Bezirkspolizeikommandant Franz Seebacher: "Kirchdorf ist kein Bezirk, wo man sich fürchten muss"
BEZIRK KIRCHDORF. Zwei Schusswaffendelikte innerhalb eines Monats im Bezirk: Im Februar wurde eine Frau in Kirchdorf mit einer Gasdruckpistole im Gesicht getroffen und Anfang März ein Mann in Grünburg erschossen. Tips erkundigte sich bei Bezirkspolizeikommandant Franz Seebacher, wie es um die Sicherheit steht.

Vorneweg betont Franz Seebacher, dass die Aufklärung dieser beiden Fälle rasch erfolgte und deshalb die Sicherheit schnell wiederhergestellt war: „Durch die gute Fahndungs- und Ermittlungsarbeit wurden die Täter rasch ausgeforscht und festgenommen. Die Gefahr war rasch gebannt. Da bin ich sehr stolz auf unsere Mitarbeiter.“ Der Bezirkspolizeikommandant betont: „Kirchdorf ist kein Bezirk, wo man sich fürchten muss, das zeigt auch die Kriminalstatistik.“
Angezeigte Strafrechtsfälle
2022 wurden im Bezirk Kirchdorf 1.764 Fälle nach dem Strafrecht angezeigt. Das ist nur eine geringfügige Steigerung von fünf Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 (1.678 Fälle). „Die Kriminalstatistik hat sich also auch bei uns wieder auf das Niveau von ,Vor-Corona' eingependelt“, fasst Franz Seebacher zusammen. Sehr erfreulich sei die Aufklärungsquote: „Mit 65,9 Prozent Aufklärungsquote haben wir im Jahr 2022 die höchste Aufklärungsquote von allen Bezirken in Oberösterreich. Die OÖ-Quote liegt 2022 bei 59,5 Prozent. Unsere Aufklärungsquote spiegelt die ausgezeichnete kriminalistische Ermittlungsarbeit unserer Mitarbeiter im Bezirk wider. Darauf bin ich sehr stolz.“
Generell habe die Polizei einen guten Ruf. „Die Bevölkerung vertraut uns und schätzt unsere Aufklärungsarbeit“, weiß Seebacher und stellt in puncto Personal fest: „Meine Aufgabe ist es, das zur Verfügung stehende Personal bestmöglich einzusetzen. Wir haben viel Arbeit, aber es lässt sich gut bewerkstelligen.“
2.963 Waffenbesitzer
Im Bezirk Kirchdorf gibt es insgesamt 2.963 bei der Bezirkshauptmannschaft (BH) Kirchdorf registrierte Waffenbesitzer, dazu zählen auch Exekutivbeamte und Jäger. Im Jahr 2022 wurden 175 Waffenbesitzkarten (2021: 79) und 53 Erweiterungen (2021: 119) im Bezirk ausgestellt. Zudem stellte die BH neun Waffenpässe und eine Erweiterung sowie 79 Europäische Feuerwaffenpässe und 74 Verlängerungen aus. Die häufigsten Rechtfertigungsgründe für beantragte Waffenbesitzkarten sind laut BH: Selbstschutz sowie die Ausübung des Schießsports oder der Jagd.
Warum die Nachfrage nach Waffenbesitzkarten steigt, kann sich Franz Seebacher unter anderem damit erklären, dass die Nähe zum Kriegsgebiet in der Ukraine zur Verunsicherung beitrage: „Manche schaffen sich eine Waffe an, um ein beruhigendes Gefühl zu haben, sich und seine Liebsten zu Hause verteidigen zu können.“ Der Bezirkspolizeikommandant weiß auch: „Die Möglichkeit, eine Waffe zu nutzen, ist natürlich größer, wenn eine im Haus ist. Aber trotz des Anstieges bei den Waffenbesitzen verzeichnen wir nicht mehr Schusswaffendelikte.“
Cybercrime und Internet-Kriminalität
Größere Steigerungen verzeichnet lediglich die Internetkriminalität. „Das hat Corona beschleunigt, viele haben ihre kriminellen Aktivitäten ins Internet verlagert. Die Erpressung von Jugendlichen oder Firmen geht oft soweit, dass die Existenz bedroht ist. Wir versuchen die Cybercrime und Internet-Kriminalität aktiv zu bekämpfen“, berichtet Seebacher. Zwei Polizisten im Bezirk wurden zu IT-Spezialisten ausgebildet, die für die Datensicherung zuständig sind. Drei weitere erhalten eine Ausbildung im Bereich Cybercrime. „Für die Zukunft ist es wichtig, Leute zu haben, die in diesem Bereich gut ausgebildet sind und weiterhin für die Polizeiarbeit im Bezirk zur Verfügung stehen“, sagt Seebacher.


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