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REGION STEYR-KIRCHDORF. In den Monaten Dezember und Jänner hatten die Unfallchirurgen in den Spitälern in Kirchdorf und Steyr mit verunglückten Wintersportlern jede Menge zu tun.

Primar Harald Stöcher (Foto: OÖG/Derflinger)
Primar Harald Stöcher (Foto: OÖG/Derflinger)

Bereits 395 Verletzte mussten im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum (PEK) nach Unfällen auf der Piste behandelt werden. Im Vergleich zum Vorjahr (311) ist das über ein Viertel mehr an Patienten, welche nach Ski- oder Snowboardunfällen im Klinikum an beiden Standorten versorgt werden mussten.

Komplizierte Brüche, mehr schwere Verletzungen

Schwere Knieverletzungen, Unterschenkelbrüche und Schulterverletzungen sind mittlerweile sehr typische Verletzungsmuster. Tendenziell nimmt die Schwere der Verletzungen in den letzten Jahren zu. Waren es früher oftmals „nur“ Bänderrisse, sind immer häufiger Knochenbrüche und Wirbelsäulenverletzungen zu behandeln.

„Heuer gab es wie bereits im letzten Jahr wieder vermehrt Verletzungen im Stammbereich, wie zum Beispiel Wirbelsäulen- und Beckenbrüche, die meist deutlich schwerer als Beinverletzungen und mitunter auch lebensbedrohlich sein können. Auch hatten wir mehrmals Verletzungen der inneren Organe wie Milzrupturen, die operativ dringlich versorgt werden müssen“, erklärt Primar Harald Stöcher, Leiter der Abteilungen für Unfallchirurgie im PEK.

Eine Ursache für viele Unfälle und schwere Verletzungen sind Zusammenstöße zwischen den Sportlern. Deshalb sollte man beim Losfahren und dem Pistenqueren besonders achtsam sein und überhöhte Geschwindigkeit vermeiden. „Umso schneller man auf seinen Brettern oder am Board unterwegs ist, umso schwerer sind häufig die Verletzungen“, betont Stöcher. „Vor allem im Kopf- und Wirbelsäulenbereich sehen wir hier immer wieder sehr schwere und teils lebensbedrohliche Verletzungen mit Folgeschäden.“

Helm schützt

Nicht zu unterschätzen ist laut dem leitenden Unfallchirurgen, dass vor allem am Nachmittag die Unfallhäufigkeit steigt. „Viele Ski- und Snowboardfahrer überschätzen sich schlichtweg. Vor allem nachmittags sehen wir vermehrt Verletzungen der Extremitäten durch die auftretende Müdigkeit und Überanstrengung.“ Vorbereitung und körperliche Fitness seien das A und O. 

Um vor allem Kopfverletzungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, immer einen Helm zu tragen. Nur dadurch können die Risiken, welche beim Skisport durch Kopfverletzungen bestehen, minimiert werden. „Häufig werden die Geschwindigkeiten, welche auf den Skiern oder am Snowboard erreicht werden, unterschätzt. Vor allem durch die Verbesserung des Materials und die dementsprechenden Pistenverhältnisse bringen die Ski- und Snowboardfahrer heutzutage weit höhere Geschwindigkeiten auf den Schnee, als noch vor vielen Jahren“, erläutert Stöcher. 

Auch wenn die Pause abseits der Piste mit Musik und Getränken zum Verweilen einlädt, empfiehlt sich während eines Skitags keinen Alkohol zu konsumieren. Dieser macht müde, verlangsamt die Reaktion und die Entscheidungsfindung. Zudem führt der Alkoholkonsum häufig zur Überschätzung des eigenen Könnens. „Wir sehen immer wieder, dass alkoholisierte Ski- und Snowboardfahrer, vor allem am späten Nachmittag und Abend, mit Verletzungen ins Klinikum kommen“, beschreibt der Unfallchirurg.


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