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WARTBERG. Am Hof der Familie Höllhuber in Wartberg verbringen die männlichen Geschwister von Legehennen zehn Wochen, in denen sie nach Herzenslust scharren und picken dürfen.

Stefan Höllhuber mit Gattin Bettina sowie den Kindern Jonas und Marlies (Foto: Winter)
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Gut die Hälfte der Eier, die eine Henne legt, sind männliche Küken. Da die Legerassen weniger Fleisch ansetzen, war es früher gängige Praxis, die männlichen Geschwister der Legehennen nach dem Schlüpfen zu töten. In Biobetrieben werden die sogenannten Bruderhähne seit 2015 aufgezogen und auf konventionellen Betrieben seit 1. Jänner 2022. Einer dieser Betriebe ist jener der Familie Höllhuber, Boschhub, in Wartberg.

Zeitlich flexibel

Zusätzlich zur Direktvermarktung von Brot und Gebäck hat Stefan Höllhuber ein zweites Standbein für den Hof seiner Eltern gesucht und mit der Aufzucht von Bruderhähnen gefunden. „Ich wollte etwas, das sowohl zur Grundgröße passt als auch eine zeitliche Flexibilität bietet“, erzählt der 36-Jährige. Zudem ist er als Elterntierbetreuer bei Die Eiermacher GmbH mit dem Geflügel vertraut. Der Wartberger ist Ansprechpartner für die 26 Betriebe in Ober- und Niederösterreich, welche die sogenannten Elterntiere halten. Diese Elterntierbetriebe liefern die befruchteten Eier von Lege- beziehungsweise Masttieren an die Brüterei in Kremsmünster, wo sie schlüpfen. Am Schlüpftag werden die Küken an die Betriebe, wie den der Familie Höllhuber in Wartberg, geliefert.

Tierwohl beim Geflügel

Am Tag ihrer Ankunft erwartet die Küken ein 33 Grad warmer Stall mit Einstreu, Wasser und gentechnikfreiem Futter. Den Tierwohlstall, der mehr Platz bietet als in einer konventionellen Haltung üblich ist, hat Familie Höllhuber vor einem Jahr gebaut. Zehn Wochen verbringen die Hähne am Hof der Höllhubers und haben dabei ein schönes Leben. „Ihnen fehlt es an nichts. Sie haben Strohballen, Picksteine und Sitzstangen. Nach vier bis fünf Wochen am Hof dürfen sie tagsüber in den Wintergarten und anschließend auch in den Grünauslauf mit Hecken und Sträuchern“, erzählt Stefan Höllhuber. Außerdem haben die Tiere rund um die Uhr Zugang zu Futter und Wasser. Die Hygienestandards sind hoch und eine Kontrollstelle überprüft ein Mal im Jahr Futter und Tierwohl.

Nach zehn Wochen verlassen die pflegeleichten und sehr lebhaften Hähne den Hof und werden in Nußbach geschlachtet. Die Eiermacher vermarkten das Fleisch als Hackfleisch zum Wursten oder Filetstücke.


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