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Die Bedeutung von Farben und wie sie die Atmosphäre in einem Raum beeinflussen

Sophie Kepplinger, BA, 16.04.2024 20:11

ST. PANKRAZ. Die Macht der Farben: Wie wirken sie auf unsere Raumwahrnehmung? Welche Trends erwarten uns 2024? Antworten darauf liefert Malermeister und Firmenchef Aaron Hirschmugl von „Deer Maler“. Nach Jahren in Graz hat er seinen Firmen- und Lebensstandort zurück in seinen Heimatort St. Pankraz verlegt.

Mut zur Farbe: Ein Grünton an den Wänden bringt Gelassenheit und wirkt beruhigend. (Foto: Deer Maler)
Mut zur Farbe: Ein Grünton an den Wänden bringt Gelassenheit und wirkt beruhigend. (Foto: Deer Maler)

Die Farbenlehre und die Wahrnehmung von Farben spielen eine wichtige Rolle in der Ausbildung von Malern, Beschichtungstechnikern und in den Meisterlehrgängen. Dazu zählt etwa, wie Farben die Raumgröße optisch beeinflussen. „Lange Gänge und Flure wirken oft endlos und verlieren sich im Raum. Im Gegensatz dazu erscheinen Stiegenhäuser aufgrund ihrer Höhe oft sehr imposant. Größere Fassaden hingegen können aus der Ferne eher langweilig und plump wirken. Mit verschiedensten Techniken und Farbgebungen in der Malerei kann man diesen Umständen entgegenwirken“, erklärt Aaron Hirschmugl. So kann ein zu langer oder sehr schmaler Gang durch eine kräftige Farbe an der Stirnwand verkürzt erscheinen. Hohe Wände in Stiegenhäusern können durch Sockel in der Höhe des Lichtschalters optisch gebrochen werden, wie der Malermeister erklärt. „Im Sockelbereich kann man sich mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten wie Spachtel- oder Lasurtechnik austoben, die Oberfläche wird so auch viel widerstandsfähiger gegen Verschmutzungen“, so der 33-Jährige. Ein weiterer Tipp des Pankrazers: Wird die Fassade im oberen, ersten Bereich in einem helleren Farbton gestrichen als im Bereich des Erdgeschoss, wirkt das Haus größer.

Farbtipps fürs Wohnzimmer

Wer das Wohnzimmer farblich aufpeppen möchte, sollte Folgendes bedenken: Das Zimmer ist durch die Einrichtung, wie Bücherregale, Blumentöpfe, Vorhänge und Teppiche, oft schon recht farbenfroh. Bevor man eine Wandfarbe wählt, sollte man zudem den Lichteinfall berücksichtigen. Denn Farben wirken je nach Licht anders, wie etwa ein Grünton: „Ein kräftiger Grünton, der eigentlich Gelassenheit spenden und beruhigend wirken soll, wirkt durch den Schatten schnell gräulich, dunkel und kalt, wenn er an einer Fensterwand gestrichen wird“, warnt der Malermeister.

Kühlende Wirkung von Violett- und Blautönen

„Möchte jemand seinen im Sommer aufgeheizten Dachgeschossausbau etwas kühler wirken lassen, dann können Violett- und Blautöne eingesetzt werden“, verrät Hirschmugl. Violett- und Blautöne wirken zudem entspannend und fördern die Konzentration.

Wer Schwierigkeiten bei der Farbwahl hat, dem empfiehlt der Pankrazer, die Farben zuerst in warme und kalte Farben zu gliedern. „Meiner Erfahrung nach sollte ein Farbfächer erst dann zu Rate gezogen werden, wenn man sich zuvor schon in einem Fachgespräch informiert hat und eine bestimmte Richtung feststeht“, so der 33-Jährige.

Das sind die Trends für 2024

Die Farbtrends für 2024 sind laut Hirschmugl pastellige und erdige Farben. „Goldene oder bernsteinfärbige Akzente an Wänden in Kombination mit einem zeitlosen Salbeigrün vermitteln nicht nur Geborgenheit, sondern sind auch zeitlos anzusehen. Knalligere Farben dagegen haben den Nachteil, dass man sich nach einigen Monaten daran satt gesehen haben könnte“, so der Malermeister. Für Mutigere bleiben auch die Naturtapeten 2024 noch hoch im Kurs. „Lasurtechniken haben seit ein paar Jahren eher ausgedient, aber Spachteltechniken und Imitationen wie zum Beispiel Sichtbetonimitation sind bei Architekten immer noch beliebt“, so Hirschmugl.


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