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BEZIRK KIRCHDORF. Die anhaltende Hitze und Trockenheit im diesjährigen Sommer bekommen besonders die Landwirte zu spüren. Ernteeinbußen und Futtermittelknappheit stellen sie vor große Herausforderungen. Im Bezirk Kirchdorf sind vor allem die Grünlandbetriebe von der Dürre betroffen.

So sah es Anfang September 2018 auf der Sonnseite in Molln aus.
  1 / 8   So sah es Anfang September 2018 auf der Sonnseite in Molln aus.

Der Gesamtschaden in der Landwirtschaft bedingt durch die Dürre beträgt, laut Hagelversicherung, in Oberösterreich 110 Millionen Euro, dabei sind die Auswirkungen auf die Herbstkulturen noch nicht inkludiert. Die Verteilung des Niederschlages war heuer sehr ungleichmäßig. Der Süden des Bezirkes war mit Regen versorgt. Im Norden gab es kaum Niederschlag.

Schwerer Boden hält die Feuchtigkeit

„Die meisten Einbußen haben die Erdbeer-Bauern. Im Ackerbau hatten wir Durchschnittserträge. Uns kamen die Gewitterregen durch die Lage im Alpenvorland sowie der schwere Boden, der die Feuchtigkeit hält, zu Gute,“ erklärt Bezirksbauernkammer-Obmann Franz Karlhuber.

50 Prozent Ernteausfall

Die Dürre machte hauptsächlich den Grünlandbetrieben zu schaffen. Massive Einbußen verzeichnen unter anderen die Betriebe entlang der Alm in Pettenbach aufgrund der Schotterböden. Die Sonnseite von Molln ist ebenfalls extrem stark betroffen. Der Ernteausfall der dort lebenden rund 15 Landwirte beträgt annähernd 50 Prozent.

Ein Schnitt war ein Totalausfall

„Waren es im Vorjahr noch 50 Rundballen, so haben wir heuer nur neun. Man kann sagen, ein Schnitt war ein Totalausfall,“ erzählt Robert Rohrauer, einer der betroffenen Landwirte aus Molln. Auch seine Nachbarin Inge Priller bestätigt: „Wir haben am 20. Juli siliert, seither wächst nichts mehr. Wir haben die Landwirtschaft seit 33 Jahren und so extrem wie heuer war es noch nie. Wir mussten drei Wochen lang mit Silage füttern, weil nichts da war!“

Steigende Futterpreise

Als einzige Möglichkeit sehen die Landwirte eine Bestandsreduktion oder einen Futtermittelzukauf. Beides gestaltet sich für sie jedoch schwierig. „Für Grünlandbetriebe ist es heuer sehr schwierig Futter zu bekommen, Heu und Silage wird gesucht“, erklärt der Pettenbacher Ortsbauernobmann Karl Kuntner.

„Uns kleine Bauern bringt man nicht gleich um“

„Im normalen Jahr kostet ein Siloballen rund 25 Euro, heuer kostet er doppelt so viel. Der Preis für ein Stierkalb ist innerhalb der vergangenen sechs Wochen um einen Euro pro Kilo gesunken“, erklärt Inge Priller, die trotz der Herausforderungen versucht optimistisch zu bleiben: „Uns kleine Bauern bringt man nicht gleich um. Man kann es nicht ändern und wir müssen das Beste daraus machen.“

Maßnahmen für Betroffene

Laut BBK-Obmann Franz Karlhuber gebe es Maßnahmen, um die Betroffenen zu unterstützen. „Die Futtermittelbörse, bei der vorhandenes Futter an Betroffene verteilt wird, politische finanzielle Unterstützung und Versicherungsmodelle, die Wetterkapriolen besser abdecken,“ zählt Karlhuber auf.

Oft schließen Grünlandbauern keine Hagelversicherung ab, da sich diese, ihrer Meinung nach, für sie nicht rentiere. Sie wünschen sich eine Versicherung, die speziell auf das Grünland zu geschnitten ist.

Langfristige Folgen

„Besonders im Grünland sind auch in den kommenden Jahren Folgeschäden durch die Zerstörung der Grasnarbe und eine starke Engerlings-Problematik zu erwarten. In der Forstwirtschaft kämpfen wir mit einem extremen Borkenkäferjahr, auch die Aufforstung wird uns in den Folgejahren stark beschäftigen“, berichtet Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP). Karl Kuntner bestätigt: „Ein Befall von Engerlingen auf dürregeschädigten Böden tritt schon vereinzelt auf.“

Wasserversorgung der Höfe wird ein Thema

„Die Hitze ist auch eine zunehmende Herausforderung für Mensch und Tier, die darunter leiden. Die Wasserversorgung der Höfe wird in Zukunft noch ein Thema. Die Höfe haben Probleme, mit dem Wasser auszukommen, denn der Grundwasserspiegel sinkt“, so BBK-Obmann Franz Karlhuber.

Staatliche Förderung

„Das heurige Jahr zeigt, dass die Landwirtschaft die erste Branche ist, die direkt vom Klimawandel betroffen ist. Wir gehen davon aus, dass diese Wetterextreme in ihren verschiedensten Ausprägungen extremer und häufiger werden“, so Hiegelsberger, der betont: „Mit der staatlichen Förderung von Versicherungsprämien setzen wir auf Absicherungsmöglichkeiten.“


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