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NUSSBACH. Eva Hillinger, Biodiversitätsvermittlerin aus Nußbach, schrieb anlässlich des Tages der biologischen Landwirtschaft (28. September), einen Leserbrief.

 (Foto: Winter (Symbolfoto))
(Foto: Winter (Symbolfoto))

Die biologische Lebensmittelerzeugung hat sich in Zeiten der Krise als stabiler Faktor erwiesen. Sie ist unabhängig von der sehr energieintensiven Herstellung synthetischer Dünger und Pflanzenschutzmittel. Dadurch fällt auch die Preissteigerung bei Biolebensmitteln wesentlich geringer aus als bei Konventionellen.

Wir importieren Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Eiweisfuttermittel in großen Mengen. Ernährungssouveränität? In den letzten Jahrzehnten haben wir mit dieser Strategie unsere Böden ausgelaugt, Humus abgebaut, Urwald zerstört und die Artenvielfalt gefährdet. Wenn wir so weitermachen, wird uns mittelfristig die konventionelle Landwirtschaft nicht ernähren können, weil dies alles Faktoren sind, die den Klimawandel vorantreiben. Klimawandel wirkt ertragsmindernd, und das geht uns alle an. Biologische Bewirtschaftung wirkt sich durch Kreislaufwirtschaft positiv auf den Boden aus. Humus kann wieder aufgebaut werden. Das speichert CO2 aus der Atmosphäre, schützt vor Erosion und speichert mehr Wasser.

Wenn wir die Auswirkungen des Klimawandels noch eindämmen wollen, können wir auf diese Fähigkeiten des Bodens nicht verzichten. Wir brauchen wieder viel mehr gesunde, lebendige Böden, auch um wieder mehr wertvollere, inhaltstoffreichere Lebensmittel zu produzieren. Die biologische Landwirtschaft ist bestens dazu geeignet, uns mittel- und langfristig alle satt zu bekommen. Dafür braucht es unser aller Verantwortung im Umgang mit Lebensmitteln. Keine Lebensmittel in den Müll, tierische Produkte aus echter nachhaltiger Produktion und kein weiteres Zubetonieren unserer Lebensgrundlage. Es ist schon lange nicht mehr fünf Minuten vor Zwölf.

(Land-) Wirtschaft muss Umweltverträglich werden – nicht Umweltschutz (Land-) Wirtschaftsverträglich.

Eva Hillinger, Biodiversitätsvermittlerin

Nußbach


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