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MOLLN. Vergeblich wartet man seit Jahren auf Nachwuchs bei den Pinselohren im Nationalpark Kalkalpen. Nun wird alle Hoffnung auf den 1,5-jährigen Luchs „Norik“ gesetzt, der rechtzeitig zur Paarungszeit im Bodinggraben ausgewildert wurde.

Kurz nach Mitternacht wurde Norik von Nationalpark Direktor Volkhard Maier und Ranger Hermann Jansesberger in die Waldwildnis des Nationalpars entlassen. (Foto: Herfried Marek)

Fünf Luchse sind zu wenig, um den Bestand in der Nationalpark Kalkalpen Region auf Dauer zu sichern. Die zu geringe genetische Vielfalt der aktuellen Population hinterlässt bereits ihre Spuren. Eine Blutuntersuchung im Vorjahr zeigte, dass der dominante Kuder „Lakota“ über einen äußerst geringen Testosteronwert verfügt. Ein zuverlässiges Zeichen für seine Zeugungsunfähigkeit.

Freisetzung von „Norik“

Seither liefen die Gespräche und Sondierung auf Hochtouren. Aufbauend auf einen 3-Stufenplan von LR Haimbuchner und in Abstimmung mit der Arbeitsgemeinschaft LUKA (Luchs OÖ. Kalkalpen) wurde der Austausch von Lakota beschlossen, um das Wiederansiedlungsprojekt nicht zu gefährden. Die Wahl fiel auf den eineinhalbjährigen Kuder „Norik“ aus Rheinland-Pfalz. „Wir sind sehr froh, dass die Freisetzung von Norik noch vor Weihnachten möglich war. Damit konnten wir für die Paarungszeit im Februar, März optimale Voraussetzungen für vielversprechenden Nachwuchs schaffen“, freut sich Nationalpark Direktor Volkhard Maier, und hofft, dass Norik mit seiner Abstammung als Karpatenluchs das notwendige frische Blut in den Pinselohren-Bestand des Nationalpark Kalkalpen bringen wird. 

Ein Leben in freier Wildbahn

Norik wurde mit zwei Geschwistern im Mai 2021 in dem großen, naturnahen Gehege im Wildkatzendorf Hütscheroda, Deutschland, geboren und Anfang Mai 2022 in ein eigenes Auswilderungsgehege in Maßweiler (Rheinland-Pfalz) verlegt. Dort konnte er sich instinktiv und ohne Menschenkontakt auf ein Leben in der freien Wildbahn vorbereiten. Am 9. Dezember holte ihn die Tierärztin Johanna Painer-Gigler von der Veterinärmedizinischen Universität Wien nach einer eingehenden Untersuchung in den Nationalpark Kalkalpen.

In die Waldwildnis entlassen

„Norik erfreut sich bester Gesundheit und ist für ein Leben im Nationalpark Kalkalpen optimal geeignet“, ist Christian Fuxjäger, der Luchs-Experte des Nationalpark Kalkalpen, überzeugt. Kurz nach Mitternacht wurde er von Nationalpark Direktor Volkhard Maier und Ranger Hermann Jansesberger in die Waldwildnis des Nationalparks entlassen. Sekunden später war er im Dunkel der Nacht verschwunden. Im frischen Schnee blieben nur die Fußabdrücke und eine leere Transportbox zurück.


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