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BEZIRK KIRCHDORF. Die warmen Temperaturen zeigen ihre Wirkung: Die Tier- und Pflanzenwelt ist heuer ungewöhnlich früh aus ihrer Winterpause erwacht. Für Werner Bejvl vom Verein „Bergma(n)dl“ und Nationalpark-Zoologe Erich Weigand ist dieser neue Rhythmus der Natur auch im Bezirk Kirchdorf deutlich spürbar.

  1 / 2   Das Schneehuhn ist im Nationalpark Kalkalpen vom Aussterben bedroht. (Foto: markmedcalf/stock.adobe.com)

Mit dem bevorstehenden Frühling werden die Tage langsam wieder länger, die Temperaturen wärmer. Geradezu ungewöhnlich warm, wie eine Auswertung der GeoSphere Austria zeigt. Der Jänner war einer der fünf sonnigsten der letzten 100 Jahre. Der Februar verzeichnete im Vergleich zu den Jahren 1961 bis 1990 ein Plus von 7,2 Grad – und der März setzt diesen Trend fort. „Das wirkt sich natürlich auf die Pflanzen- und Tierwelt aus“, sagt Werner Bejvl. Er ist Gründer und Ehrenmitglied des Landschaftspflegevereins „Bergma(n)dl“ in Micheldorf. Die Natur zu beobachten gehört quasi zu seiner Vereinsarbeit. Was ihm dabei besonders aufgefallen ist: „Die Laichzeit der Erdkröten, Gras- und Springfrösche ist bereits in vollem Gange, deutlich früher als sonst“, berichtet Bejvl.

Spürbare Auswirkungen auf Flora und Fauna

Durch die spürbare Klimaerwärmung erwacht die Tier- und Pflanzenwelt immer früher aus der Winterpause. Wie etwa die Hummelköniginnen, die in der Regel erst ab Mitte März aktiv werden: Sie brummten heuer schon Anfang Februar umher. Das Problem dabei: „Wenn die Zugvögel von Süden kommen, sind bestimmte Nahrungsgrundlagen schon weg, weil die Blütezeit der Pflanzen, die Insekten anziehen, bereits vorbei ist“, erklärt Nationalpark-Zoologe Erich Weigand.

Sorge um die Schneehühner

Mit den wärmeren Temperaturen verändert sich auch der Lebensraum vieler Tierarten. So gerät etwa das Schneehuhn in immer ärgere Bedrängnis. „Durch die Höhenwanderung der Vegetation im Nationalpark Kalkalpen – der Wald dehnt sich weiter nach oben hin aus, Grasmatten werden von Latschen verdrängt – bleibt dem Schneehuhn nur mehr wenig Lebensraum“, so Weigand. Die Vogelart gilt im Nationalpark Kalkalpen wegen der Temperatur-Erhöhung mittlerweile als vom Aussterben stark bedroht.

Segelfalter fliegt talwärts

Einer der wenigen Gewinner der Klimaerwärmung ist der Segelfalter. Früher äußerst selten gesichtet, ist die Schmetterlingsart, die warmes Gelände bevorzugt, mittlerweile sogar im Kremstal unterwegs. „Aber auch sogenannte Klima-Gewinner werden über lange Zeit Probleme bekommen. Gerade bei den Schmetterlingen werden durch den Klimawandel viele Arten aussterben“, so Weigand.

Naturbeobachtungen als „Citizen Scientist“ teilen

Wie sich die heimische Insektenwelt entwickelt, daran ist auch der Naturschutzbund Österreich interessiert und sammelt akribisch Daten. Die Bevölkerung ist eingeladen, dabei zu helfen: Als „Citizen Scientist“ können auf der Plattform naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App Naturbeobachtungen eingetragen werden.


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