Traurige Geschichten und dankbare Gesichter: emotionale Erlebnisse während Kenia-Reise

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Marco Hufnagl mit der Fishnet Community in Kenia (Foto: privat)
Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 28.04.2021 12:02 Uhr

KIRCHDORF/KREMSMÜNSTER/LINZ. Seit 2012 setzt sich der Verein „Fishnet – für Kinder in Afrika“ mit Sitz in Kremsmünster für arme Kinder in Kenia ein. Patrick Redtenbacher und Marco Hufnagl machten sich kurz hintereinander selbst ein Bild vom GoFishnet Projekt und reisten dazu nach Kenia. Sie berichten von ihren Erlebnissen und den aktuellen Herausforderungen – bedingt durch die Corona-Krise.

2012 hat Irmgard Edelbauer-Huber den Verein „Fishnet – für Kinder in Afrika“ – mit derzeit 35 Mitgliedern sowie sehr vielen Unterstützern – gegründet. „Das Projekt ist über die Schüler der BBS Kirchdorf gewachsen“, ist die Lehrerin der Berufsbildenden Schulen (BBS) Kirchdorf und Gründerin sowie Obfrau des Vereines stolz.

Spenden sinnvoll verwendet

Von Anfang an setzte sich auch Patrick Redtenbacher, Schriftführer und Gründungsmitglied des Vereines, für das Projekt ein. „Die Hilfe kommt an, denn jeder überwiesene Euro wird sinnvoll verwendet. Zudem haben wir nur zwei Prozent Verwaltungsgebühren. Wir setzen ein nachhaltiges Gesamtkonzept mit Maßnahmen aus den Bereichen Bildung, Landwirtschaft, Gesundheit und Einkommen um“, erzählt der gebürtige Adlwanger, der aktuell in Linz wohnt, begeistert.

Perspektiven-Wechsel

Im März dieses Jahres reiste Patrick Redtenbacher bereits zum zweiten Mal – nach 2018 – zum Projekt nach Kisumu (Kenia), um seinen Resturlaub sinnvoll zu nutzen und „um wieder einen ,Perspektiven-Wechsel' zu bekommen und das Projekt noch nachhaltiger und strukturierter auszurichten.“ In den zehn Tagen sah er sich die Entwicklungen der unterschiedlichen Projekte an und plante gemeinsam mit Fishnet Österreich und Fishnet Kenia die nächsten Schritte.

Achterbahn der Gefühle

„Ich erlebte viele Situationen, in denen sich meine Stimmung wie eine Achterbahn-Fahrt anfühlte. Zum einen diese positive Energie, diese Freude am Leben, dieser Spirit in der von uns unterstützten Fishnet Community und bei den Happy Kids, zum anderen aber diese Verzweiflung und dieser tägliche Kampf ums Überleben in den ländlichen und armen Regionen. Dies live zu erleben, ist lebensverändernd und unterstützt mich bei einem bewussten und dankbaren Leben“, resümiert der Linzer.

Spürbare Lebensfreude

„Das Wiedersehen mit den Happy Kids war sicher eines der Erlebnisse, die am meisten in Erinnerung bleiben. Es wurde getanzt, gesungen, kurze Theaterstücke vorgetragen und viel gelacht. Auch ich durfte wieder mittanzen und mitsingen. Und obwohl ich bereits aus meinem letzten Besuch wusste, was mich hier erwartet, war ich wieder völlig beeindruckt. Diese Energie. Diese Lebensfreude. Dieser Spirit. Dieser Zusammenhalt. Und auch diese spürbare Dankbarkeit. Einfach nur wow“, ist Patrick Redtenbacher begeistert.

