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INZERSDORF IM KREMSTAL. Hermine Baumschlager aus Inzersdorf denkt sich gerne Geschichten aus. Eine davon, mit dem Titel „Aisha ein Mädchen aus der Ukraine“ teilt sie nun mit den Tips-Lesern.

Hermine Baumschlager aus Inzersdorf (Foto: Winter)
Hermine Baumschlager aus Inzersdorf (Foto: Winter)

Kurz vor Beginn der Adventzeit bekamen die Schüler in einer Volksschule eine neue Schülerin. Es war ein kleines Mädchen mit langen schwarzen Locken und ihr Name war Aisha. Kritisch wurde sie von allen Seiten beobachtet.

Es dauerte nicht lange und Aisha hatte schon eine Freundin gefunden. Sie hieß Judith und war zum Glück die beste in Deutsch. Sie half Aisha wo sie nur konnte. Bald lernte Judith auch ihre Familie kennen. Aisha wohnte mit ihren Eltern und drei kleineren Geschwistern in einer Wohnung am Stadtrand. Ihr Vater arbeitete als Autobusfahrer und ihre Mutter war Köchin im Kindergarten.

Eines Tages fragte der Lehrer seine Schüler, was sie Wohl von dem Vorschlag hielten, eine Krippe für ihre Weihnachtsfeier in der Kirche zu basteln. Mit Hurra und Begeisterung wurde der Vorschlag angenommen. Jedes Kind sollte etwas sammeln und so ging es ab in den Wald. In Kürze hatten die Kinder Moos, Wurzeln, Äste, Reisig und eine schöne Rinde für das Dach der Kippe. In jeder Bastelstunde wurde nun gehämmert, gesägt und gebohrt und alles wurde ordentlich zusammengeleimt.

In der letzten Bastelstunde fing es ganz zart zu schneien an. Alle Kinder stürmten zum Fenster und schauten ganz neugierig hinaus. Nach einer Weile sagte der Herr Lehrer: „Kinder, wir müssen uns beeilen, denn wir müssen auch noch unser Krippenspiel lernen.“ Aisha freute sich schon sehr darauf, denn sie war einer der Engeln. Das Krippenspiel sollte in der Kirche aufgeführt werden, wo auch die Krippe vom Herr Pfarrer gesegnet werden sollte. Alle Eltern und Großeltern, Geschwister und alle Bekannte waren zu dem Weihnachtsfest herzlichst eingeladen. Nun hieß es aber arbeiten, lernen, üben und alle Tage proben. Für Aisha war das alles neu, aber sie freute sich schon sehr auf die Krippe und das Hirtenspiel. Sie hatte für die Krippe einen wunderschönen Stern gebastelt, den alle sehr bewunderten.

Dann kam endlich der ersehnte Tag, wo sich alle in der Kirche trafen. Die Krippe stand wunderschön vor dem Altar und die Kinder warteten schon nervös auf ihren Auftritt. Das Krippenspiel wurde ein voller Erfolg alle waren begeistert und ein riesiger Applaus ertönte in der Kirche. Als dann der Herr Pfarrer noch die wunderschöne Krippe segnete ertönte am Anfang noch ganz zart die wunderschöne Stimme von Aisha und sie sang ein zauberhaftes Weihnachtslied aus ihrer ukrainischen Heimat. Die vielen Leute in der Kirche hörten ganz andächtig der glockenhellen Stimme zu. Aisha aber stand mit ihrem Engelsgewand glücklich vor der Krippe. Auf einmal ging der Klassensprecher mit anderen Kindern zum Lehrer und sagte, die ganze Klasse würde sich freuen, wenn Aisha die Krippe geschenkt bekommen würde. Aisha aber konnte vor Freude nur ganz leise „Danke“ sagen, denn Tränen standen in ihren Augen. Am nächsten Tag aber lud sie die ganze Klasse mit dem Herr Lehrer zu sich nach Hause ein, wo sie alle mit einer guten Jause bewirtete. Aisha war glücklich wieder eine so schöne Heimat und gute Freunde gefunden zu haben.


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