Wartberg: Jugendarbeit am Puls der Zeit

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Olivia Lentschig Tips Redaktion Olivia Lentschig, 19.05.2022 09:00 Uhr

WARTBERG. Das in Österreich einzigartige Mobile Jugendzentrum, betrieben von „Zukunft Jugend“, ist seit Juli 2021 auch in der Gemeinde Wartberg unterwegs und die Nachfrage ist enorm, wie der akademisch psychologische Berater Sascha Reischl im Tips-Gespräch erzählt.

Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung und einem außergewöhnlichen Konzept unterstützt das Team rund um Geschäftsführer Sascha Reischl die Jugendlichen in allen Lebenslagen.

Tips: Wie wird dieses kostenlose Beratungsangebot in Wartberg finanziert?

Sascha Reischl: Dieses Projekt wird bei uns intern abgerechnet. Wir erstellen am Anfang unserer Tätigkeit immer eine Bedarfsanalyse und anhand dieser entsteht das Konzept für die jeweiligen Gemeinden, aufgebaut auf unseren fünf Säulen: Jugendzentrumsbetrieb, Streetwork, Beratungsstelle, Jugendbüro und Projektarbeit.

Tips: Wie viele Betreuer stehen den Kids zur Verfügung?

Sascha Reischl: Unser Team besteht aus insgesamt sechs Mitarbeitern, aufgeteilt in Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Gewalttrainer, Psychologische Berater und Sexualpädagogen – die geschlechtssensible Aufteilung liegt genau bei 50 Prozent weibliche und 50 Prozent männliche Kollegen. Die Aufteilung, welcher Mitarbeiter in der jeweiligen Gemeinde aktuell im Einsatz ist, wird nach Gruppe angepasst, da bei einer größeren Mädchengruppe weibliche Betreuer effektiver arbeiten können und umgekehrt ebenso. Durch unseren großen Mitarbeiter-Pool können wir hier immer bedarfsorientiert agieren, um der Zielgruppe bestmögliche Angebote zu bieten.

Tips: Was findest du persönlich an der Arbeit mit Jugendlichen so spannend/bereichernd?

Sascha Reischl: Da ich persönlich seit über 15 Jahren in diesem Bereich leitend tätig sein darf, ist es immer wieder schön, die Sinnhaftigkeit unserer Arbeit zu sehen. Junge Menschen sind absolut klar und ehrlich zu uns – sie sagen, was sie sich denken und so kann man viel erreichen. Die Mischung aus einer sinnstiftenden Tätigkeit und der Flexibilität der Struktur macht die Arbeit bei „Zukunft Jugend“ so spannend und auch so erfolgreich. Die positive Energie und die immer wieder experimentellen Projekte zeigen uns, was alles geht und wo wir uns entfalten können. Diese Form der persönlichen Entfaltung im beruflichen Kontext bringt eine schöne Balance in die Arbeit. Bei uns kann jeder Mitarbeiter seine Ideen einbringen und seine Projekte umsetzen. So schaffen wir eine bunte Mischung an Themen, die wir immer wieder neu beleuchten dürfen.

Tips: Hast du den Eindruck, dass die Jugend euer Angebot seit Corona vermehrt in Anspruch nimmt?

Sascha Reischl: Dies kann ich klar mit Ja! beantworten und auch noch unterstreichen. Da wir bereits sehr lange in dieser Branche aktiv sind, arbeiten wir viel mit Statistiken und Auswertungen, um immer wieder uns selbst und unsere Angebote zu evaluieren bzw. anzupassen. Unsere Zahlen zeigen einen klaren Anstieg der Beratungsangebote von 60 Prozent in den letzten 24 Monaten. Auch die psychische Belastung hat eine massive Kurve nach oben genommen. Die Themenlandschaft und die Problemlagen haben sich ebenso in eine untypische Richtung verlagert. Dies ist natürlich ein klares Signal für unsere Arbeit, da besonders Jugendliche, die sich ohnehin in einer schwierigen Lebensphase (Pubertät) befinden, mit aktuellen Themen schwer umgehen können. Hier braucht es Anhaltspunkte und Stabilität. Unsere internen Zahlen zeigen einen massiven Anstieg der Nutzung unserer Angebote. Besonders im Bezirk Kirchdorf, in dem die präventive Jugendarbeit im statistischen Vergleich in den letzten Jahren vernachlässigt wurde, benötigt es nun Strukturen und Projekte, um die Zielgruppe zu unterstützen. Umso schöner ist es, dass sich nach und nach immer mehr Gemeinden dazu entschließen, hier anzusetzen und Maßnahmen für die Jugend zu integrieren.

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