Bauern aus dem Bezirk Kirchdorf fordern bei Protestaktion faire Preise für ihre Produkte

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Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 26.02.2020 18:22 Uhr

KIRCHDORF AN DER KREMS. Mehr als 80 Bauern aus dem Bezirk Kirchdorf protestierten vor dem Eurospar in Kirchdorf und forderten faire Preise für ihre Produkte.

Der Bauernbund will mit dieser Aktion auf die kritische Einkommenssituation der heimischen Landwirtschaft aufmerksam machen und richtet sich an alle Handelsriesen. Die Forderungsliste des Bauernbundes beinhaltet faire Preise für die landwirtschaftlichen Produkte, einen Stopp der „überbordenden Aktionitis“ auf Kosten der Verarbeiter und Produzenten, einen Regionalbonus auf heimische Lebensmittel und ein Ende der Konsumententäuschung mit den rot-weiß-roten Fähnchen.

Petition übergeben

Bauernbund-Bezirksobmann und Bezirksbauernkammer-Obmann Andreas Ehrenhuber und Bezirksbäuerin Erika Glinsner übergaben gemeinsam mit ihren Mitstreitern eine Petition an die Marktleitung des Eurospar Kirchdorf. Andreas Ehrenhuber erklärt, warum die Bauern des Bezirkes Kirchdorf ihren Unmut kundtun wollen: „Wir fühlen uns vom Konzern Spar benachteiligt behandelt. Er ist nicht gewillt, großartige Jahresgewinne vom letzten Jahr den bäuerlichen Familien weiterzugeben, damit wir unsere Familienbetriebe auch in Zukunft weiter am Leben erhalten können.“

38 Cent für einen Liter Milch

Der Milchpreis ist für die Bauern seit über 20 Jahren fast gleich – und das bei immer höheren Qualitäts-, Umwelt- und Tierwohlstandards. „Derzeit bekommen wir für die Produktion von einem Liter konventionell erzeugter Milch circa 38 Cent. Und die Konsumenten kaufen sie im Geschäft um circa 1,20 Euro. Von den circa 80 Cent geht ein Teil an die Molkerei für die Verarbeitung und der große Teil an die Handelsketten wie eben Spar,“ erklärt.

Umdenken gefordert

Bauernbund-Landesobmann Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP) fordert ein Umdenken vonseiten des Handels: „Gerade Spar Österreich hat sich trotz unserer Bemühungen bei den Verhandlungen im Milchbereich gegen die kleinstrukturierten Familienbetriebe entschieden und erwartet sich sogar, wie in Tageszeitungen zu lesen war, mehr Dankbarkeit seitens der Bauern.“

„Hoffe, dass sich für uns etwas zum Positiven wendet“

Über 80 Bauern aus dem Bezirk Kirchdorf versammelten sich vor dem Eurospar in Kirchdorf. Bezirksbauernkammer und Bauernbund Obmann Andreas Ehrenhuber: „Ich bin ganz begeistert und bedanke mich, dass so viele zur Protestaktion gekommen sind. Ich hoffe, der Konzern Spar nimmt sich das zu Herzen, dass sich für die Zukunft für uns etwas zum Positiven wendet.“

Spar verhandelt derzeit mit den Molkereien

Von der Spar-Zentrale heißt es zu den Protesten, dass „Preiserhöhungen alleine die Lage der Bauern nicht wesentlich verbessern werden. Es geht um ein großes strukturelles Problem innerhalb der Landwirtschaft, das eigentlich die Politik lösen sollte.“ Spar als Handelsunternehmen sieht es als Aufgabe, sowohl für die Molkereien – und damit indirekt für die Bauern -, als auch für die Konsumenten einen angemessenen Preis zu verhandeln. „Leider hat sich in der Bauernschaft das falsche Gerücht verbreitet, dass die Preisgespräche abgebrochen worden seien. Richtig ist, dass Spar nach wie vor in Verhandlungen mit den Molkereien ist. Wir sind sicher, dass wir diese Verhandlungen mit den Molkereien auch zu einem positiven Abschluss bringen werden“, heißt es von Spar.

Freiwillige Zuschläge

Für bestimmte Produkte, wie Heumilch, Wiesenmilch oder Bio-Bergbauernmilch gebe es bereits freiwillige Zuschläge. „Spar ist seit Jahrzehnten ein sehr guter Partner der Landwirtschaft und hat sich in vielen Bereichen sogar freiwillig zu heimischer Qualität verpflichtet. Ein derartig starkes Bekenntnis des Handels gegenüber den heimischen Bauern gibt es in ganz Europa nirgends in dieser Form.“

„Preisaktionen nicht zu Lasten der Landwirte“

Zu den Preisaktionen sagt Spar, dass der Spannenverlust zum größten Teil von Spar selbst getragen wird. „Zudem helfen Aktionen den landwirtschaftlichen Erzeugern, den Absatz ihrer Markenprodukte zu erhöhen und Mehr- und Überproduktionen an die Kunden zu bringen.“

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