Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

STEINBACH AM ZIEHBERG. Das Ehepaar Hofner-Foltin vom Tierparadies Schabenreith in Steinbach am Ziehberg hat alle Hände voll zu tun, denn täglich treffen hilfsbedürftige Wildtierkinder bei ihnen ein. Dieses Jahr ist der Ansturm besonders groß, die Gründe dafür sind ungewiss.

  1 / 7   Zwei Gänseküken werden im Tierparadies Schabenreith betreut. (Foto: Tierparadies Schabenreith / Hofner)

Neben den drei Dachskindern und drei Fuchsbabys, trafen sieben Entenküken in der vergangenen Woche im Tierparadies Schabenreith ein. Sie wurden von aufmerksamen Passanten in Wels ohne Mutter auf der Straße aufgelesen. Ein Eichhörnchenbaby retteten Anwohner in Steinbach am Ziehberg. Das Muttertier und ein Geschwisterchen lagen tot am Boden, das noch lebende fünf bis sechs Wochen alte Baby saß in unmittelbarer Nähe und hatte Glück, von den Tierfreunden ins Tierparadies gebracht zu werden. Dort wird es jetzt versorgt und alle zwei Stunden gefüttert bis es groß und stark genug zur Auswilderung ist. Ein Krähenbaby, zwei Gänseküken sowie ein einäugiger Schwan vom Attersee und ein Schwan mit Flügelbruch aus Bad Ischl (Bezirk Gmunden) sind die neuesten Ankömmlinge.

Wildtier gefunden – was tun?

Bestehen Zweifel über die Hilfsbedürftigkeit von gefundenen Wildtierkindern, sollte der Fundort mehrere Stunden beobachtet werden, ob das Muttertier zurückkehrt, unbedingt aus der Ferne und gegen die Windrichtung. Rehkitze und Feldhasenbabys werden oft im hohen Gras sitzend angetroffen, denn ihre Mütter kommen mehrmals täglich zum Säugen vorbei. Ein einsames Feldhasenbaby in der Wiese braucht normalerweise keine Hilfe. Werden am Boden sitzende Jungvögel gefunden, können diese aus dem Nest gefallen sein. Die Vogeleltern sind meist in der Nähe und flattern aufgeregt umher. Ist ein Vogeljunges tatsächlich nur aus dem Nest gefallen, setzt man es im Idealfall wieder hinein bzw. auf einen Ast.

Tier in der Natur belassen

Harald Hofner betont: „Bitte bedenken Sie, dass die Wildtier-Aufzuchtstationen in Oberösterreich stark überlastet sind. Grundsätzlich ist es immer die bessere Option, ein Tier in der Natur zu belassen. Offensichtlich kranken oder verletzten Tieren muss hingegen sofort und unverzüglich geholfen werden.“ Dabei sind oft Minuten entscheidend. Für ein Feldhasenbaby kam gestern jede Hilfe zu spät: Eine Katze hatte es als Beute mit nach Hause gebracht, jedoch wurde es erst am Tag darauf dem Tierparadies übergeben. „Wir haben alles versucht, aber vergeblich. Die Verletzungen waren zu schwer und die Hilfe kam zu spät. Schon wenige Minuten können die Entscheidung über Leben und Tod sein. Bitte sehen Sie daher nicht weg“, appelliert Harald Hofner.

Bei Verletzungen oder Krankheiten die Tierrettung kontaktieren

Findet man ein Wildtier, das Hilfe benötigt, ist folgendes tun: Bei offensichtlichen Verletzungen oder Krankheiten ist möglichst rasch die Tierrettung vor Ort zu kontaktieren oder das Tier zum Tierarzt zu bringen. Jungtiere, die ihre Eltern verloren haben, wie Füchse oder Dachse, suchen oft die Nähe zu Menschen. Diese Tiere brauchen in der Regel immer Hilfe. Die Tiere sollten nicht gefüttert werden, denn die Versorgung von Wildtieren gehört in die Hände von Experten. Auf gar keinen Fall darf Kuhmilch gegeben werden, da dies zu Durchfall und Bauchkrämpfen bis zum Tod führen kann.

Das Tierparadies Schabenreith ist nicht nur ein Tierheim für Heimtiere, sondern auch eine Auffang- und Pflegestation für Wildtiere. Die Tierrettungsfahrten übernimmt das Ehepaar Hofner-Foltin rund um die Uhr ehrenamtlich, um Tieren in Not zu helfen. Dies ist nur durch die Zuwendungen von Tierfreunden möglich.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Nußbacher Bauer singt „Jammerts ned“

Nußbacher Bauer singt „Jammerts ned“

NUSSBACH. Anton Moser schreibt Lieder und singt sie bislang vor allem für seine Kühe. Nun hat der 60-jährige Bauer mit Hilfe seines Neffen ...

Tips - total regionalAngelika Hollnbuchner
Trauer im Stift Kremsmünster um Pater Burkhard Berger

Trauer im Stift Kremsmünster um Pater Burkhard Berger

KIRCHHAM/KREMSMÜNSTER. Peter Burkhard Berger, Benediktiner von Kremsmünster und vier Jahrzehnte Pfarrer in Kirchham, verstarb am 4. August ...

Tips - total regionalRobert Hofer
1.500 Gäste feierten beim Sisi-Kirtag in Steyrling

1.500 Gäste feierten beim Sisi-Kirtag in Steyrling

STEYRLING. Der traditionelle Sisi-Kirtag beim Gasthaus Kaiserin Elisabeth lockte am vergangenen Sonntag rund 1.500 Besucher nach Steyrling.  ...

Tips - total regionalRobert Hofer
Zwei unbeschwerte Wochen für 50 Kinder aus der Ukraine in Schlierbach

Zwei unbeschwerte Wochen für 50 Kinder aus der Ukraine in Schlierbach

SCHLIERBACH. Eine Abwechslung vom kriegsgebeutelten Alltag erlebten 50 Jugendliche aus der Ukraine beim Rotary Youth Camp im ÖKO Feriendorf ...

Tips - total regionalRobert Hofer
Rieder Ferienaktion führt zu großen Flugzeugen

Rieder Ferienaktion führt zu großen Flugzeugen

RIED/TRAUNKREIS. 18 Kinder aus Ried/Traunkreis besuchten den Fliegerhorst Vogler in Hörsching.

Tips - total regionalRobert Hofer
Wasserknappheit belastet Ortschaften im Bezirk Kirchdorf

Wasserknappheit belastet Ortschaften im Bezirk Kirchdorf

BEZIRK KIRCHDORF. Die lange Trockenheit belastet Brunnen und Quellen im Bezirk Kirchdorf. Im Stodertal fehlen in einer Ortschaft derzeit rund ...

Tips - total regionalAngelika Hollnbuchner
Weitere Beiträge