Badeunfall: Bei einem Notfall zählt jede Sekunde
BEZIRK KIRCHDORF. Die Nichtschwimmerzahl steigt und immer wieder enden Badeunfälle tödlich. Vor allem kleine Kinder sind gefährdet, denn viele können nicht mehr schwimmen.

Laut Erhebungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit kann jeder Zehnte zwischen fünf und 19 Jahren nicht schwimmen. Statistiken zufolge ertrinken jedes Jahr zwischen 22 und 47 Menschen in Österreich. Bei tödlichen Kinderunfällen ist Ertrinken die zweithäufigste Todesursache. Bei Kleinkindern in der Altersgruppe zwischen null und fünf Jahren sogar die häufigste.
Laut Statistik unterscheiden sich die Orte und Situationen, die für Kinder gefährlich werden können, je nach Alter. Die meisten Ertrinkungsunfälle ereignen sich bei Kindern im Alter von null bis fünf Jahren zu Hause im eigenen Garten, zum Beispiel im Pool oder Planschbecken. Bei den Fünf- bis Neunjährigen ist es vor allem in öffentlichen Schwimmbädern gefährlich: Ursachen sind oft geringe Schwimmkenntnisse oder plötzliche Panik.
Bei Zehn- bis 14-Jährigen ereignen sich Unfälle vor allem in Seen, Flüssen oder durch Einbrechen in Eis.
Kein Hilferuf: Kinder ertrinken still
Sehr kleine Kinder beginnen nicht automatisch zu strampeln, wenn sie ins Wasser fallen. Typischerweise „erstarren“ sie beim Kontakt mit dem Wasser und gehen sofort unter. Auch im seichten Wasser aufzustehen, kann für Kleinkinder zum Problem werden. Sie verlieren schnell die Orientierung, zudem schaffen sie es durch den Auftrieb nicht oder nur sehr schwer, die Beine unter den Körper zu ziehen und sich aufzustellen. Daher kann auch seichtes Wasser zur Gefahr werden. Generell sind Kinder, die noch nicht schwimmen können, bei ihrem Abwehrkampf gegen das Ertrinken nicht in der Lage, Mund und Nase über der Wasseroberfläche zu halten. Sie können daher nicht um Hilfe rufen.
Lebenskompetenz Schwimmen
Das Jugendrotkreuz startet daher bereits in der Volksschule mit verschiedenen Programmen zur Unterstützung der Pädagogen in der Schwimmförderung, wie etwa mit den Aktionen „Unsere Klasse schwimmt“ und dem „Pinguincup“. Alleine im vergangenen Schuljahr legten 549 Kinder und Jugendliche im Bezirk Kirchdorf ein Schwimmabzeichen mit dem Jugendrotkreuz ab. 18 Personen machten eine Rettungsschwimmerausbildung.
ROKO im Kindergarten
Bereits im Kindergarten bietet das Jugendrotkreuz mit ROKO altersgerechte Unterrichtsmaterialien. Eine App und Online-Materialien zum Thema Schwimmen und Sicherheit im Wasser ergänzen das Angebot für Schulkinder.
Erste Hilfe rettet Leben
„Besonders bei Badeunfällen zählt im Notfall jede Sekunde“, weiß Bezirksrettungskommandant Alexander Kaineder und erklärt: „Grundsätzlich gilt, dass die betroffene Person so rasch wie möglich aus dem Wasser kommt. Danach sind die Lebensfunktionen zu kontrollieren und entsprechend zu reagieren.“
Wie man im Fall der Fälle reagiert, erfahren die Teilnehmer von Erste-Hilfe-Kursen, die regelmäßig an den Dienststellen des Roten Kreuzes Kirchdorf stattfinden.
Mehr zum Thema: Wassergewöhnung mit einfachen Übungen als Basis für sicheres Schwimmen


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