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Ein Hof voller Hoffnung und ein Studio voller Geschichten in Nußbach

Maya Lauren Matschek, 23.03.2026 15:00

NUßBACH. Ende April wird es prominent im Nußbacher Hof-Sound-Media-Studio: Musicalproduzent Friedrich Kurz ist zu Gast bei Hoffnungs.TV. Hausherr Günter Kremshuber richtet seinen Fokus künftig ganz auf den Verein – sein Gewerbe will er noch heuer beenden.

Günter Kremstaler im Regiesessel in seinem TV-Studio. (Foto: Tips/Matschek)
  1 / 9   Günter Kremstaler im Regiesessel in seinem TV-Studio. (Foto: Tips/Matschek)

Zwischen Feldern und sanften Hügeln von Nußbach führt eine schmale Zufahrt zu einem Hof, der auf eine lange Geschichte zurückblickt. Hunderte Jahre alt ist das Gebäude, erzählt Günter Kremshuber, als er die Haustür öffnet. Viele Menschen kommen jedes Jahr hierher. Was sie suchen, ist nicht Landwirtschaft – sondern Medienproduktion, Gespräche und ein Stück Hoffnung.

200-Quadratmeter Studio im alten Vierkanthof

Im Obergeschoss eines eigenen Trakts des alten Vierkanters liegt das Herzstück seines Schaffens. Auf rund 200 Quadratmetern hat Günter Kremshuber hier alles untergebracht, was er für seine Arbeit braucht: das Filmstudio mit Talkrunde-Kulisse und Greenscreen, den großen Empfangsraum in der Mitte, rechts daneben das Tonstudio mit einer verglasten und schallgedämmten Kabine für Sprachaufnahmen und Filmvertonung – und auch ein Lagerraum im unteren Geschoss gehört dazu. Alles ist in diesem einen Hoftrakt gebündelt. „So ist Arbeit und Freizeit räumlich zumindest auch ein bisschen getrennt“, sagt Kremshuber. Gewohnt wird nämlich auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes.

Zwischen Glaube und Gestaltung

Schon beim Betreten fällt der Blick auf einen bunten Tisch im Empfangsraum. Eine christliche Künstlerin hat ihn gestaltet, erzählt Kremshuber. In Farben, Figuren und kleinen Details versucht sie darauf, Szenen aus der Bibel festzuhalten. Es ist ein auffälliges Möbelstück – und zugleich ein Hinweis darauf, dass hier Technik und Glaube zusammenkommen.

Drehs im hauseigenen TV-Studio

Links öffnet sich die Tür zum TV-Studio. Mehrere Kameras stehen im Raum verteilt, unauffällig, fast beiläufig. In der Mitte eine kleine Kulisse: ein runder Tisch, drei Sessel - das traditionelle Setting für eine Talkrunde. Gegenüber befindet sich die Regie – ein Tisch voller Technik, an dem Bild und Ton zusammenlaufen, Kameras gesteuert und Szenen geschnitten werden. „Eigentlich ist meine Aufgabe das Filmen und der Schnitt“, sagt Kremshuber. Genau darin liegt seine Leidenschaft.

Tonstudio und aufwendige Produktionen

Rechts neben dem Empfangsraum befindet sich das Produktionsstudio. Eine schallgedämmte Glaskabine für Sprachaufnahmen gehört ebenfalls dazu, für präzise Aufnahmen. Fünf verschiedene professionelle Mikrofone stehen bereit. Hier entstehen Moderationen, Ansagen oder Tonspuren. Kremshuber zeigt einen Werbespot, den er für die kroatische Insel Brač produziert hat. Drei Minuten Film – doch dahinter steckte rund ein Monat Arbeit in der Fernproduktion. „Damit man einmal sieht, was da alles dahinter steckt“, sagt er.

Vom Musiker zum Medienprofi

Mit Medien arbeitet Kremshuber schon seit Jahrzehnten. Musik und Ton begleiteten ihn früh. Statt eines Mopeds kaufte er sich als Jugendlicher eine Synthesizer. 1985 besuchte er einen Programmierkurs, 1999 absolvierte er die Unternehmerprüfung. Schritt für Schritt entstand daraus das, was heute sein Lebenswerk ist.

