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BEZIRK KIRCHDORF. Mehr als zwei Drittel der Taferlklassler im Bezirk Kirchdorf tragen inzwischen eine Warnweste – und sind damit deutlich besser sichtbar. Warum der positive Wert noch kein Grund zur Entwarnung ist und worauf es jetzt ankommt.

Bei der Warnwesten-Überprüfung in Roßleithen (Foto: Zivilschutz OÖ)
Bei der Warnwesten-Überprüfung in Roßleithen (Foto: Zivilschutz OÖ)

Oberösterreichweit tragen heuer 64,8 Prozent der Erstklässler eine Warnweste. Im Jahr davor waren es noch deutlich weniger. Für Zivilschutz-Präsident Michael Hammer ist das „ein erfreulicher Anstieg“. Gleichzeitig bremst er die Euphorie: Die Werte schwanken von Jahr zu Jahr, von einer klaren Trendwende könne man noch nicht sprechen. Wichtig bleibe, dass Eltern ihre Kinder immer wieder daran erinnern und für das Thema sensibilisieren.

Kirchdorf leicht über dem Schnitt

Im Bezirk Kirchdorf liegt die Tragequote mit 67,3 Prozent etwas über dem Landesschnitt. Bezirksleiterin Elisabeth Leitner zeigt sich zufrieden, sieht aber weiterhin Handlungsbedarf: „Ich freue mich, dass wir über dem Oberösterreich-Schnitt liegen, aber es ist ein Resultat, auf dem wir uns nicht ausruhen wollen. Wir werden weiterhin einen Schwerpunkt auf dem Thema Sicherheit im Straßenverkehr legen. Auch wenn die Schüler meist reflektierende Streifen bzw. Anhänger an der Schultasche oder der Kleidung haben, ersetzen diese doch nicht die signalgelbe Warnweste.“

Auffällig: Viele Kinder werden inzwischen mit dem Auto zur Schule gebracht. Dadurch bleibt die Warnweste oft im Schrank.

Sichtbarkeit wird greifbar gemacht

Um die Wirkung der Westen zu zeigen, greifen die ehrenamtlichen Zivilschutz-Beauftragten zu einem einfachen Trick. Sie fotografieren die Kinder in einem abgedunkelten Raum – einmal ohne Blitz, einmal mit. Auf dem zweiten Bild leuchten die reflektierenden Streifen deutlich auf. Ein Aha-Erlebnis für viele.

Wer die Warnweste trägt, wird bei den Schulbesuchen mit kleinen Geschenken belohnt. Kinder ohne Weste bekommen diese, wenn sie sie am nächsten Tag anziehen.

Ehrenamtlicher Einsatz in den Morgenstunden

Die Überprüfungen finden jedes Jahr in den Wintermonaten statt – früh am Morgen, vor Unterrichtsbeginn. Leitner bedankt sich ausdrücklich bei den vielen Freiwilligen, die sich dafür Zeit nehmen.

Gerade in der dunklen Jahreszeit sei die Sichtbarkeit entscheidend. Mit Warnweste werden Kinder laut Zivilschutz schon aus rund 150 Metern erkannt – ohne oft erst aus etwa 30 Metern.

Vorbildwirkung zählt

Neben der richtigen Ausrüstung spielt auch das Verhalten eine Rolle. Eltern sollen den Schulweg mit ihren Kindern üben und Gefahrenstellen zeigen. Und sie haben eine wichtige Vorbildfunktion: Wer selbst sichtbar unterwegs ist, setzt ein Zeichen.


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