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Erdgasprobebohrungen in Molln bewilligt: Naturschutzabteilung stellt positiven Bescheid aus (Update)

Sophie Kepplinger, BA, 29.11.2023 11:36

MOLLN. Der Bescheid der Naturschutzabteilung des Landes Oberösterreich zur Gasprobebohrung in Molln ist positiv ausgefallen. Die Betreiberfirma ADX wolle nun mit den Vorbereitungsarbeiten beginnen. Je nach Boden- und Witterungsverhältnissen werde es bis zu acht Wochen dauern, bis der Bohrplatz für die tatsächliche Probebohrung fertiggestellt werden könne, so ADX-CEO Paul Fink.

Die Firma ADX erhält für ihr Projekt viel Kritik seitens Naturschützer und Bürgerinitiative, denn: Der Platz für die geplanten Probebohrungen liegt in unmittelbarer Nähe zu einem Naturschutzgebiet. (Foto: Weihbold)

Die Naturschutzabteilung des Landes Oberösterreich hat ihr Urteil gefällt und der Betreiberfirma ADX einen positiven Bescheid für die Gasprobebohrungen in Molln ausgestellt. Damit hat die ADX Vie GmbH, Tochterfirma des australischen Explorationsunternehmens ADX Energy, alle notwendigen Bewilligungen, um im Jaidhaustal nahe des Nationalpark Kalkalpen nach Erdgas zu bohren.

„Wir haben sechs Monate auf den Bescheid gewartet, weil eben viele Gutachten notwendig wurden und der Bescheid deshalb auch sehr ausführlich – auf über 150 Seiten – begründet ist. Das Ergebnis ist nicht mehr revidierbar“, so ADX-CEO Paul Fink. Die Betreiberfirma rechne bereits damit, dass es von Seiten der Bohrgegner Einsprüche gegen den positiven Naturschutzbescheid geben wird. Diese sollten jedoch keine aufschiebende Wirkung haben, so Fink.

Initiative ProGasMolln positiv gestimmt

„Wir begrüßen die Entscheidung der oberösterreichischen Naturschutzbehörde, die Probebohrung zu bewilligen. Wir sind überzeugt, dass wir mit dem erhofften und erwarteten Gasfund nicht nur als Gemeinde profitieren, sondern auch einen gewichtigen Beitrag zur Energieversorgungssicherheit des Landes Oberösterreich, seiner Industrie und Haushalte liefern können“, so Martin Schober, Sprecher der Initiative ProGasMolln und SP-Gemeindevorstand.

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner: Oberösterreich treibt Ausstieg aus fossilen Energien voran – Gas für Übergangsphase weiter nötig

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner zeigt sich ebenfalls positiv gestimmt: „Oberösterreich treibt den Ausstieg aus den fossilen Energien vehement voran. So setzen wir mit unserer OÖ. Wasserstoff-Offensive 2030 insbesondere auf die Schlüsseltechnologie Wasserstoff. Zugleich ist klar, dass es gerade für Oberösterreichs Industrie in einer Übergangsphase noch Energieträger wie Erdgas zur Überbrückung brauchen wird. Daher ist es zu begrüßen, wenn jetzt geprüft wird, ob Erdgasvorkommen in Oberösterreich vorhanden sind und wie rasch diese genutzt werden können. Denn die Nutzung heimischer Erdgasvorräte ist auf jeden Fall sinnvoller als die Verwendung von Flüssiggas, das in den USA chemisch gefrackt und dann mit Tankern, die mit Schweröl betrieben werden, übers Meer nach Europa verschifft wird.“

Umweltdachverband appelliert an OÖ Landesregierung: „Gasbohrungsprojekt muss sofort gestoppt werden“

Kritik an den Entwicklungen rund um die Gasprobebohrungen übt dagegen der Umweltdachverband: Man wolle den Bescheid in den nächsten Tagen intensiv prüfen und, sofern EU-rechtlichen Mängel vorliegen, eine Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht erheben. „Wir fordern Landeshauptmann Thomas Stelzer und Naturschutz-Landesrat Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner auf, das Projekt sofort zu stoppen und ihre Verantwortung gegenüber Mensch und Natur endlich ernst zu nehmen“, so Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes.

Es sei „bitter und beschämend“, dass just zum Start der EU-Klimakonferenz die Entscheidung zum Durchwinken dieses Fossil-Projektes erfolgt sei. „Jede Regierung, die weiter in den Ausbau fossiler Energieträger investiert, betreibt Raubbau an der Natur, setzt Österreichs Klimaziele und in weiterer Folge unsere Lebensgrundlage aufs Spiel“, so Maier.

Grüne: Naturschutzrechtliches Go „schwerst irritierend“

Neben dem Umweltdachverband kündigen auch die Grünen an, den positiven Bescheid prüfen zu wollen. „Dieser positive Bescheid ist keine gute Nachricht und die Botschaft dahinter geradezu irritierend und folgenreich“, reagiert der Grüne Naturschutzsprecher LAbg. Rudi Hemetsberger auf den vorliegenden naturschutzrechtlichen Bescheid zu den Probebohrungen in Molln. „Wir werden uns diesen Bescheid natürlich bis ins Detail ansehen, um zu prüfen, wie hier die Interessen des Naturschutzes gewahrt sind. Für den Fall einer Beanspruchung erwarten wir, dass allfällige Bohrmaßnahmen bis zu einer finalen rechtlichen Klärung durch Höchstgerichte hintangestellt werden. Denn es wird klarerweise Einsprüche geben“, so Hemetsberger.

Umweltschutzorganisation WWF fordert naturverträgliche Energiewende

Auch die Umweltschutzorganisation WWF Österreich kritisiert die vom Land Oberösterreich bewilligte Erdgas-Probebohrung in Molln im Nahbereich des Nationalparks „als völlig falsche Weichenstellung“. „Österreich muss erneuerbare Energien naturverträglich ausbauen und generell deutlich sparsamer mit Energie umgehen. Nur so werden wir langfristig krisensicher. Im Gegensatz dazu sind neue Erdgasförderungen ein klimapolitisches Harakiri-Projekt”, sagt WWF-Energiesprecher Karl Schellmann. Die Erschließung neuer Erdgas-Quellen verzögere eine echte Energiewende und widerspreche der geplanten Klimaneutralität 2040. „Neue Erdgas-Bohrungen brauchen Jahre, bis sie liefern und sind daher in der aktuellen Energiekrise völlig nutzlos. Auch klimapolitisch handelt es sich um ein völlig falsches Signal, noch dazu im Vorfeld der Weltklimakonferenz“, so Schellmann.


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Doktor W.
Doktor W.
02.12.2023 15:57

Erdgas Probebohrung

Ich kann das Geschwurbel von den Klima-Aktivisten nicht mehr hören und sehen. Es beschweren sich diejenigen über Gas und Öl, die selbst Holz oder die hölzernen Erbsen zum Heizen verbrennen. Pellets z.B. verursachen 2 mal so viel CO2 wie Gas und Öl. Und das mal abgesehen von der Energie die zur Herstellungvon Pellets verbraten wird. Also, wenn es wirklich Erdgas in der Breitenau gibt, dann knichts wie rausholen statt das Geld dem Kriegstreiber Putin in den Rachen zu werfen.


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