Aus Kornspeicher wird Studio

Einer seiner ersten Projekte waren verschiedene CD-Produktionen, zum Beispiel Aufzeichnungen von Chören, sowie DVDs für Unternehmen. 2005 baute Kremshuber den alten Kornspeicher seines Hofes zu einem Filmstudio um - und das Gewerbe Hof-Sound-Media entstand. Zwei Jahre später stieg er intensiver in die Filmtechnik ein: Wirtschaftsfilme in HD, Hochzeiten, Veranstaltungen. Viele Aufträge kamen aus der Werbebranche. Für das größte Tierheim der Welt in Deutschland bekam er von Fernsehsendern wie RTL2 und ProSieben Material und bearbeitete es für einen Werbespot für das Deutsche Kino.

Hunderte Projekte umgesetzt

Hunderte Projekte wurden in den vergangenen Jahrzehnten im Studio umgesetzt. Heute zählt das von ihm gegründete Hof Sound Media Studio zu den bekannten Produktionsstätten in Oberösterreich.

Hoffnungs.TV als Herzensprojekt

Doch Kremshuber produziert nicht nur Auftragsarbeiten. Ein Herzensprojekt ist der Verein Hoffnungs.TV, den er 2025 erstmals angemeldet hat. Rund 30 Mitglieder gehören dazu, etwa zehn davon arbeiten aktiv mit. Die Gruppe ist bunt gemischt: Menschen aus dem Marketing, ein Mittelschullehrer, Geschäftsführer – viele engagieren sich ehrenamtlich.

Talks mit bekannten Persönlichkeiten

Einmal im Monat finden im Studio Talkshows statt, die anschließend auf der Website des Vereins veröffentlicht werden. Hochkarätige Persönlichkeiten kommen dafür nach Nußbach, um über unterschiedliche Themen zu sprechen. „Wir wollen einen Gegenpol zu den vielen negativen Nachrichten im Mainstream setzen“, sagt Kremshuber. Auf dem Kanal gehe es viel um Christlichen Glauben, Hoffnung und Naturmedizin – aber auch um Kultur, persönliche Geschichten und gesellschaftliche Themen.

Prominenter Gast angekündigt

Der nächste Themenschwerpunkt trägt den Titel „Gospels und Kultur“. Als Gesprächspartner ist der deutsche Autor und Musicalproduzent Friedrich Kurz geplant. Kennengelernt haben sich die beiden im Dezember 2025 in Salzburg. Kurz, 1948 in Nürtingen geboren, prägte die deutschsprachige Musicalszene maßgeblich: Er produzierte unter anderem „Cats“ (1986) in Hamburg, „Starlight Express“ (1988) in Bochum und „Das Phantom der Oper“ (1990) in Hamburg – allesamt große Erfolge. Laut Kremshuber werde der Deutsche künftig seinen Lebensmittelpunkt nach Salzburg verlegen.

Engagement für Menschen in Not

Mit seinem Verein möchte Kremshuber Menschen Mut machen. „Hoffnungs.TV soll Menschen in schwierigen Situationen aufbauen, Zufriedenheit fördern und die Menschen auffangen, damit sie aufblühen“, sagt der 61-Jährige.

Zwischen Arbeit und Landwirtschaft

Während er durch die Räume seines Studios führt, wird deutlich, wie viel Arbeit hinter dem Projekt steckt. Neben dem Studio betreibt Kremshuber auch Landwirtschaft – ein Stück Wald gehört zum Hof – und arbeitet zusätzlich in einem Unternehmen. „Meiner Frau habe ich eigentlich einmal ein ruhiges Leben versprochen“, sagt er und lächelt.

Ganz ruhig ist es auf dem Hof allerdings selten geworden.

Neuer Lebensabschnitt geplant

Jetzt plant er den Ruhestand. Sein Gewerbe will er noch heuer abmelden. Ganz aufhören wird er aber nicht – im Gegenteil: Künftig möchte er sich ganz auf den Verein konzentrieren.

„Dann mache ich nur noch das, was mir am meisten Freude macht“, sagt er. Und meint damit: „Filmbeiträge erstellen, schneiden und Geschichten erzählen.“


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