Erhöhung des Arbeitskräftepotentials um bis zu 10.000 Personen zusätzlich. Kurzfristig würde sich die Arbeitslosigkeit um 0,23 Prozentpunkte erhöhen.

Das Innenministerium rechnet nunmehr bereits mit 70.000 Asylanträgen - also mehr als doppelt so vielen Anträgen - im Jahr 2015. Die hohe Zahl dieser Ansuchen würde die Zahl der Arbeitslosigkeit noch deutlicher erhöhen.

Vor diesem Hintergrund und den veröffentlichen hohen Arbeitslosenzahlen im Land - 381.898 Menschen sind im Juni arbeitslos oder in Schulung gewesen - ist für mich eine Öffnung des Arbeitsmarktes für Asylwerber nicht vertretbar. Wir haben bereits jetzt 17.122 anerkannte Fluchtlinge und subsidiär Schutzbedürftige in Arbeitslosigkeit, unser Hauptaugenmerk ist es, diese in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, betonte SP-Sozialminister Rudolf Hundstorfer, der darauf verwies, dass für diese Personen die Mittel für Deutschkurse ab dem heutigen Tag noch einmal aufgestockt wurden.

Öffnung des Arbeitsmarktes würde auch zu niedrigeren Löhnen der heimischen Arbeitskräfte führen

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass eine Öffnung des Arbeitsmarktes zu 0,04 bis 0,08 Prozent niedrigeren Löhnen der heimischen Arbeitskräfte und zu einer geringfügigen (0,04 Prozentpunkte) Verringerung des Zugangs in Beschäftigung in einzelnen Branchen wie etwa der Landwirtschaft führt. Generell gilt, je kürzer die Verfahrensdauer von Asylverfahren, desto geringer sind die Arbeitsmarktwirkungen einer Liberalisierung.

Ein Blick auf die Qualifikationsstruktur ergibt, dass Asylwerber mehrheitlich (75 Prozent) Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren mit einem traditionell sehr hohen Anteil an mittleren Qualifikationen sind. Dieser Anteil ist jedoch im Sinken begriffen. 33,47 Prozent verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss, 56 Prozent über eine mittlere Ausbildung.

In Österreich ist ein eingeschränkter Arbeitsmarktzugang für Asylwerber nach drei Monaten möglich. AsylwerberInnen können dann entweder einer befristete Saisonbeschäftigung im Tourismus oder in der Landwirtschaft nachgehen.

Jugendliche Asylwerber bis 25 Jahre können eine Beschäftigungsbewilligung für einen Lehrberuf mit nachgewiesenem Lehrlingsmangel erhalten. Laut Grundversorgungsgesetz können Hilfstätigkeiten in den Betreuungseinrichtungen und Unterkünften (zum Beispiel Küchenbetrieb, Reinigung, Instandhaltung) und kurzfristige (maximal drei Wochen) oder anlassbezogene Hilfstätigkeiten mit gemeinnützigem Charakter bei Bund, Land oder Gemeinde (wie etwa Betreuung von Park- und Sportanlagen) ausgeübt werden. Solche gemeinnützigen Tätigkeiten gelten allerdings nicht als Arbeitsverhältnis.

Nähere Informationen unter: http://www.sozialministerium.at


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden