Kremstaler Wirtschaft: Studie zeigt Potenzial von regionalen Kooperationen
SCHLIERBACH. Seit mehr als einem Jahr beschäftigen sich Unternehmen, freiberuflich Tätige und landwirtschaftliche Betriebe aus der Region Kremstal im Projekt „KoWIR“ mit der Frage, wie Kooperationen die regionale Wirtschaft stärken können. Studia Schlierbach begleitete den Prozess wissenschaftlich und untersuchte Erfolgsfaktoren für wirtschaftliche Zusammenarbeit, die Vernetzung der Betriebe sowie deren regionale Wertschöpfung.

Zu Beginn analysierte das Studienzentrum für Internationale Analysen (Studia) bestehende wirtschaftliche und landwirtschaftliche Kooperationen. Die Auswertung zeigt, dass eine gemeinsame Vision, klare Ziele, eine gelebte Kooperationskultur und persönliches Engagement wichtige Voraussetzungen für langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit sind.
Neben wirtschaftlichen Vorteilen für einzelne Betriebe können Kooperationen auch die Widerstandsfähigkeit der regionalen Wirtschaft stärken. Beispiele dafür sind der Austausch über betriebliche Herausforderungen, gemeinsame Aus- und Weiterbildungsangebote oder die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.
Geschäftsbeziehungen größtenteils Kunden-Lieferanten-Verbindungen
Zusätzlich wurde eine Soziale Netzwerkanalyse für die Region Schlierbach, Oberschlierbach, Kirchdorf, Micheldorf, Inzersdorf, Pettenbach, Wartberg und Nußbach durchgeführt. Dabei wurde untersucht, wie Unternehmen miteinander verbunden sind. Laut STUDIA gibt es einige stark vernetzende Akteure, während die meisten Beziehungen vor allem auf klassischen Kunden-Lieferanten-Verbindungen beruhen. Kooperationen, die darüber hinausgehen – etwa durch gemeinsame Weiterbildungen, regelmäßigen Erfahrungsaustausch oder neue Geschäftsmodelle – könnten das regionale Wirtschaftsnetzwerk weiter stärken.
Bschoad-Binkerl als Fallbeispiel für regionalwirtschaftliche Auswirkungen
Auch die regionalwirtschaftlichen Auswirkungen von Kooperationen wurden anhand von zwei Fallbeispielen untersucht. Eines davon war das Bschoad-Binkerl aus Schlierbach. Die Auswertung ergab, dass nahezu 90 Prozent der verkauften Produkte aus der Region Steyr-Kirchdorf stammen und damit Umsätze sowie Arbeitsplätze in der Region sichern.
Die Ergebnisse wurden den Projektteilnehmern präsentiert und diskutiert.
Das Projekt „KoWIR“ läuft noch bis Ende des Jahres 2026. Der Verein Schlierbacher Wirtschaft, der das Projekt initiiert und begleitet, zieht eine positive Zwischenbilanz. „Darüber hinaus läuft auch der Prozess besser als erwartet!“, freut sich der Vereinsvorstand.
Hintergrund und Zusatzinfos zum Projekt „KoWIR“
Das Projekt „KoWIR“ wird vom Österreichischen Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, dem Land und der Europäischen Union gefördert.
Informationen zum Verein und ein Beitritt ist möglich unter kremstalerwirtschaft.at


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