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MOLLN. Abheuen, Rechen, Schwenden – und dabei ein Gespür für die Natur entwickeln: Zwölf Freiwillige aus Österreich und Deutschland verbrachten eine Woche in Molln, um im Rahmen einer Umweltbaustelle des Österreichischen Alpenvereins die Bergwiesen wieder zum Blühen zu bringen.

  1 / 7   Christian Hatzenbichler und Eva Schaubmair vom Verein Bergwiesn mit Ronald Würflinger, Generalsekretär der Stiftung „Blühendes Österreich“ (v.l.) (Foto: Sophie Kepplinger)

Die Sonne scheint erbarmungslos herab, die Temperaturen pendeln um die 30 Grad. Und dennoch: Die Jugendlichen holen sich ihre Rechen und Arbeitshandschuhe und steigen zur Bergwiese im Mollner Jaidhaustal hoch – freiwillig, motiviert und bereit, einen Teil zum Naturschutz beizutragen. „Seit 2019 veranstalten wir jährlich in Kooperation mit dem Österreichischen Alpenverein zwei Umweltbaustellen in Molln“, erzählt Christian Hatzenbichler vom Verein „Bergwiesn“. Jeweils eine Woche lang kommen Jugendliche zusammen, um unter der Anleitung der Bergwiesn-Mitglieder den steilen Hängen der Region zu einer blühenden Zukunft zu verhelfen.

Nachhaltige Bewirtschaftung

Bergwiesen mit einer Hangneigung von bis zu 140 Prozent zu erhalten ist harte Arbeit. Viele der Flächen wurden im Laufe der vergangenen Jahrzehnte aufgegeben, die Wiesen verbuschen. Das charakteristische Landschaftsbild geht verloren – ebenso wie die Artenvielfalt. Diesem Trend entgegen setzt sich der Verein Bergwiesn: Seit 2015 arbeiten die Mitglieder für eine nachhaltige Bewirtschaftung der stark gefährdeten Mäh-Halbtrockenrasen in der Region. Durch die Umweltbaustelle erhalten sie zusätzliche Unterstützung in den arbeitsintensiven Sommermonaten.

„Gemeinsam am Berg zu stehen und jeden Moment zu wissen, man hilft, die Schätze der Natur zu bewahren, ist ein unglaublich chönes Gefühl“, erzählt Helena, die für die Umweltbaustelle extra aus Berlin angereist ist.

Bis zu 75 Pflanzenarten auf 5 mal 5 Metern

Über 110 Hektar ökologisch wertvolle Flächen werden von den Mitgliedern des Vereins mittlerweile wieder naturnahe bewirtschaftet. Der Verzicht von Dünger und die einmal jährliche Mahd ermöglichen eine enorm hohe Artenvielfalt, die jene intensiv bewirtschafteter Wiesen weit übersteigt: Bis zu 75 Pflanzenarten auf 5 mal 5 Metern und in Summe über 5.000 Tier- und Pflanzenarten finden so wieder einen Lebensraum.

Natura2000 Award

Vergangenes Jahr wurde die Arbeit des Mollner Vereins mit dem Natura2000 Award ausgezeichnet. Der Naturschutzpreis der Europäischen Kommission ging damit zum ersten Mal nach Österreich, konkret an das Programm FLORA der BILLA-Stiftung „Blühendes Österreich“ und an die umsetzenden Partnerorganisationen, wie dem Verein Bergwiesn. „Die Umsetzung eines strukturierten Freiwilligenprogramms von Bergwiesn ist ein großartiger Erfolg. DieAuszeichnung mit dem Natura 2000 Award durch die Europäische Union von Bergwiesn hat diesen eindrucksvollbestätigt. Blühendes Österreich erachtet die Entwicklung und Leistung von Bergwiesn als herausragend für dieNaturschutzarbeit und Bergbauernkultur in Österreich“, so Ronald Würflinger, Generalsekretär der Stiftung.

Franz Essl, Ökologe an der Universität Wien und Österreichs Wissenschaftler des Jahres 2022, zeigt sich ebenfalls beeindruckt: „Es ist fantastisch, was der Verein Bergwiesn auf die Beine gestellt hat. Und ganz besonders beeindruckt mich, dass es gelingt, Jugendliche und junge Erwachsene für die Natur und die Arbeit in der Natur zu begeistern.“


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