Junge Lenker kauften den Führerschein im Internet
Wozu eine Führerscheinprüfung, wenn“s den Schein auch im Internet gibt? Das dürften sich einige Lenker aus Oberösterreich gedacht haben. Gut ging“s nur bis zur ersten Fahrzeugkontrolle. Rund um den Jahreswechsel häuften sich die Aufgriffe durch die Polizei.

Mit einer empfindlichen Strafe muss jener 21-Jährige aus Pettenbach rechnen, der auf der Westautobahn mit einem falschen polnischen Führerschein erwischt wurde. Oder ein 23-jähriger Micheldorfer, der in Inzersdorf einen ungarischen Ausweis zeigte. Auch eine Kirchdorferin, die für eine Frau aus Bad Hall den Ausweis im Internet bestellt hatte, könnte rechtlich belangt werden.
Dass sich derartige Aufgriffe um den Jahreswechsel häuften, ist ein Zufall, meint Klaus Scherleitner. Statistiken dazu gebe es zwar nicht, doch der Leiter der Verkehrsabteilung Oberösterreich sieht keinen Anstieg derartiger Delikte.
Bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe
Ein Blick ins Internet zeigt, wie einfach gefälschte Führerscheine zu bekommen sind. Diese werden zum Teil offen via Online-Shop angeboten. „Wir haben Beamte, die sich auf die Merkmale ausländischer Führerscheine spezialisiert haben und Fälschungen ausfindig machen“, erläutert Scherleitner. „Zudem sind Verkehrspolizisten für Kontrollen mit UV-Lampe und Zehnfach-Lupe ausgestattet.“ Wenn im Einzelfall Verdacht besteht, zeige ein Blick ins Register auch rasch, ob dem Lenker der Führerschein etwa entzogen wurde.
Man kann nur warnen: Da Führerscheine laut Gesetz „besonders geschützte Dokumente“ sind, reicht der Rahmen bis zwei Jahre Freiheitsstrafe. Selbst der Vorsatz ist strafbar.


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