Christian Sturmberger und Hündin Babsi sind ein eingespieltes Team
INZERSDORF IM KREMSTAL. Eine starke Leistung zeigte Christian Sturmberger aus Inzersdorf mit seiner Belgischen Schäferhündin Babsi. Zum ersten Mal nahmen die beiden an der Paragility Weltmeisterschaft teil und schafften es gleich unter die besten Zehn.

Die Paragility und Agility Weltmeisterschaft findet jedes Jahr in einem anderen Land statt. In diesem Jahr stellten Hunde und Hundeführer in Traun ihr Können unter Beweis. Im Parabereich starteten auch die beiden Kremstaler Franz Kaltenböck (Micheldorf) und Christian Sturmberger (Inzersdorf). Als zweifacher Weltmeister und Vizeweltmeister konnte Franz Kaltenböck aufgrund des Alters seiner Hündin an die Leistungen nicht mehr anknüpfen. Dafür überraschte sein Teamkollege Christian Sturmberger mit seiner Hündin.
Die Freude der Hündin ließ ihn weitermachen
Seit fast 20 Jahren beschäftigt sich der Inzersdorfer aktiv mit dem Hundesport. „Ich komme selbst aus dem Schutzhundesport und war auch schon bei der Bundesmeisterschaft. Da ich aber aufgrund meiner inkompletten Querschnittslähmung den Laufschritt nicht optimal zeigen konnte, habe ich aufgehört.“ Im März wurde Sturmberger von Trainer Edi Meisl aus Buchkirchen in den Parabereich geholt. Zuerst skeptisch, war für ihn die Freude seiner Hündin nach dem ersten Training ausschlaggebend, mit diesem Sport weiterzumachen.
Intensives Training
Nach mindestens fünf positiv abgeschlossenen Turnieren ist eine Teilnahme an der Paragility Weltmeisterschaft möglich. Deshalb hat Christian Sturmberger mit seiner Hündin in den letzten Wochen vor der WM mehrmals wöchentlich trainiert und jedes Wochenende an mindestens einem Turnier teilgenommen. „Das Training war zwar schon sehr stark und intensiv, es stärkte aber die Bindung zwischen meiner Hündin und mir enorm“, berichtet Sturmberger, der auch davon überzeugt ist, „wenn ich Babsi nicht hätte, würde ich nicht so viel trainieren und wäre somit körperlich in schlechterem Zustand. Es gibt viele Hundehalter, die eine Beeinträchtigung haben, die sich aber eine Teilnahme an einem Wettbewerb nicht trauen. Oberstes Ziel ist die Förderung der Mensch-Hund-Beziehung und dass auch Beeinträchtigte eine Freude am Leben haben. Der Spaßfaktor steht dabei über allem.“
Erster Start bei einer WM
18 verschiedene Nationen mit rund 400 Startern, davon 107 Parastarter, nahmen an der Paragility WM teil. Es gab sieben Gruppen je nach Art der Beeinträchtigung. Mit Zeitvorgabe, die auf jede Gruppe einzeln ausgelegt ist, muss der Hund unter Anweisung des Hundeführers 14 bis 16 Geräte auf einem Agility- Parcours überwinden. Der Hundeführer hat den Parcours zuvor nur einmal ohne Hund 15 Minuten lang besichtigt. An drei Tagen ist jeweils ein Parcours mit anderen, unterschiedlich aufgestellten Geräten wie Tunnel, Kontaktzonengeräte und Slalom zu bewältigen.
Platzierung verblüffte
„Zuerst habe ich nicht gewusst, wie stark ich mental bin, doch ich habe mich vom jeweils zwölften Platz an den ersten beiden Tagen am letzten Tag auf Platz sechs steigern können“, erzählt Christian Sturmberger, der den zehnten Gesamtrang in der Gruppe fünf mit 25 Startern erzielte.
„Mit diesem Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Mein Ziel war es, drei Läufe ohne Disqualifikation zu bewältigen, die bekommt man bei einer WM nämlich ziemlich schnell. Besonders auf den letzten fehlerfreien Lauf bin ich stolz, denn der Parcours war am anspruchsvollsten.“ Auch andere Hundesportler waren von seinem guten ersten Abschneiden verblüfft. „Man lernt viele Hundesportler kennen, die auch eine Beeinträchtigung haben. Viele Freundschaften wurden bereits geschlossen. Viele waren verblüfft, dass ich das erst seit März mache und schon vorne mit dabei bin. Normalerweise trainiert man dafür mindestens drei Jahre. Das Vertrauen zwischen Hund und Hundeführer ist dafür sicherlich maßgebend“, weiß Sturmberger.
Emotionales Erlebnis
„Die Eindrücke bei der WM waren für mich emotional ganz extrem. Der erste Gang in die Arena ist total überwältigend“, so der 50-Jährige. Doch die WM war nicht nur für ihn, sondern auch für seine Hündin anstrengend. „Ihre Anspannung hat man gemerkt. Die hohen Temperaturen und die Lautstärke darf man nicht unterschätzen. Ich weiß aber, dass sie mir vertraut und sie sehr gut ist. Ich hoffe, dass wir das noch lange machen können. Vielleicht schaffen wir im nächsten Jahr bei der WM in Tschechien auch einen Sieg für Österreich.“ Dafür soll nach einer kurzen Pause wieder trainiert werden. „Ich habe das Gefühl, ich bremse meine Hündin, deshalb trainiere ich jetzt, dass ich sie so viele Geräte wie möglich vorschicken kann“, verrät der Inzersdorfer.
Weitere Infos
www.imca-pawc2015.at (mit Live Stream der drei Tage)


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