Kritik der Grünen an geplantem Möbelkonzern in Kefermarkt
KEFERMARKT. Der Möbelkonzern XXXLutz plant auf zwei Hektar Fläche im Gemeindegebiet Kefermarkt die Errichtung eines neuen Möbelmarktes (Möbelix).

„Wir warten aber noch auf die Beschlüsse der oberösterreichischen Landesregierung und die Umwidmung, aber wir sind zuversichtlich“, sagt Bürgermeister Herbert Brandstötter und sieht die Ansiedlung des Möbelhauses als Chance für die Region. „Eine Bedarfsermittlung durch die Inkoba hat ergeben, dass uns so ein Segmet in der Region noch fehlt. Die Kaufkraft, die sonst nach Linz abfließen würde, könnte so in der Region bleiben.“ Eine Konkurrenz zu den heimischen Tischlern werde das Möbelhaus nicht bringen, ist sich der Bürgermeister sicher. Wann es so weit sein wird, ist noch unklar. Der Möbelkonzern zielt aber auf das Weihnachtsgeschäft ab. Klar gegen die Verbauung der Fläche durch ein Möbelhaus sind die Grünen Oberösterreich. Abgesehen von der immensen Bodenversieglung und den damit einhergehenden Eingriff in wertvollen Naturraum im Mühlviertel würde ein weiterer Möbelgroßmarkt im Mühlviertel vor allem zu Lasten der regionalen Handelsbetriebe gehen“, sagt die Grüne Regionalsprecherin und langjährige Bürgermeisterin von Ottensheim, Ulrike Böker. Anstatt die „grüne Wiese“ weiter zuzupflastern, fordern die Grünen, sich den Leerständen in den regionalen Zentren sowie um die kleinstrukturierten beziehungsweise mittleren Gewerbetriebe in der Region anzunehmen.
Die Wirtschaftskammer (WKO) Freistadt verteidigt aber Ansiedlung des Möbelgeschäftes in Kefermarkt: „Wir haben klare Richtlinien für neue Betriebe entlang der neuen S 10“, sagt WKO-Obfrau Gabriele Lackner-Strauss. Dass gerade der Handel sehr sensibel ist, war der WKO und den Gemeinden klar. Um die bestehenden funktionierenden mittelständischen Handelsstrukturen keinesfalls durch neue Flächen auf der grünen Wiese zu beeinträchtigen, wurde eine professionelle Untersuchung in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie gut die Region in den einzelnen Sortimenten bereits versorgt ist. Gleichzeitig sollte die Untersuchung aufzeigen, wo noch Versorgungsdefizite bestehen, wo also Konsumenten ihr Geld woanders hin tragen, weil sie die benötigten Waren in der Region nicht angeboten bekommen. Die Untersuchung hat ergeben, dass es exakt der Möbelhandel ist, in dem ein eklatanter Kaufkraftabfluss aus dem Raum Freistadt Richtung Linz existiert, klärt Lackner-Strauss auf. „Somit ist es klug, hier zusätzliche Angebote in der Region zu schaffen, um die Versorgungssituation vor Ort zu verbessern, damit Kaufkraftabfluss zu verhindern und vor allem unnötige Fahrten in den Zentralraum zu vermeiden, was letztlich ja auch der Umwelt zugute kommen sollte.“
„Ein 100-Quadratmeter-Shop in einem Altstadthaus wird nicht das gewünschte Einkaufserlebnis bieten können“, stellt WKO-Leiter Dietmar Wolfsegger klar, dass für die in Freistadt sehr wohl vorrangig betrachtete Innenstadtbelebung und Ortszentrenerhaltung der Möbelhandel nicht die geeignete Branche sein kann. Das heißt aber nicht, dass sich die WKO Freistadt nicht für die Sicherung bestehender funktionierender Handelsstrukturen wie auch für die Erhaltung und Belebung von Ortszentren einsetzt, verweist Wolfsegger in diesem Zusammenhang auf zwei Veranstaltungen in Freistadt, bei denen die regionalen Akteure auch für die negativen Auswirkungen von neuen Einkaufszentren sensibilisiert wurden.


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