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Bei Praktikum viele Eindrücke von Kultur, Menschen und Natur in Kenia gewonnen

Susanne Winter, MA, 19.04.2023 17:15

KIRCHDORF AN DER KREMS/LINZ/KENIA. Simon Kremshuber aus Kirchdorf studiert im zweiten Semester Soziale Arbeit an der Fachhochschule Linz und war für mehrere Wochen in Emali (Kenia). Der 22-Jährige absolvierte ein Praktikum bei einem Projekt des Linzer Vereines „Daraja - die Brücke“, der rund 100 HIV-positive Erwachsene sowie 30 Kinder und Jugendliche in Kenia unterstützt. Im Interview spricht der Kirchdorfer über seine Erfahrungen.

Simon Kremshuber aus Kirchdorf war in Kenia. (Foto: privat)
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Warum hast du dich dazu entschlossen, das Praktikum in Kenia zu absolvieren?

Simon Kremshuber: Ein Praktikum im Ausland zu machen hat immer einen Reiz, da man Dinge erlebt, die in einem österreichischen Praktikum einfach nicht möglich sind. Fachlich wäre es manchmal wahrscheinlich sogar besser im Heimatland das Praktikum zu absolvieren, aber die Eindrücke von der Kultur, den Menschen oder auch der wunderschönen Natur, die man in Kenia sammelt, haben für mich die Entscheidung leicht gemacht.

Warst du schon einmal in Afrika?

Kremshuber: Ich war schon sehr häufig in Ägypten, wobei dies natürlich etwas ganz anderes ist. Auch Südafrika das ich besucht habe, ist nicht mit Kenia vergleichbar, somit war es prinzipiell eine neue Erfahrung in Ostafrika.

Wie waren für dich die ersten Tage im Land? Was hat dich am meisten beeindruckt, am meisten beschäftigt, womit hattest du Schwierigkeiten?

Kremshuber: Da ich den Vorteil hatte, schon einige Tage vor dem Praktikumsstart in Kenia zu sein, hatte ich einen super Start. Ich bin in Nairobi gelandet und dann gleich für einige Tage zum Tauchen an die Küste gefahren. Da hat mich zu Beginn die Natur gleich einmal sehr beeindruckt und das wurde dann bei den Safaris sogar noch besser. Als ich dann in Emali [Anmerkung: Kleinstadt zwischen Nairobi und Mombasa, wo das Projekt angesiedelt ist“ beim Praktikum ankam, hatte ich definitiv ein paar Schwierigkeiten mich an die Örtlichkeit, den Hygienestandard und Co zu gewöhnen, aber nach ein paar Tagen fühlte ich mich dann schon ganz wohl. Beschäftigt haben mich vor allem die Geschichten und Schicksale der Menschen vor Ort. In einem Land wie Kenia haben es leider viele sehr schwer, gerade zu der Dürrezeit waren auch Nahrungsmittel ein sehr wertvolles Gut.

Gab es einen persönlichen Höhepunkt der Reise für dich?

Kremshuber: Einen richtigen Höhepunkt kann ich gar nicht definieren, es war so vieles, das ich erleben durfte aber eines, das mir zum Beispiel trotzdem sofort einfällt, ist der Hausbesuch bei einem Massai. Die Art und Weise wie diese Familie in einer kleinen Holzhütte lebt, ist aus meiner Sicht sehr beeindruckend. Als Europäer kann man sich es gar nicht mehr vorstellen ohne Wasser und Strom zu leben, in Kenia sind viele dieser Situation ausgesetzt.

Welchen Eindruck hattest du von Emali und den Leuten in den Selbsthilfegruppen? Wie geht es den Menschen vor Ort, nach Corona, Wirtschaftskrise und in Zeiten zunehmender Trockenheit?

Kremshuber: Emali ist eine relativ kleine Stadt, in der man als hellhäutiger Mann auch definitiv auffällt, dies war allerdings wieder ein Vorteil, wenn man mit den Menschen ins Gespräch kommen wollte. Ich hatte den Eindruck, dass die Einheimischen trotz der schwierigen Lage mit der Trockenzeit immer eine gewisse Herzlichkeit ausstrahlen, die sehr beeindruckend ist. Obwohl eine gewisse Fröhlichkeit bei den Kenianern selten verloren geht, macht ihnen die Trockenzeit sehr zu schaffen, nicht nur die Ernte ist schlecht, auch viele Kühe, Ziegen und andere Tiere haben diese Zeit nicht überlebt. Corona hat sicherlich auch eine Auswirkung gehabt, zwar ist Emali nicht von Touristen besucht, allerdings merkt man vor allem in den Küstenregionen, dass die Touristen gefehlt haben.

Hattest du das Gefühl, dass du aus dem Projekt etwas lernen und mitnehmen konntest?

Kremshuber: Definitiv, wie schon zu Beginn gesagt, lernt man in neuen Ländern immer vieles und das Projekt hat mir die Möglichkeit gegeben, das „wirkliche“ Kenia, abseits vom Tourismus kennenzulernen. Auch die Gruppenmeetings waren sehr lehrreich. [Anmerkung: die HIV-positiven Mitglieder treffen sich in verschiedenen Selbsthilfegruppen und erhalten professionelle Unterstützung von einer Sozialarbeiterin, einem Alphabetisierungstrainer und Krankenpflegern vor Ort“


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