Nationalratswahl: Im Interview mit Birgit Schrottmeyer von der SPÖ
BEZIRK HORN. Farbtechnisch wird bei der kommenden Nationalratswahl am 15. Oktober ein breites Spektrum geboten. Rot, grün, blau, weiß und pink- um nur einige zu nennen. 16 Parteien treten an- sechs davon allerdings nur in den Bundesländern. So viele Bewerber gab es bundesweit erst einmal, und das im Jahr 2008. In den sieben Wahlkreisen für Niederösterreich kandidieren insgesamt zehn Parteien. 37 Nationalratsmandate sind zu vergeben. Tips hat bei den Bezirks-Kandidaten der Regionalparteilisten für den Wahlkreis 3B-Waldviertel nachgefragt.

Interview mit BIRGIT SCHROTTMEYER; SPÖ
Tips: Was sind Ihre vordergründigen Ideen und Anliegen um die ländliche Region und damit das Waldviertel zukunftsfit zu machen?
Birgit Schrottmeyer:Ein flächendeckender Breitbandausbau, Bedarfszuweisungen vom Bund direkt an die Gemeinden, gratis Kindergartentransport und Schülerfreifahrt. Diverse Fachschulen die eine gute und „bunte“ Ausbildungschance garantieren. Eine Mietenobergrenze um Wohnen leistbar zu machen. „Ganztagsschulen“ als Entlastung für berufstätige Eltern und deren Kinder. Infrastrukturverbesserung jeglicher Art, sowie gleicher Lohn für gleiche Arbeit, egal ob Mann oder Frau, Stadt oder Land, Ost- oder Westösterreich.
Tips: Ihre Meinung zu einer möglichen Waldviertel-Autobahn?
Birgit Schrottmeyer: Nicht nur die Straßeninfrastruktur muss verbessert werden, auch die Erhaltung und der Ausbau der Kamptalbahn und die Errichtung der Horner Spange beziehungsweise die Verbesserung der Franz Josef Bahn.
Tips: Welche Maßnahmen tragen Ihrer Meinung dazu bei, um zukunftsträchtige Arbeitsplätze zu schaffen und der Abwanderung im Waldviertel entgegen zu wirken?
Birgit Schrottmeyer: Ein „sanfter“ Straßenausbau - hochrangig in den Ballungsräumen, auch Nord-Südverbindungen (St. Pölten) - damit heimische Betriebe einen Anreiz zur Niederlassung durch verbesserte Straßeninfrastruktur vorfinden und das Waldviertel trotzdem kein Transitland wird. Wo Arbeitsplätze entstehen werden auch junge Menschen ihre Zukunft planen. Eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs- etwa ein Stadtbus und ein Jugendticket in Niederösterreich auch für Studenten.
Tips: Was läuft derzeit falsch in der Politik?
Birgit Schrottmeyer: Beispiel: Wahlrecht bei der Gemeinderatswahl gehört geändert - eine Person - eine Stimme. Die „Zweiklassenpolitik“ der ÖVP in Niederösterreich muss endlich ein Ende haben - jeder Gemeinde steht die gleiche Förderung zu - egal welche Mehrheit dort gewählt wurde. Die Förderleistung der Asylpolitik muss transparenter werden, Gesetze müssen für alle gelten und bei Straftaten müssen Justiz und Exekutive durchgreifen können.
Tips: Wie kann den vielfältigen Herausforderungen im Gesundheits- und Pflegebereich zukünftig begegnet werden?
Birgit Schrottmeyer: Ausbau der Alters- und Pflegeheime, betreutes Wohnen, betreute Seniorenwohngemeinschaften. Krankenhäuser/Ärztezentren/Fachärzte/Hausärzte in ausreichender Anzahl, denn die Wartezeiten auf Termine sind oft furchtbar. Auch mehr Fachärzte, nicht nur Wahlärzte, und damit keine Förderung der Zweiklassenmedizin! Bessere Bezahlung und soziale Absicherung für mobiles Pflegepersonal und mehr Pflegepersonal in den Krankenhäusern.
Tips: Ihr persönliches politisches Vorbild?
Birgit Schrottmeyer:Weniger eine Person, viel mehr meine Lebenseinstellung und die Grundwerte der „alten Dame“, der Sozialistischen Partei, die mich stets bewegen weiterzumachen. Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und das Wissen, dass Politik Einfluss auf jeden Einzelnen nimmt. Das Waldviertel, dieser wunderschöne Teil von Österreich und seine Bevölkerung waren lang genug die Pufferzone zum ehemaligen „Eisernen Vorhang“...es wird Zeit, dass es wieder aus dem Dornröschenschlaf erweckt wird.


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