So viele Wildtierkinder wie noch nie im Tierparadies Schabenreith

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Zwei Gänseküken werden im Tierparadies Schabenreith betreut. (Foto: Tierparadies Schabenreith / Hofner)
Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 17.05.2021 15:16 Uhr

STEINBACH AM ZIEHBERG. Das Ehepaar Hofner-Foltin vom Tierparadies Schabenreith in Steinbach am Ziehberg hat alle Hände voll zu tun, denn täglich treffen hilfsbedürftige Wildtierkinder bei ihnen ein. Dieses Jahr ist der Ansturm besonders groß, die Gründe dafür sind ungewiss.

Neben den drei Dachskindern und drei Fuchsbabys, trafen sieben Entenküken in der vergangenen Woche im Tierparadies Schabenreith ein. Sie wurden von aufmerksamen Passanten in Wels ohne Mutter auf der Straße aufgelesen. Ein Eichhörnchenbaby retteten Anwohner in Steinbach am Ziehberg. Das Muttertier und ein Geschwisterchen lagen tot am Boden, das noch lebende fünf bis sechs Wochen alte Baby saß in unmittelbarer Nähe und hatte Glück, von den Tierfreunden ins Tierparadies gebracht zu werden. Dort wird es jetzt versorgt und alle zwei Stunden gefüttert bis es groß und stark genug zur Auswilderung ist. Ein Krähenbaby, zwei Gänseküken sowie ein einäugiger Schwan vom Attersee und ein Schwan mit Flügelbruch aus Bad Ischl (Bezirk Gmunden) sind die neuesten Ankömmlinge.

Wildtier gefunden – was tun?

Bestehen Zweifel über die Hilfsbedürftigkeit von gefundenen Wildtierkindern, sollte der Fundort mehrere Stunden beobachtet werden, ob das Muttertier zurückkehrt, unbedingt aus der Ferne und gegen die Windrichtung. Rehkitze und Feldhasenbabys werden oft im hohen Gras sitzend angetroffen, denn ihre Mütter kommen mehrmals täglich zum Säugen vorbei. Ein einsames Feldhasenbaby in der Wiese braucht normalerweise keine Hilfe. Werden am Boden sitzende Jungvögel gefunden, können diese aus dem Nest gefallen sein. Die Vogeleltern sind meist in der Nähe und flattern aufgeregt umher. Ist ein Vogeljunges tatsächlich nur aus dem Nest gefallen, setzt man es im Idealfall wieder hinein bzw. auf einen Ast.

Tier in der Natur belassen

Harald Hofner betont: „Bitte bedenken Sie, dass die Wildtier-Aufzuchtstationen in Oberösterreich stark überlastet sind. Grundsätzlich ist es immer die bessere Option, ein Tier in der Natur zu belassen. Offensichtlich kranken oder verletzten Tieren muss hingegen sofort und unverzüglich geholfen werden.“ Dabei sind oft Minuten entscheidend. Für ein Feldhasenbaby kam gestern jede Hilfe zu spät: Eine Katze hatte es als Beute mit nach Hause gebracht, jedoch wurde es erst am Tag darauf dem Tierparadies übergeben. „Wir haben alles versucht, aber vergeblich. Die Verletzungen waren zu schwer und die Hilfe kam zu spät. Schon wenige Minuten können die Entscheidung über Leben und Tod sein. Bitte sehen Sie daher nicht weg“, appelliert Harald Hofner.

Bei Verletzungen oder Krankheiten die Tierrettung kontaktieren

Findet man ein Wildtier, das Hilfe benötigt, ist folgendes tun: Bei offensichtlichen Verletzungen oder Krankheiten ist möglichst rasch die Tierrettung vor Ort zu kontaktieren oder das Tier zum Tierarzt zu bringen. Jungtiere, die ihre Eltern verloren haben, wie Füchse oder Dachse, suchen oft die Nähe zu Menschen. Diese Tiere brauchen in der Regel immer Hilfe. Die Tiere sollten nicht gefüttert werden, denn die Versorgung von Wildtieren gehört in die Hände von Experten. Auf gar keinen Fall darf Kuhmilch gegeben werden, da dies zu Durchfall und Bauchkrämpfen bis zum Tod führen kann.

Das Tierparadies Schabenreith ist nicht nur ein Tierheim für Heimtiere, sondern auch eine Auffang- und Pflegestation für Wildtiere. Die Tierrettungsfahrten übernimmt das Ehepaar Hofner-Foltin rund um die Uhr ehrenamtlich, um Tieren in Not zu helfen. Dies ist nur durch die Zuwendungen von Tierfreunden möglich.

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