Geheimnisvolle Heimat (2): Die Felsbilder in der Höll

Leserartikel Reinhard Ebner, 04.01.2017 06:33 Uhr

Unterhalb des Teichlbodens auf der Wurzeralm findet sich eine düstere und abgelegene Schlucht. Hier - auf dem Gemeindegebiet von Spital am Pyhrn - verbergen sich Hunderte Felsritzungen aus mehreren Jahrhunderten. Herkunft und Bedeutung sind bis heute ein Rätsel.
 

Höll – der Name steht für sich: ein schluchtartiger Einschnitt zwischen Schwarzeck und Stubwieswipfel auf 1300 Metern. Hundert Meter weiter oben schlängelt sich die Teichl über die Wurzeralm, bevor sie am Teichlschwund verschwindet.

Ein unmarkierter Steig führt von hier talwärts in ein Felssturzgebiet. Schon nach kurzer Zeit finden sich entlang des Weges erste Felsen, die über und über, oft in mehreren Schichten, mit Ritzbildern überzogen sind.

Darunter viele Zeichen, deren Bedeutung uns heute unverständlich ist: Die geometrischen Formen erinnern an Himmelsleitern, Pentragramme, Mühlebretter oder an uralte Sonnensymbole, wie man sie von anderen Kulturen kennt.

Der christlichen Vorstellungswelt zuzuordnen sind Kreuzsymbole und Jesusmonogramme. Dazu kommen Jagdszenen und viele in den weichen Kalkstein eingravierte Jahreszahlen: 1714, 1764, 1900, 1935. Ein eigentümliches Gefühl beschleicht einen: als hätten Menschen hier über die Jahrhunderte hinweg miteinander kommuniziert.

Aus der Steinzeit oder aus dem Mittelalter?

Insgesamt 13 Bildfelsen sind in der Höll verstreut, zum Teil abseits des Weges. Rund 500 Motive wurden gezählt. Zu den eindrücklichsten zählen zwei Bilder, die an schwer zugänglicher Stelle des sogenannten Durchkriechsteins zu sehen sind: ein Mann im Turm und eine stilisierte Familie.

Ernst Burgstaller, der Gründer des Felsbildermuseums in Spital am Pyhrn (das heute die „Welt der 8000er“ darstellt), hat Jahrzehnte mit der Erforschung der Höll und ähnlicher Stätten in Österreich zugebracht. Er ging von einem prähistorischen Ursprung aus.

Sennerinnen haben in der Höll gebetet

Heute sieht man das anders: „Der überragende Teil der österreichischen Felsbilder datiert vom Hochmittelalter bis in die Neuzeit“, erklärt Christian Hemmers vom Verbund Österreichischer Museen. Der schnell verwitternde Kalkstein setze beim Alter natürliche Grenzen.

Und die Bedeutung der Motive? „Viele der Symbole sollten wohl Glück bringen oder das Böse abwehren.“ Christliche und vorchristliche Symbolik vermischen sich. Nicht auszuschließen ist eine rituelle Komponente. Burgstaller wusste noch zu berichten, Sennerinnen hätten in der Höll bis zum Zweiten Weltkrieg alljährlich um den Almnutzen gebetet.

 

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