Schienenoffensive: Drei Bahnprojekte sollen den Bezirk Kirchdorf stärken
BEZIRK KIRCHDORF/MICHELDORF. Mit der Verlängerung der S4 bis Micheldorf, dem geplanten Neubau des Bosrucktunnels und der Modernisierung der Almtalbahn stehen im Bezirk Kirchdorf drei bedeutende Bahnprojekte bevor. Der Bund will damit den öffentlichen Verkehr ausbauen, die Pyhrnachse leistungsfähiger machen und gleichzeitig den Wirtschaftsstandort stärken.

In Micheldorf informierten Infrastrukturminister Peter Hanke, Micheldorfs Bürgermeister Horst Hufnagl und Nationalratsabgeordneter Reinhold Binder (alle drei SPÖ) über die geplanten Investitionen. Sie betonten übereinstimmend die Bedeutung moderner Schieneninfrastruktur für Mobilität, Wirtschaft und Beschäftigung.
Verbesserungen für Pendler
Bereits mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 soll die S4 bis Micheldorf verlängert werden. Gemeinsam mit dem erst im Frühjahr modernisierten Bahnhof soll dadurch das Nahverkehrsangebot verbessert und insbesondere Pendlern eine attraktivere Verbindung in den oberösterreichischen Zentralraum geboten werden.
Nach Angaben des Bundes verlassen täglich mehr als 20.100 Arbeitnehmer ihre Heimatgemeinde im Bezirk Kirchdorf, um zur Arbeit zu pendeln. Rund 9.200 fahren in einen anderen Bezirk Oberösterreichs, mehr als 1.200 in ein anderes Bundesland. Die Investitionen sollen daher vor allem den Alltag vieler Pendler erleichtern.
Infrastrukturminister Peter Hanke sieht darin einen doppelten Nutzen: „Eine moderne Schieneninfrastruktur ist die Grundlage für einen starken Wirtschaftsstandort und hohe Lebensqualität. Mit diesen drei Projekten investieren wir gleichzeitig in bessere Mobilität, leistungsfähige Verkehrsverbindungen und sichere Arbeitsplätze“, betonte der Minister.
Almtalbahn wird modernisiert
Auch die Almtalbahn soll in den kommenden Jahren umfassend modernisiert werden. Laut ÖBB-Rahmenplan 2027 bis 2032 sind dafür Investitionen von rund 150 Millionen Euro vorgesehen. Ziel ist es, die Infrastruktur zu erneuern, das Angebot für Berufspendler, Schülerinnen und Schüler sowie den Tourismus auszubauen und die Anbindung an den öffentlichen Verkehr insgesamt zu verbessern.
Für Bürgermeister Horst Hufnagl sind die Vorhaben ein wichtiger Schritt für die gesamte Region: „Diese drei Bahnprojekte sind für Micheldorf und den Bezirk ein Meilenstein. Sie stärken unsere Gemeinden als Wohn- und Wirtschaftsstandort und erhöhen die Lebensqualität. Wer in die Schiene investiert, investiert direkt in die Zukunft unserer Region.“
Bosrucktunnel stärkt die Pyhrnachse
Ein weiteres Schlüsselprojekt ist der Neubau des Bosrucktunnels. Er soll die Pyhrnachse als wichtige Nord-Süd-Verbindung leistungsfähiger machen, zusätzliche Kapazitäten für den Personen- und Güterverkehr schaffen und die Fahrzeit zwischen Linz und Selzthal verkürzen. Derzeit laufen die Vorarbeiten zur Trassenauswahl gemeinsam mit der Region.
Investitionen auch für den Wirtschaftsstandort
Neben der besseren Mobilität soll der Bahnausbau auch die heimische Wirtschaft stärken. Öffentliche Investitionen sollen Wertschöpfung im Land sichern und Arbeitsplätze schaffen. Gerade Oberösterreich verfügt über eine starke Bahnindustrie mit zahlreichen Zulieferbetrieben und Fachkräften.
Nationalratsabgeordneter Reinhold Binder betonte die wirtschaftliche Bedeutung der Projekte: „Jeder Euro, den wir in die Schiene investieren, soll doppelt wirken: Er verbessert die Mobilität der Menschen und schafft gleichzeitig heimische Wertschöpfung und sichere Industriearbeitsplätze. Unser Ziel ist klar: Österreich soll zur Bahnfabrik Europas werden.“


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