Debatte über Covid-19 Impfung in den Apotheken

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Wolfgang Ziegler, stellvertretender Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte und Hausarzt in Kremsmünster (Foto: Ärztekammer OÖ/Tom Mesic)
Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 20.04.2021 12:08 Uhr

OÖ. Kontrovers diskutiert wird derzeit, ob Corona-Impfungen in den Apotheken durchgeführt werden sollten. Gegenüber den OÖ Nachrichten hieß es seitens der Apothekerkammer, man sei bestens gerüstet. Die Ärztekammer erteilt dem Angebot jedoch eine klare Absage.

Die Apothekerkammer hat angeboten, dass Apotheker Corona-Impfungen flächendeckend durchführen könnten, schließlich sei das Personal akademisch ausgebildet und gut geschult. Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Apothekerkammer, meinte gegenüber den OÖ Nachrichten, in den Apotheken stehe „akademisch ausgebildetes Personal“ zur Verfügung, die Beratung über Corona-Impfstoffe gehöre schon jetzt zum Tagesgeschäft.

„Impfende ohne Erfahrung“

Das sieht die Ärztekammer nicht so. „Niemand braucht Impfende ohne Erfahrung. Es fehlt an Impfstoff, nicht an Ärzten, die impfen können und wollen“, erteilt Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer Oberösterreich, dem Angebot eine klare Absage: „Es stimmt zwar, dass in Apotheken akademisches Personal zur Verfügung steht – aber kein ärztliches. Und das ist entscheidend. Apotheker haben beispielsweise keine Ahnung von der Behandlung akuter Nebenwirkungen. Sollte es diese geben, geht der Patient dann zur Apotheke – oder doch zum Arzt? Apotheken übernehmen dann keine Verantwortung!“

Auch in den Impfstraßen werde die Impfung von geschultem medizinischem Personal verabreicht. „In den Impfstraßen sind bestens geschulte Ärzte, die selbst impfen bzw. die Sanitäter, die die Impfungen verabreichen, beaufsichtigen. Dort ist man auf alle Eventualitäten vorbereitet“, betont Niedermoser.

Ärzte warten auf Impfstoff

Wolfgang Ziegler, stellvertretender Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte und Hausarzt in Kremsmünster, sagt: „Dass die Apothekerkammer sich jetzt aufdrängt, ist purer Aktionismus. Denn wir alle warten derzeit sehnsüchtig darauf, dass Impfstoff geliefert wird.“ Derzeit herrscht jedoch bekanntlich in ganz Europa Impfstoff-Knappheit. „Das Gebot der Stunde ist, dass möglichst rasch möglichst viel Impfstoff nach Österreich geliefert wird. BioNtech/Pfizer hat ja angekündigt, Lieferungen vorzuziehen – das ist hervorragend. Wenn der Impfstoff da ist, werden die Ärzte ihn so rasch wie möglich verimpfen – dafür brauchen wir keine Impfenden ohne Erfahrung und ohne passende Infrastruktur“, sagt Peter Niedermoser deutlich. Und Wolfgang Ziegler ergänzt: „Die niedergelassenen Ärzte könnten die Apotheker aber dadurch entlasten, dass wir in den Ordinationen auch Medikamente abgeben.“

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