Neues Denkmal in Kirchdorf erinnert an den Todesmarsch
KIRCHDORF/BEZIRK/OÖ. Im Frühjahr 1945 führten zwei „Todesmärsche“ von Leibnitz und Graz kommend in die KZ Mauthausen und Ebensee durch das Gebiet des Bezirks Kirchdorf. Bei einer Gedenkfeier und der Enthüllung des neuen Denkmals in Kirchdorf erinnerte man an das Geschehen und die Opfer vor 70 Jahren.

Als das NS-Regime in seinen letzten Zügen lag, im Frühjahr 1945, wurden noch sogenannte „Todesmärsche“ geführt. Zwei dieser Märsche führten auch durch das Gebiet des Bezirks Kirchdorf. Mehrere hundert KZ-Häftlinge und mehrere hundert aus Ungarn kommende Juden wurden in die KZ Mauthausen und Ebensee getrieben.
Im Bezirk Kirchdorf gab es bis vor Kurzem keine Denkmäler, die an die Ereignisse erinnerten. Mit der Enthüllung eines Gedenksteins in Klaus und der nunmehrigen Enthüllung des neuen Denkmals in Kirchdorf wurde diese Lücke geschlossen.
Joachim Stöbis zeigte sich bei der Gedenkfeier in der Aula des Borg/BRG Kirchdorf bewegt vom Verlauf des Projekts. „Ich wollte ein Denkmal, für das, was geschehen ist – mit dieser Resonanz auf das Projekt habe ich aber nie gerechnet.“ Landeshauptmann-Stellvertreter Thomas Stelzer hob die Bedeutung des Erinnerns und des mutigen Handelns gerade in der heutigen Zeit hervor. Vertreter der Kirchen und der Israelistischen Kultusgemeinde wiesen ebenso auf heutige Herausforderungen – Stichwort Flüchtlingskrise, Hass in sozialen Netzwerken – hin.
Im Anschluss an die Gedenkfeier in der Aula des Bundesschulzentrums machten sich die Teilnehmer zu Fuß auf den Weg zum Denkmal an der B138, das von Bürgermeister Veitz und LH-Stv. Stelzer enthüllt wurde. Die Kisi-Kids Ungarn/Österreich stimmten zum Schluss das Lied „Shma Yisrael“ an.


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