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BEZIRK KIRCHDORF. Der Bezirk Kirchdorf ist, laut einer VCÖ-Analyse, trauriger Spitzenreiter beim Anteil der Alkoholunfälle an den Verkehrsunfällen in den vergangenen fünf Jahren.

Der Anteil der Alkohol-Unfälle ist im Bezirk Kirchdorf am höchsten. Foto: Wodicka
  1 / 2   Der Anteil der Alkohol-Unfälle ist im Bezirk Kirchdorf am höchsten. Foto: Wodicka

Von 2013 bis 2017 ereigneten sich im Bezirk Kirchdorf insgesamt 1178 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Bei 104 Unfällen spielte Alkohol eine Rolle. Somit waren 8,8 Prozent der Verkehrsunfälle im Bezirk Kirchdorf Alkoholunfälle. Das ist, laut einer VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria, der höchste Anteil in Oberösterreich. Dahinter folgen die Bezirke Schärding mit 8,2 Prozent, Braunau mit 7,6 Prozent und Vöcklabruck mit 7,3 Prozent.

Traurige Opferbilanz

Am niedrigsten ist der Anteil der Alkoholunfälle in Wels, wo in den vergangenen fünf Jahren 3,3 Prozent der Verkehrsunfälle mit Personenschaden von alkoholisierten Lenkern verursacht wurden. Der Landesschnitt liegt bei sechs Prozent. 30 Todesopfer und 2.715 Verletzte – das ist die traurige Opferbilanz der Alko-Unfälle in Oberösterreich in den vergangenen fünf Jahren.

Strenge Kontrollen

Die Polizeibeamten im Bezirk Kirchdorf reagieren auf den hohen Anteil an Alkoholunfällen mit strengen Kontrollen. „Wir sind das ganze Jahr über mit unseren Alkovortestgeräten und Alkomaten unterwegs. Ebenso kommt das Drogenvortestgerät immer öfter zum Einsatz“, so Reinhard Menneweger, Verkehrs- und Einsatzreferent beim Bezirkspolizeikommando Kirchdorf und Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter.

Bei 0,5 Promille verdoppelt sich das Unfallrisiko

Die kalte Jahreszeit ist auch die Zeit von Punsch und Glühwein. Aufgrund der Süße wird die Wirkung dieser Getränke oft unterschätzt. Zudem kann der Alkoholgehalt je Punsch und Punschstand stark variieren. Laut VCÖ steigt bereits bei 0,5 Promille das Unfallrisiko auf das Doppelte.

Unfälle können leider nicht gänzlich verhindert werden

Nicht nur vor Weihnachten, sondern auch rund um Silvester werde, laut Reinhard Menneweger, verstärkt kontrolliert. Doch der Kontrolldruck und die präventiven Maßnahmen wie Aufklärung der Lenker bei jeder sich bietender Gelegenheit und diverse Presseaussendungen können diese Unfälle offenbar nicht gänzlich verhindern. „In Österreich ist es leider nach wie vor salonfähig bei Festlichkeiten zu trinken und dann mit dem eigenen Fahrzeug heimzufahren“, bedauert Menneweger.

Infrastruktur verbessern

Der Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter sieht noch Handlungsbedarf beim infrastrukturellen Angebot. „Autofahrer haben bei uns am Land das Problem, dass zu später Stunde zu wenig öffentliche Verkehrsmittel verfügbar sind. Das Angebot von Bus oder Taxi reicht oft nicht aus. Schließlich steigen sie ins Fahrzeug und nehmen das Risiko in Kauf, im alkoholisierten Zustand ein Fahrzeug zu lenken“, fordert Menneweger strukturelle Maßnahmen. „Verlängerte Betriebszeiten der öffentlichen Verkehrsmittel, Nacht- bzw. Discobusse, mehr Taxiangebot etc. könnten die Situation verbessern. Zudem sollte sich jeder größere Veranstalter ein Heimkehr-Konzept überlegen. Immer häufiger werden kostenlose Heimbringerdienste angeboten“, berichtet der Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter.

Bewusstsein schaffen

Laut Reinhard Menneweger sind den Lenkern oft die Folgen zu wenig bewusst. „Der Führerscheinentzug ist eher eine erzieherische Maßnahme. Der Lenker soll es als Anstoß nehmen, über sein Verhalten nachzudenken. Wenn er alkoholisiert einen Unfall verursacht, kann er damit sein Leben ruinieren und seine Existenz aufs Spiel setzen, das sollte sich jeder Lenker bewusst machen“, so Menneweger.

Schwere Folgen nach Unfall

Nicht der Führerscheinentzug sei das Problem, sondern das menschliche Leid, das bei verschuldeten Verkehrsunfällen mit Personenschaden oft ausgelöst wird. Auf den schuldigen, alkoholisierten Lenker kommen unter anderem Regressforderungen der Versicherungen und zivilrechtliche Forderungen in nicht unbedeutender Höhe zu. „Alkoholisiert ein Fahrzeug zu lenken ist nicht cool – es ist verantwortungslos, gefährdet Menschenleben und kann sehr viel Leid über Familien bringen“, betont Reinhard Menneweger abschließend.


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