Jahrhunderthochwasser: Als die Krems zur Katastrophe wurde

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Susanne Winter, MA Tips Redaktion Susanne Winter, MA, 11.08.2022 18:02 Uhr

KREMSMÜNSTER/WARTBERG AN DER KREMS/NUSSBACH. Genau vor 20 Jahren trat die Krems durch länger anhaltenden Starkregen über die Ufer und riss alles Umliegende erbarmungslos mit sich. Das Jahrhunderthochwasser von 2002 hat im Bezirk Kirchdorf vorallem Wartberg und Kremsmünster stark getroffen. Erschreckend sind nicht nur die Fotos sondern auch die Erinnerungen, die bei allen wieder hochkommen, die diese Naturkatastrophe hautnah miterlebt haben.

„Situation in Kremsmünster nicht im Griff, aber es wird alles Menschenmöglich gemacht“ diese Meldung erfolgte am 12. August 2002, um 12.15 Uhr an die Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf. Nur eine Stunde später heulte erstmals seit langer Zeit die Zivilschutzsirene im Markt in Kremsmünster auf.

Mit dem Boot über den Kremsmünsterer Marktplatz

Ein sogenanntes A-Boot (Arbeitsboot) war in Kremsmünster zuvor noch nie im Einsatz. Dieses Motorboot wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Thalheim zur Verfügung gestellt und besonders am Marktplatz und in der Rudolf-Hundstorfer-Straße (drei Meter Wassertiefe!) eingesetzt. Mehrere Menschen mussten aus ihren Häusern evakuiert werden. Einige wollten ihr „Lebenswerk“ aber nicht verlassen. „Ich hab den Krieg überlebt, also werde ich auch das überleben“, war eine der Aussagen.

Größte Schäden

Besonders betroffen waren in Kremsmünster die Greiner-Betriebe, Firmen wie Berla-Lang und Ford-Schöllhuber, die Haushalte entlang der Krems vom Papiermühlfeld bis in die Au und am Marktplatz sowie öffentliche Gebäude wie Altenheim, Musikschule und Kulturzentrum. Erhebliche Schäden entstanden auch an den Brücken über die Krems und drei Brücken über kleinere Bäche wurden gänzlich fortgeschwemmt. Die Schäden an den öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde wie Freibad, Radwanderweg, Güterwege, Straßen, Feuerwehrhaus, Brücken und Kremsufer betrugen rund 1,2 Millionen Euro. Gemeinsam mit den Schäden an Privateigentum wird der Gesamtschaden auf rund drei Millionen Euro geschätzt.

Sportanlage stark betroffen

Auch in Wartberg, eine Gemeinde weiter flussaufwärts der Krems, wurden viele Keller, Betriebe, landwirtschaftliche Flächen und sogar Wohnungen überflutet und stark beschädigt. Erhebliche Schäden entstanden auch an vielen Straßen und Brücken. Neben vielen Firmen und privaten Haushalten war die Union-Sportanlage stark betroffen.

Durch einen gemeinsamen Kraftakt innerhalb der Bevölkerung wurde bereits am nächsten Tag mit den Aufräumungsarbeiten begonnen.

Rückhaltebecken „Krems-Au“

Nach diesem verheerenden Ereignis schlossen sich achtzehn Gemeinden entlang der Krems beziehungsweise mit Wasserzuläufen in den Fluss zum Schutzwasserverband Kremstal zusammen. Dieser setzt bauliche Maßnahmen betreffend dem Hochwasserschutz um. Dazu zählt Österreichs größtes Rückhaltebecken „Krems-Au“ in den Gemeindegebieten von Nußbach und Wartberg. Dieses steht nach fünf Jahren Bauzeit kurz vor der Vollendung. Noch heuer soll der Hochwasser-Damm fertig sein. Dieser fasst 1,9 Kilometer in der Länge, 9,5 Meter in der Höhe und hat ein Fassungsvermögen von 2,6 Millionen Kubikmetern Wasser. Von den 30 Millionen Euro, die das Projekt kostet, finanziert der Bund 49,7 Prozent, das Land steuert 40 Prozent und der Schutzwasserverband 10,3 Prozent bei. Die provisorische Inbetriebnahme ist im 1. Halbjahr 2023 geplant.

Hohe Sachschäden verhindern

Gerhard Gebeshuber, interimistischer Obmann des Schutzwasserverbandes Kremstal und Bürgermeister in Nußbach: „Starkregenereignisse sind heutzutage nicht selten. Das Projekt ist auf ein sogenanntes ,hundertjährliches Ereignis' ausgelegt, wobei dieses auch öfter als nur alle hundert Jahre vorkommen kann. Mit dem Rückhaltebecken sollen so hohe Sachschäden wie damals verhindert werden.“

Quellen: Chronik der Marktgemeinden Kremsmünster und Wartberg, Film: Harald Egelseder

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