Auf den Spuren von sieben Frauen die Geschichte Pettenbachs entdecken

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Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 18.10.2020 19:02 Uhr

PETTENBACH. Sieben Blumentröge erinnern in Pettenbach an sieben Frauen, die in der Marktgemeinde Positives bewirkt haben. Tips begab sich mit Projektinitiatorin Veronika Pitschmann auf die Spuren dieser Frauen und der Geschichte Pettenbachs.

Sieben besonderen Frauen hat Veronika Pitschmann unter dem Titel „Sieben Frauen erzählen die Geschichte Pettenbachs“ vor drei Jahren ein Denkmal gesetzt. Die meisten hat die 66-Jährige auch selbst noch gekannt. „Es wird oft vergessen, dass die Frauen die Gesellschaft getragen haben, während die Männer im Krieg waren. Frauen standen oft in der zweiten Reihe, ich möchte sie in den Vordergrund rücken“, erklärt die Pettenbacherin, die immer schon geschichtlich interessiert war. Als Dorfentwicklungs-Obfrau setzt sie sich nicht nur für die Belebung des Ortskerns ein, sondern ist auch eine strenge Kritikerin, was beispielsweise den Verkehr im Zentrum betrifft. „Wir Fußgeher und Radfahrer müssen uns den kommunalen Raum zurückholen“, fordert Pitschmann.

Resolute Köchin

Der Rundgang mit Veronika Pitschmann zu den sieben historischen Gebäuden, in denen je eine von sieben Frauen gewirkt hat, beginnt beim Pfarrhof. „Pettenbach war immer eine große, reiche Pfarre, deshalb ist auch der Pfarrhof so groß“, erklärt Veronika Pitschmann. Der Blumentrog erinnert an die resolute Fanni, die 60 Jahre im Pfarrhof kochte und den Haushalt führte.

Blick in die Kirche

Weiter geht„s zur Pfarrkirche. Ein Blick hinein ist empfehlenswert, denn – was vielen nicht auffällt – vier schlanke Säulen, die wie Palmen aussehen, tragen das schöne Netzrippengewölbe. Vor der Pfarrkirche erinnert ein Blumentrog an die sehr gläubige Käthe Klotz, die Frau vom damaligen Gemeindearzt, die nach dem Zweiten Weltkrieg das Kulturleben in Pettenbach prägte. Die Bepflanzung vor der Kirche erfolgte durch das Team der “Pettenbacher Gartenhöflichkeiten, ein Ortskern erblüht„, dem auch Veronika Pitschmann angehört sowie Ortsgärtnerin Carmen Löberbauer.

Der Spaziergang führt weiter zur heutigen Bücherei, welche die erste Schule in Pettenbach war. Davor steht ein Blumentrog für Alice von Platen-Hallermund, die von 1943 bis 1945 Gemeindeärztin in Pettenbach war und Einheimischen und Flüchtlingen half.

Pettenbacher Schlössl

Der Spaziergang führt weiter zum Lieblingsplatzerl von Veronika Pitschmann: zur heutigen Landesmusikschule. Diese ist in einem Schloss zu finden, früher war dort sogar ein Wassergraben. Das dortige Denkmal wurde Barbara von Wallsee gewidmet, die im 15. und 16. Jahrhundert möglicherweise im Schloss gewohnt hat.

Hofwirts Marie und Klösterl

Weiter geht's durch ein schmales Gasserl über den Pettenbach und beim Hofwirt vorbei bis zur heutigen Sparkasse. Dort steht ein Blumentrog für die Hofwirts Marie, die ein Leben lang für Kost und Logis gearbeitet hat. Das nächste Denkmal steht vor der Volksschule und ist der Wiener Lehrerin Berta Seeland gewidmet, die auf Sommerfrische gerne in Pettenbach war und einen prächtigen Garten besaß. Der siebte und letzte Blumentrog steht beim früheren Pettenbacher Klösterl und ist der Schwester Oberin Antonia gewidmet.

Derzeit arbeitet Veronika Pitschmann, die einen Schaugarten zu Hause hat, an einer Online-Version des “Via Alm Weges„ – zu finden unter www.via-alm.at – und widmet die restliche Zeit ihren Enkerl.

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