Zahl der Badeunfälle ist im Bezirk Kirchdorf rückläufig

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Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Steyrling auf ihrem A-Boot (Foto: FF Steyrling)
Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Steyrling auf ihrem A-Boot (Foto: FF Steyrling)
Sophie Kepplinger Sophie Kepplinger, Tips Redaktion, 21.07.2021 08:02 Uhr

BEZIRK KIRCHDORF. Über 25 Grad und strahlend blauer Himmel – der Sommer zeigt sich nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage wieder von seiner besten Seite. Viele suchen angesichts der heißen Temperaturen Abkühlung im Freibad oder Badesee. Während dort das kühle Nass genossen wird, sind die Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft.

Egal ob beim Gradn-Teich in Micheldorf, beim Gleinkersee in Roßleithen, beim Elisabethsee oder Stausee in Klaus: Gibt es eine Notfallsituation im Wasser, sind die Einsatzkräfte der Wasserrettung, der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Steyrling, der Tauchgruppe Kirchdorf und des Rettungsdienstes zur Stelle. Der Landesverband der Österreichischen Wasserrettung hat allerdings keine Ortsstelle im Bezirk Kirchdorf – hier arbeiten die Wasserretter der Ortsstelle Steyr gebietsübergreifend.

Vor Ort und mit einer Bootsanlegestelle direkt am Stausee in Klaus sind aber 16 Schiffsführer und die vielen Rettungsschwimmer der FF Steyrling. „Wir sind für Wasserrettungseinsätze im gesamten Bezirk Kirchdorf zuständig. Unser A-Boot ist seit 2013 durchgehend am Stausee Klaus in einem eigenen Bootshaus stationiert. Für Einsätze auf anderen Gewässern haben wir ein Schlauchboot“, berichtet der 28-jährige Kommandant-Stellvertreter Andre Auinger. Die dafür ausgebildeten Kameraden der FF Steyrling sind dabei neben der Personen- und Tierrettung aus dem Wasser auch für Ölsperren und Bootsbergungen zuständig. „Am häufigsten kommen Einsätze zum Ölsperren vor, wenn zum Beispiel ein Verkehrsunfall in der Nähe eines Gewässers passiert“, so der gebürtige Steyrlinger.

Bis zu zehn Einsätze pro Jahr

Zwischen fünf und zehn Wasserrettungseinsätze habe die FF Steyrling laut Andre Auinger jährlich zu meistern, Tendenz sinkend. „Man merkt, die Menschen sind beim Baden in natürlichen Badeseen vorsichtiger geworden. Die Anzahl der Einsätze am Wasser geht im Jahresvergleich zurück“, sagt der Kommandant-Stellvertreter. Damit das auch so bleibt, hat der 28-Jährige noch einen Rat: „Auf dem Steyrfluss sollte man unbedingt auf die starken Strömungen bei den Wehren aufpassen – diese werden oft unterschätzt. Solche Einsätze gehen meistens nicht gut aus.“

Feuerwehreinsatztaucher der Tauchgruppe Kirchdorf

Die Kameraden der FF Steyrling sind nicht die einzigen, die bei Wasserrettungseinsätzen gerufen werden. Auch die insgesamt zwölf Taucher der Tauchgruppe Kirchdorf sind Teil der Rettungskette, wenn es um Notfälle im Wasser geht. „Wir sind im Bezirk Kirchdorf die einzige Tauchgruppe und fahren oberösterreichweit zu Einsätzen“, erzählt der 44-jährige Gruppenleiter Bernhard Peterseil von der FF Lauterbach. Die Mitglieder der seit 1990 bestehenden Gruppe stammen von Feuerwehren aus dem gesamten Bezirk – die Gruppe an sich ist Teil der FF Kirchdorf. Sie ist neben Personen- und Güterbergungen auch bei Suchaktionen oder Hochwassereinsätzen im Einsatz.

Tauchgang bis zu 40 Meter

Voll ausgebildete Feuerwehreinsatztaucher dürfen bis zu 40, frisch ausgebildete bis zu zehn Meter tauchen. „Jährlich haben die Taucher zehn Übungen und einen Leistungstest zu absolvieren“, berichtet der 44-jährige Gruppenleiter. Nach dem coronabedingten Übungsstopp fand erst kürzlich wieder eine Übung statt, welche von der Tauchgruppe Kirchdorf organisiert wurde. Im Rahmen dieser Einsatzübung mussten sich die Taucher beim Kraftwerk Steyrdurchbruch zum Steyrfluss abseilen und einen Strömungstauchgang absolvieren. Elf Taucher nahmen an der Einsatzübung teil.

Der Badegast, ein wichtiger Teil der Rettungskette

Wie auch bei Einsätzen an Land braucht es vorab jemanden, der die Rettungskette überhaupt erst in Gang setzt und die Einsatzkräfte informiert. Doch wie erkennt man eigentlich in Not geratene Schwimmer? „Wenn jemand zu ertrinken droht, dann kämpft er ums Überleben. Häufig winken oder schreien in Not geratene Personen auffällig“, sagt Walter Schmied, Bezirkslehrsanitäter des Roten Kreuzes im Bezirk Kirchdorf. Wird eine solche Situation beobachtet, dann sei es wichtig, niemals ungesichert zu Hilfe zu eilen: „Durch die Panik haben die zu rettenden Personen eine immense Kraft, die einen mit unter Wasser ziehen kann“, warnt der Bezirkslehrsanitäter. Er empfiehlt, sich bei Ankunft am Badeplatz umzusehen, ob in der Nähe ein Rettungsring oder -seil hängt. Konnte eine Person aus dem Wasser gerettet werden, gilt es, die Lebensfunktionen zu kontrollieren und gegebenenfalls mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu starten. Auch sollte nasse Kleidung entfernt und die Person zum Beispiel mit einer Rettungsdecke gewärmt werden, betont Walter Schmied. Er empfiehlt das Besuchen eines Erste Hilfe-Kurses, um für solche Situationen gewappnet zu sein.

Fotos zur Übung der Tauchgruppe Kirchdorf gibt es hier: www.tips.at/b/

Weitere Fotos von der Übung der Tauchgruppe Kirchdorf gibt es hier.

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