Micheldorferinnen setzen ein Zeichen gegen Alltagssexismus
MICHELDORF. „Lächle doch mal!“ – dieser Satz klingt oft harmlos, kann aber Grenzen überschreiten. Bei einem Projekttag im Jugendzentrum Micheldorf machten 15 Mädchen und Frauen ihre Erfahrungen mit solchen Aussagen sichtbar.

Jugendzentrumsleiterin Hannah Pölzguter gestaltete die Aktion „Lächle doch mal“ gemeinsam mit den Besucherinnen des Jugendzentrums (JUZ). Auf weißen, übergroßen T-Shirts hielten die Teilnehmerinnen Aussagen fest, die viele Mädchen und Frauen aus ihrem Alltag kennen. Dazu wurde gesprochen, gemeinsam gegessen und gefilmt.
„Ich wollte bewusst keinen klassischen Workshop daraus machen. Es sollte sich eher wie ein Treffen von Freundinnen anfühlen: reden, lachen, Pizza essen, sich kennenlernen und gemeinsam kreativ ein Zeichen setzen“, erzählt Pölzguter.
Grenzen selbst bestimmen
Das Projekt befasst sich mit Alltagssexismus, Grenzüberschreitungen und unerwünschten Kommentaren. Pölzguter möchte damit auf Aussagen aufmerksam machen, die Mädchen und Frauen erleben und teils bereits als normal ansehen.
„Nein? Ich bin nicht dein Unterhaltungsprogramm. Ich lache dann, wann ICH will“, lautet ihre Antwort auf den Satz „Lächle doch mal“. Dahinter stehe eine klare Haltung: „Ich muss nicht jede Aussage hinnehmen. Ich darf antworten, laut sein, Grenzen setzen und selbst entscheiden, wann ich lächle.“
Verschiedene Altersgruppen vereint
Am 18. September nahmen 15 Mädchen und Frauen verschiedener Altersgruppen an der Aktion im Micheldorf ÖG-Jugendzentrum teil. In den Gesprächen sei rasch deutlich geworden, dass solche Situationen in vielen Bereichen des Alltags vorkommen können.
„Gerade das fand ich so schön, weil uns dieselbe Sache verbunden hat – egal, wie alt wir sind oder wo wir gerade im Leben stehen“, sagt Pölzguter. Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen hätten sie berührt und darin bestärkt, das Thema weiter sichtbar zu machen.
Projekt geht weiter
Der Projekttag war Teil der Kampagne „Zivilcourage – Goschn hoitn bringt nix!“ der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) Oberösterreich und des Bundeskanzleramts. Unterstützt wurde die Aktion vom Oberösterreichischen Jugendcenter-Unterstützungsverein (JCUV).
Pölzguter will nun das Material aufbereiten, eine Abschlussarbeit fertigstellen und das Projekt präsentieren. Die Botschaft von „Lächle doch mal“ soll auch danach weiterwirken.








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