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JULBACH/SCHLÜSSLBERG. Manche Wörter könnten wir aus dem Vokabular streichen. Etwa solche, die andere beurteilen und festschreiben, die kritisieren und beschuldigen. „Es ängstigt mich, wie salonfähig diese Art von Sprache in der Politik und in unserer Gesellschaft geworden ist“, sagt dazu Elisabeth Kirchberger, die als Kommunikationstrainerin weiß, wie wertvoll eine wertschätzende, gewaltfreie Kommunikation ist. Wie man kommunizieren kann, ohne zu urteilen und zu beschuldigen, kann man lernen.

  1 / 2   Unsere gewohnte Alltagskommunikation verhindert oft ein einfühlsames, offenes Miteinander.  Foto: Wodicka

„Wir wissen alle, dass Worte sehr verletzen und schmerzen können, gleichzeitig sind wir uns oft der Wirkung unserer Worte nicht bewusst. Auch wenn unsere Gedanken und Worte keine körperlichen Wunden verursachen mögen, so bestimmen sie doch unser Handeln und erhöhen die Wahrscheinlichkeit zu körperlicher Gewalt“, beschreibt die aus Julbach stammende Trainerin für wertschätzende Kommunikation nach M.B. Rosenberg. Dieser sieht einen Zusammenhang zwischen statischer Sprache – also Worten wie richtig, falsch, gut, schlecht, normal, unnormal – und körperlicher Gewalt. „Solche Wörter, mit denen andere abgestempelt und verurteilt werden, können wir jetzt täglich in den Medien hören und erfahren auch die Auswirkungen. Durch das Gut-Böse-Denken wird Aufrüstung gerechtfertigt, werden Zäune und Mauern gerechtfertigt, wird friedlichen Reisenden die Einreise verweigert“, zeigt Elisabeth Kirchberger auf.

Mit Worten bewusst umgehen

Wie kann man nun richtig ansprechen, was einen stört, ohne zu beschuldigen? Wie eine Fremdsprache könne man wertschätzende Kommunikation lernen, sagt Kirchberger. Es geht dabei um Beobachten ohne zu Bewerten; um offenen, gewaltfreien, achtsamen und klaren Selbstausdruck; um einfühlsames Zuhören; und auch um Selbstempathie. Im Mittelpunkt steht dabei stets die Gleichwertigkeit der Bedürfnisse der Gesprächspartner. „Eine Veränderung von uns selbst beginnt mit einer Veränderung unserer Sprache, unserer Art zu denken und zu kommunizieren. Wenn wir mit Sprache bewusster und verantwortungsvoller umgehen, können wir diese in Familie, Schule, Nachbarschaft, Gesellschaft und in der Arbeitswelt wirkungsvoll einsetzen“, ist die Expertin überzeugt. Sie merkt auch in ihren Seminaren, dass bei vielen Menschen die Sehnsucht nach Werten wie Ehrlichkeit, Wertschätzung und Aufrichtigkeit in unserer Gesellschaft groß ist.

Das Kommunikationsmodell von M.B. Rosenberg ist seit Jahrzehnten international erprobt. Damit ist es möglich, sowohl Kindern in Kindergärten und Schulen, als auch Erwachsenen wesentliche Fähigkeiten gelingender Kommunikation zu vermitteln, um Konflikte besser lösen zu können. Mehr Information: www.gewaltfrei.at


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