Unglaubliche Zustände am Land

„Wir haben einige Familien in den Dörfern in deren Hütten besucht und Gemüsesamen sowie grundlegende Verpflegung (Mais, Reis, Öl, Zucker, …) verteilt. Diese Hausbesuche waren wieder dermaßen schockierend für mich. Löchrige, kleine Wellblechhütten für Familien mit vielen Kindern. Kein Strom. Keine Küche. Kein Zement-Boden. Kein Brunnen. Keine Schule in der Nähe. Kein Bett. Nur eine kleine, löchrige Wellblechhütte mit einer Matratze und Plastik-Stühlen. Auch unsere Happy Kids leben großteils noch unter solchen Umständen, da wir einen strengen Auswahl-Prozess haben. In diesem Prozess betrachtet das Go Fishnet Team die familiären Umstände und es werden nur die hilfsbedürftigsten Kinder aufgenommen, welche sich keine Schule leisten können“, erzählt Redtenbacher.

Freude am Leben

Aus seiner Reise nahm Patrick Redtenbacher viele persönliche Erfahrungen mit, er weiß: „Zufriedenheit, Lebensfreude und Glück hängen nicht von materiellen Werten ab. Die Dankbarkeit der Fishnet Community, die wir unterstützen, war spürbar.“

Reisen in der Pandemie

Über seine Erlebnisse berichtete Patrick Redtenbacher auch auf Social Media und machte damit Marco Hufnagl auf das Projekt aufmerksam. Der Kirchdorfer wollte immer schon einmal nach Afrika reisen, um abseits der Touristenorte zu sehen, wie es den Menschen dort geht. Seit drei Wochen ist er nun beim GoFishnet Projekt in Kenia.

„Die Reise an sich wäre sehr ruhig und entspannt gewesen. Wenig Leute, keine Wartezeiten, eine ganze Reihe für sich im Flugzeug und endlich wieder das Gefühl vom Fliegen“, erzählt Hufnagl: „Es waren die Notwendigkeiten vor Abreise, die einem viel Zeit und auch einiges an Geld kosten: E-Visum, vier Impfungen, invitation letter, Corona-Test, Flug-Tickets und so weiter. Eine Maske für 24 Stunden fast durchgehend zu tragen, war auch eine Herausforderung“, berichtet der 29-Jährige von seiner Reise.

Keine europäischen Ideale

In Kenia kann Marco Hufnagl „Ich selbst sein. Und zwar ganz weit weg von den europäischen Idealen!“ Gleichzeitig versucht der Kirchdorfer, so viele Momente wie möglich bildlich festzuhalten, „um der ganzen Welt zu zeigen, wie es den Menschen hier geht und was für unfassbar tolle Arbeit GoFishnet hier leistet.“

Schmerzliche Erfahrung

„Am meisten hat mich überrascht, dass ich einige Tage dafür brauchte, um zu realisieren, dass die Umstände hier und die Geschichten, die ich zu Ohren bekomme, kein Traum, sondern alle wahr sind. Kinder am schmutzigen Steinboden schlafen zu sehen, war eine Erfahrung, die richtig schmerzte“, erzählt Marco Hufnagl. Am meisten in Erinnerung bleiben werden dem Kirchdorfer, „all die traurigen Geschichten und die dankbaren Gesichter, aller, die ein Teil vom GoFishnet Projekt sind. Hier geht es nicht um das ,wieviel' habe ich zum Anziehen oder zum Essen sondern, habe ich überhaupt etwas zum essen oder warm halten. Und dieses Projekt, in Kenia geleitet von einem der besten und offenherzigsten Menschen die ich jemals kennengelernt habe, gibt den Leuten hier nicht nur Hoffnung, sondern unterstützt sie mit materiellen Sachen, finanziell und mit Arbeit.“

Träume erfüllen

Bei dieser Reise wurde ihm klar, „dass man sich seine kleinen und großen Träume nicht für später aufheben soll und das Glücklichsein wenig mit materialistischen Dingen zu tun hat. Eine einzelne Person kann gemeinsam mit anderen die Welt verändern. Vielleicht nicht sofort die ganze Welt, aber anfangs zumindest die von vielen Kindern und bedürftigen Menschen in Kisumu.“

Steuerbegünstigt spenden

Raiffeisenbank Kremsmünster

BIC: RZOOAT2L380

IBAN: AT25 3438 0000 0623 1914

www.gofishnet.net

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