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MOLLN. Die kürzlich genehmigten Erdgasprobebohrungen in Molln sorgen nach wie vor für Diskussionen. Alexander Girkinger aus Molln schickte dazu einen Leserbrief.

Meinungen in Leserbriefen müssen sich nicht mit denen der Redaktion decken. Wir behalten uns vor, Briefe aus Platzgründen zu kürzen. (Foto: Tips)

„So absurd es ist, dass ausgerechnet die Vereinigten Arabischen Emirate als einer der weltweit größten Öl- und Gasproduzenten Gastgeber der heurigen UNO Weltklimakonferenz sind – es geht um den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen – so grotesk finde ich das Vorhaben, im naturbelassenen Jaidhaustal in Molln, zwischen Nationalpark Kalkalpen und einem Naturschutzgebiet, nach Gas zu bohren. Es erreichen uns fast täglich neue Hiobsbotschaften zu den dramatischen Folgen der globalen Klimaerwärmung. Wir können immer weniger so tun, als ob uns die fortschreitende Ausbeutung und Naturzerstörung nichts anginge. Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen hätte schon vor vielen Jahren eingeläutet werden können und müssen.

Jetzt wird uns wieder und wieder die alternativlose Notwendigkeit aufgetischt, dass wir Öl und Gas noch lange als Brückenenergien in eine saubere Energiezukunft brauchen werden. Anstatt glaubwürdig und beharrlich an zukunftsfähigen Alternativen zu arbeiten, werden in Goldgräberstimmungsmanier selbst mitten in Europa immer neue Öl-, Kohle- und Gasfelder erschlossen, obwohl im Abschlusstext der diesjährigen UNO Weltklimakonferenz erstmals zum endgültigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen aufgerufen wird.

Ich frage mich wie so wie viele andere auch, warum wird vor dem Hintergrund dieser bedenklichen Entwicklungen eine Gasbohrung in einem biologisch hochsensiblen Gebiet genehmigt? An das Leitmotiv der Versorgungssicherheit kann ich nicht glauben. Vielmehr locken riesige Gewinnerwartungen, die hier ADX Energy als ein in Australien börsennotierter 'Konzern' (ca. 13 Mitarbeiter) wecken möchte. Vom kleinen Anleger bis hin zum strategischen Investor, es gibt immer noch viele Teilnehmer auf der ganzen Welt, die an der Börse Kapital teils hochspekulativ anlegen möchten. Umso bitterer, dass der internationale Börsenzirkus seinen Weg bis ins Jaidhaustal gefunden hat, dass naturschutzrechtliche Bedenken wegen höher zu bewertender wirtschaftlicher Interessen vom Tisch gewischt wurden. Wer profitiert davon letztlich, und in welchem Ausmaß? Die Bevölkerung eher nicht.“

von Alexander Girkinger


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Wilfried S.
Wilfried S.
14.12.2023 14:25

Groteske Vorstellungen

Grotesk ist die Vorstellung, auf sauberes und günstiges Erdgas (aus Österreich) verzichten zu können und anstelle dessen schmutziges und teures Erdgas (aus Russland) zu importieren. Grotesk ist der naive Glaube, mit alternativen Energien den österreichischen Energiebedarf decken zu können. Laut Energiemix (2022) werden zwei Drittel des heimischen Energiebedarfs aus Erdöl, Erdgas und Kohle (!) gedeckt. Selbst die kühnsten (grünen) Demagogen werden es nicht schaffen, erneuerbare Energien als Alternative schönzurechnen. Wer keine Ahnung von Energiepolitik und Energiesicherheit hat, sollte besser nicht "glauben", sondern recherchieren und rechnen. Da hat Herr Girkinger in der Schule aber offenbar zuwenig aufgepasst. Auf Anleger, Investoren und Konzerne hinhauen, das ist das einzige, was ihm einfällt.

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Dietmar W.
Dietmar W.
17.12.2023 23:22

Sauberes Erdgas?

Fossiles Gas ist weder sauber noch schmutzig, sondern trägt als Treibhausgas mit Methan wesentlich zur Klimakrise bei.
Aber mit Volkschulwissen ist dem Herrn Wilfried nicht beizukommen. Als PR Agent der Firma ADX besteht seine Aufgabe seine Gegner zu diskreditieren und ihnen Glaubwürdigkeit abzusprechen. Die Tatsachen, dass die Gasspeicher Österreichs zu 90% gefüllt sind, der Verbrauch abnehmend ist, das Datum der Klimaneutralität zu der sich Österreich verpflichtet hat, immer näher rückt, ist Herrn Wilfried reichlich egal. Aber ein Blick auf die Aktienkurse der penny stock AG ADX wird vielleicht auch einen Herrn Wilfried bald aus den lokalen Zeitungen der Kalkalpenregion wieder verschwinden lassen - eine gasförmige Erscheinung!

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