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Abschluss der Bezirkstour der Landwirtschaftskammer-Funktionäre beim Frühjahrsempfang in Schlierbach

Susanne Winter, MA, 21.03.2024 11:08

SCHLIERBACH. Bezirksbauernkammerobmann Andreas Ehrenhuber freute sich über den Besuch der Landwirte sowie Ehrengäste beim Frühjahrsempfang in der Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschule (LWBFS) Schlierbach.

Beim Frühjahrsempfang stellten sich drei Betriebsführer vor. (Foto: BBK Kirchdorf Steyr)
Beim Frühjahrsempfang stellten sich drei Betriebsführer vor. (Foto: BBK Kirchdorf Steyr)

Hausherr Direktor Martin Faschang, der stets die Türen für die Bauern gerne öffnet, berichtete über hohe Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr und den starken Zulauf in die neu gestaltete Bildungseinrichtung. LK-Präsident Franz Waldenberger und Kammerdirektor Karl Dietachmair stellten sich den Interviewfragen von BBK-Dienststellenleiterin Gabriele Hebesberger. Präsident Waldenberger zeigte dabei zum Teil Verständnis für die Bauernproteste, die in den umliegenden Staaten stattfinden und erläuterte beispielsweise die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur oder die Entwaldungsverordnung, wobei letztere in Österreich kuriose und unverständliche Auswirkungen mit sich bringt. Positiv hob Waldenberger das Impulspaket hervor, welches eine Inflationsanpassung der Fördergelder bewirkt. Kammerdirektor Dietachmair gab zu bedenken, dass sich das Umfeld in der bäuerlichen Interessensvertretung deutlich verändert hat. NGOs und viele andere Interessensgruppen reden bei landwirtschaftlichen Themen mit und machen es oft schwierig, agrarische Positionen durchzusetzen. Dietachmair erklärte die Bedeutung des neu eingeführten AMA-Gütesiegels Getreide und motivierte die Bauern, welche die Teilnahmevoraussetzungen erfüllen und Speise- aber auch Futtergetreide verkaufen, daran teilzunehmen.

Drei bäuerliche Betriebe stellten sich vor

Im Rahmen des Empfangs fand eine Talkrunde mit drei engagierten bäuerlichen Betrieben aus dem Bezirk Kirchdorf statt. Familie Haider aus Steinbach an der Steyr, Familie Füsslberger aus Wartberg an der Krems und Andrea Schöngruber aus Edlbach stellten ihren Betrieb vor. Sie gaben einen Überblick über die Beweggründe für ihre Betriebsausrichtungen und Investitionsentscheidungen.

Familie Haider bewirtschaftet ihren Betrieb mit rund 13 Milchkühen im Nebenerwerb und entschied sich den Betrieb von biologisch auf konventionell umzustellen. Tierwohl ist bereits seit einigen Jahren am Schweinemastbetrieb Füsslberger Thema und der Tierwohlschweinestall ein Projekt, das generationsübergreifend getragen wird. Außergewöhnlich ist auch die Betriebsausrichtung von Andrea Schöngruber mit dem Einstieg in die Entenmast, wofür sie auch mit dem Preis „Bäuerliche Unternehmerin, Kategorie Urproduktion“ ausgezeichnet wurde. Das abendübergreifende Motto „Ist die Landwirtschaft im Wandel?“ wurde bei den vorgestellten Betrieben offensichtlich.

Herkunftskennzeichnung, Vollspaltenverbot und Güllegruben-Abdeckung 

In der anschließenden Diskussion hatten die Landwirte die Möglichkeit, ihre eigenen Erfahrungen und Anliegen einzubringen und sich mit den Experten und anderen Landwirten auszutauschen. Themen wie Herkunftskennzeichnung, das Vollspaltenverbot in der Schweinehaltung und eine drohende Abdeckungsverpflichtung von offenen Güllegruben erhitzten die Gemüter. Die Landwirte forderten Planungssicherheit ein, denn nur so kann die Eigenversorgung an Schweinefleisch in Österreich weiter gewährleistet werden. Sorge haben aber auch die Putenmastbetriebe. Im Lebensmitteleinzelhandel wird österreichisches Putenfleisch aus den Regalen genommen. Es wurde der Ruf laut, den Anteil an österreichischen Lebensmitteln, insbesondere auch beim Putenfleisch, in der öffentlichen Beschaffung zu erhöhen.

Der landwirtschaftliche Frühjahrsempfang war eine gelungene Veranstaltung mit spannenden Einblicken, interessanten Fakten und vielen Möglichkeiten zum Diskutieren und zum Austausch.


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