Ein ganzer Ort trauert dem großen Bezirksmusikfest Mitte Juni nach
KEMATEN-PIBERBACH/LINZ-LAND. Auch das kulturelle Leben der zahlreichen Blasmusikvereine im Bezirk leidet unter der aktuellen Situation. Besonders hart getroffen hat es Kematen-Piberbach, die nach dem Frühjahrskonzert Mitte März auch ihr dreitägiges Bezirksmusikfest inklusive Marschwertung absagen mussten.

„Wir waren ehrlichgesagt in einem Schockzustand, als wir realisiert haben, dass das Fest heuer nichts wird“, erzählt der Obmann des Musikvereins Kematen-Piberbach, Harald Graml. Er vergleicht die Situation mit einer Fahrt auf der legendären Kitzbüheler Streif: „Da machst du alles richtig, hast einen Riesenvorsprung und kurz vorm Ende wirst du abgewunken“.
Auch Konzert abgesagt
Nur eine Woche vor dem am 21. März geplanten Frühjahrskonzert der Musikkapelle Kematen-Piberbach wurden alle Veranstaltungen abgesagt. „Natürlich haben wir auch für das Konzert schon viel geübt gehabt“, so Harald Graml. Ein Probensamstag und ein komplettes Probenwochenende wurden neben der regulären Probentätigkeit absolviert. Wann das Konzert nachgeholt werden kann, steht nach wie vor in den Sternen.
Viele Mühen umsonst
Der ganze Ort hat zusammengeholfen, um das Fest zu einem richtigen Höhepunkt werden zu lassen. Nicht nur die Musiker, auch andere Vereine haben sich schon auf das Wochenende Mitte Juni gefreut. „Wir waren richtig fertig. Fast zeitgleich mit dem Lockdown hätten wir vom Land den Bescheid bekommen, dass wir auch am Freitag zur Probemarschwertung die B139 sperren dürfen“, so Graml.
Glück im Unglück
Wieviel Arbeit hinter der Ausrichtung so eines Festes steckt, kann sich ein Außenstehender vielleicht nur schwer vorstellen. „Wir haben jetzt sechs Jahre geplant, dass wir das Fest machen. In den letzten beiden Jahren wurde es intensiv vorbereitet“, so der Obmann, der selbst in der Kapelle am Schlagzeug mitwirkt.
Neben vielen Arbeitsstunden, so wurden neben der Organisation auch bereits Videos als Werbung gedreht, muss der Verein natürlich auch finanzielle Einbußen hinnehmen: „Die Programme waren zum Glück noch nicht gedruckt, sonst wäre der Schaden noch höher gewesen“, so Graml, der auch das Entgegenkommen der Partnerfirmen und das Einsehen der Sponsoren hervorhebt.
Zukunft ungewiss
Ob das Fest im nächsten Jahr nachgeholt wird, steht noch nicht fest. Der Blasmusikverband Linz-Land ist diesbezüglich in Verhandlungen mit allen Vereinen. Auch sonst überwiegen noch die Unsicherheiten.
„Aus derzeitiger Sicht ist das musikalische Jahr für mich gelaufen. Wir müssen auf die Lockerungen der Maßnahmen warten, wissen auch noch nicht wie es weitergeht“, so Bezirksobmann Franz Dietachmair. Bis diese nicht gelockert sind ist natürlich an keine Probenarbeit und schon gar keine Auftritte zu denken: „Sollten wir weiterhin Mundschutz tragen müssen, ist es sowieso nicht möglich. Aber auch für den Mindestabstand gibt es keinen Verein im Bezirk, der genügend Platz in den Musikheimen und Probelokalen dafür hätte“.
Wissen wie es weitergeht, wird man erst, wenn es Impfungen gebe, so Harald Graml: „Ich glaube auch nicht, dass wir alle nächstes Jahr ein Frühjahrskonzert spielen“. In die selbe Kerbe schlägt auch der Bezirksobmann. „Erst wenn diese Dinge alle geklärt sind, kann man wieder an Konzerte oder andere Veranstaltungen denken“, erklärt Franz Dietachmair.<


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