Giftige Röststoffe werden oft mitgegessen
STEYRLING. Fett, Zucker, Fleisch und Alkohol – das Weihnachtsessen ist kein Zuckerschlecken für unseren Organismus. Allgemeinmedizinerin Angelika Reitböck aus Steyrling warnt vor giftigen Röststoffen, die beim Braten entstehen können.

Wenn wir einen Braten essen, dann nehmen wir damit auch giftige Benzpyrene – also Röststoffe – auf, die beim Braten entstehen. An der Bratenoberfläche bilden sich beim Zubereiten auch noch andere giftige Röststoffe, zum Beispiel das 3-Amino-1-Methyl-5 H - Pyrido-Indol. „Daher sollte man, auch wenn es verlockend ist, auf die Bräunungsstufe achten – zu dunkel oder fast schwarz gebratenes Fleisch kann, wenn es häufig auf den Teller kommt, langfristig großen Schaden anrichten und im schlimmsten Fall eine Krebserkrankung auslösen,“ warnt Angelika Reitböck, Allgemeinmedizinerin aus Steyrling und Referentin für Vorsorge- und Gesundheitsmanagement der Ärztekammer für Oberösterreich.
Salbei, Oregano und Senf
Das Einreiben von Fleisch mit Salbei- oder Oreganoblättern, sowie der zusätzliche Genuss von Senf zum Fleisch vermögen Röststoffe zu neutralisieren. „Ein bunter Teller mit zusätzlich viel Gemüse und Salat bringt dann alles noch ins Lot und sorgt für Harmonie am Gaumen und im Kraftwerk des Körpers“, weiß die Expertin.
Acrylamid bei Pommes & Co
Doch nicht nur beim Braten entstehen Röststoffe, die uns schaden, auch bei den Beilagen ist Vorsicht geboten. Werden etwa kohlehydratreiche Lebensmittel stark geröstet, etwa durch Backen, Braten oder Frittieren, wird bei Temperaturen über 180 Grad Celsius Acrylamid gebildet: Das entsteht immer dann, wenn in einem Lebensmittel Stärke oder Zucker und die Aminosäure sparagin gemeinsam erhitzt werden. Kekse, Kuchen oder Kartoffeln haben häufig einen hohen Acrylamidgehalt. In Tierexperimenten erwies sich Acrylamid bei Maus und Ratte als krebserregend. „Daher sollte hier die Devise Gold statt Braun lauten. Denn die Petersilkartoffeln oder die Weihnachtsbäckerei schmecken auch, wenn sie nur leicht Farbe angenommen haben.“ Im Zweifelsfall können auch naturbelassene dampfgegarte Kartoffeln, eventuell mit etwas Butter und Rosmarin verfeinert, ausgesprochen köstlich munden.
Genügend Wasser trinken
Generell sollte man sich Weihnachten nicht geißeln, aber bewusst genießen. Zudem rät die Expertin: „Viel Wasser trinken: So wird einerseits der Durst gelöscht und andererseits auch der Körper entschlackt. Rund zwei Liter Wasser eignen sich dafür am besten“, betont Reitböck.


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