Gewürzhändler Marko Höllhuber hat 150 verschiedene Gewürze und Kräuter auf Lager

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Marko Höllhuber, Geschäftsführer der akala Vertriebs KG Bio Manufaktur (Foto: Spanka Fotografie)
Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 04.05.2021 17:01 Uhr

WARTBERG AN DER KREMS/PETTENBACH. Seit 2010 verarbeitet Marko Höllhuber in seiner Bio Manufaktur „akala“ in Wartberg (Firmensitz) und Pettenbach (Produktion) Gewürze und Kräuter zu eigenen Bio-Produkten. Im Interview mit Tips gibt der 39-Jährige einen Einblick in seine Arbeit und verrät, was ihn als Gewürzhändler begeistert.

Tips:Was bedeutet „akala“?

Marko Höllhuber: „akala“ kommt aus der altindischen Sprache Sanskrit und bedeutet „zeitlos“ – ich fand diesen Namen sehr passend, da Gewürze einen zeitlosen Charakter haben.

Tips: Warum haben Sie akala gegründet?

Höllhuber:Ich habe die Firma nebenher zu meiner (damaligen) Praxisarbeit für Naturheilkunde und Ayurveda Medizin gegründet. Einerseits wollte ich meinen Klienten wichtige Kräuter, die damals nicht im Handel erhältlich waren, verfügbar machen. Bei Gewürzen und Kräutern von diversen Anbietern war ich auch generell mit der Qualität nicht zufrieden. Deshalb habe ich beschlossen, meine Kontakte zu verschiedenen internationalen Produzenten und Kleinbauernprojekten zu nutzen, selbst die Rohstoffe in selektierter Qualität einzukaufen und diese in der eigenen Produktion zu verarbeiten, also zu vermahlen und zu mischen. Nur auf diese Weise konnte ich eine wirklich frische und hochwertige Qualität gewährleisten.

Tips:Wer arbeitet für akala?

Höllhuber: Neben mir selbst arbeiten noch meine Lebensgefährtin sowie ein Mitarbeiter in der Produktion. Da in den vergangenen Jahren der Absatz allerdings stark gestiegen ist, werden wir in naher Zukunft noch weitere Personen anstellen können. Wir sind bio-zertifiziert und ein Klimabündnis Betrieb.

Tips: Was produzieren Sie?

Höllhuber: Ich bin Gewürzhändler und habe eine eigene angeschlossene Produktion. Unsere Hauptprodukte sind Gewürze, Kräuter und Tees. Darüber hinaus bieten wir auch noch ein Sortiment an Lebensmitteln wie diverse Reis-, Linsen- und Bohnensorten sowie eine kleine Auswahl an Speiseölen an. Ein für uns sehr wichtiger Punkt ist, dass wir derzeit ca. 60 Prozent des Umsatzes mit der Produktion von Private Label Produkten generieren, also eher im Hintergrund tätig sind und für verschiedene Firmen in Österreich und Deutschland die gewünschten Produkte herstellen – also vom Rohstoffeinkauf und der Verarbeitung bis zur Abfüllung alles organisieren und abwickeln.

Tips: Was sind besonders außergewöhnliche Produkte?

Höllhuber: Ich darf behaupten, dass wohl unser sehr breites Produktspektrum außergewöhnlich ist. Da wir sehr unterschiedliche Kunden haben, ist auch unser Produktportfolio sehr umfangreich. So arbeiten wir zum Beispiel mit circa 150 verschiedenen Rohstoffen, die wir standardmäßig bei uns lagernd haben. Darüber hinaus können wir eine Vielzahl an Rohstoffen von unseren Produzenten auf Wunsch oder Bedarf für unsere Kunden organisieren. Dabei ist mir sehr wichtig, dass der Großteil aller verwendeten Rohstoffe von Kleinbauern beziehungsweise Kleinbauernprojekten stammen und wir nur die jeweils höchste verfügbare Rohstoffqualität zukaufen und auch gerne höhere Preise dafür bezahlen.

Tips: Woher beziehen Sie Ihre Rohstoffe?

Höllhuber: National sowie international. Wir arbeiten mit Bauern aus Österreich (derzeit aus dem Burgenland sowie aus dem Weinviertel) ebenso zusammen, wie mit Produzenten aus verschiedenen EU-Staaten und Nicht-EU-Staaten. Wir wählen hier bezüglich der Rohstoffqualität aus. So lassen sich beispielsweise im Burgenland beziehungsweise in der Region in und um den Seewinkel auf Grund des dort herrschenden Mikroklimas hervorragende mediterrane Kräuter oder auch Standardgewürze wie Kümmel kultivieren. Paprika kommt aus Ungarn, Basilikum aus Italien. Viele Rohstoffe lassen sich natürlich nicht im EU-Raum kultivieren, weshalb wir Gewürze wie Pfeffer und Zimt von Ländern wie Indien, Sri Lanka, Madagaskar oder Guatemala einkaufen – alles in bio-zertifizierter Qualität und wo immer möglich von Kleinbauern.

Tips: Sind Sie selbst auch Landwirt bzw. bauen Sie selbst auch Produkte an?

Höllhuber: Nein, wir sind selbst keine Landwirte und konzentrieren uns auf den Bereich des Einkaufes und der Verarbeitung. Allerdings versuchen wir derzeit selbst ein Kleinbauernprojekt in Westafrika aufzubauen und sind auch unabhängig davon in ständigem Kontakt mit Bauern, von denen wir Rohstoffe erhalten.

Tips:Was begeistert Sie an Ihrer Tätigkeit?

Höllhuber: Die Arbeit mit den verschiedensten Rohstoffen an sich, die Möglichkeit sich Qualitäten bewusst auswählen zu können, die vielen Kontakte mit Bauern, Produzenten und dem gesamten Netzwerk, der Duft von frisch vermahlenen Gewürzen – das alles lässt einem zumindest zeitweise die Schwierigkeiten und bürokratischen Auflagen eines Lebensmittelbetriebes vergessen.

Tips:Worauf legen Sie besonders Wert?

Höllhuber: Rohstoffqualität, frische Verarbeitung bei uns im Haus, faire Handelsbeziehungen auf Augenhöhe, nachhaltiges Arbeiten am Feld ebenso wie in der Produktion, transparente Kommunikation bezüglich der Herkunft bei Rohstoffen sowie Kooperation statt Konkurrenzdenken.

Tips:Was sind aktuelle Projekte?

Höllhuber: Unser eigenes Kleinbauernprojekt „Orgambia“ in Westafrika. Außerdem überlegen wir immer, welche Tätigkeiten handwerklich noch machbar beziehungsweise sinnvoll sind und wo sich maschinelle Prozesse bewähren und erweitern lassen.

Tips: Wie sehen Sie die Zukunft ihres Betriebes, was sind Ihre Ziele?

Höllhuber: Wir hatten und haben ein relativ starkes Wachstum, was aber nicht unbedingt Ziel meiner Tätigkeit ist. Ich arbeite mit meinem Unternehmen sehr gerne im Hintergrund und hatte auch nie die Absicht oder das Ziel, eine Marke zu kreieren, die in jedem Supermarkt zu finden ist und bekannt wird. Viel mehr genieße ich es, mein Wissen und meine Erfahrung in der Branche für unsere Kunden zu nutzen und zum Beispiel Rezepturen für Produkte zu kreieren, mich mit Rohstoffen auseinander zu setzen und vor allem unsere sehr hohen Qualitätsansprüche auch weiterhin trotz stark steigender Nachfrage einhalten zu können.

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