Akute Durchblutungsstörungen in den Beinen

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Adam Dinnewitzer, Leiter der Abteilung für Chirurgie am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf Steyr (Foto: OÖG)
Sophie Kepplinger Sophie Kepplinger, Tips Redaktion, 22.07.2021 18:33 Uhr

KIRCHDORF AN DER KREMS/STEYR. Bei plötzlich auftretenden und starken Schmerzen in den Beinen sollte laut Adam Dinnewitzer, Leiter der Abteilung für Chirurgie am Pyhrn- Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf Steyr, sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden.

Bei Durchblutungsstörungen kann das Blut nicht mehr ungehindert durch die Gefäße fließen. In den Arterien entwickeln sie sich entweder chronisch – meist infolge von Verkalkungen – oder treten akut auf. In Oberösterreich sind jährlich etwa 300 bis 500 Personen von akuten arteriellen Gefäßverschlüssen der unteren Extremität betroffen. Auch Venen können von einem Verschluss betroffen sein. Je nachdem, ob der Gefäßverschluss in den Arterien oder Venen auftritt, sind die Symptome unterschiedlich: Bei einer tiefen Beinvenenthrombose, der häufigsten Art der Venenthrombosen, schwillt der Unterschenkel an und ist warm. Liegt eine Verstopfung in einer Arterie vor, wird die betroffene Extremität kühl, blass und sehr schmerzhaft. Die häufigste Ursache für einen akuten Gefäßverschluss ist ein Blutgerinnsel (Thrombus). Ist das Gefäß an der Stelle, wo sich das Gerinnsel gebildet hat, verschlossen, wird dies als Thrombose bezeichnet. In Arterien führt dies unbehandelt zum Absterben des nachfolgenden Gewebes. Wenn Teile des Blutgerinnsels in den tiefen Beinvenen abbrechen und durch die Blutbahn in die Lunge wandern, können sie ein akutes lebensbedrohliches Ereignis wie eine Lungenembolie verursachen.

Schnelle medizinische Hilfe nötig

Akute Durchblutungsstörungen sind extrem schmerzhaft und in der Regel ein absoluter Notfall: Wird die Durchblutung nicht binnen weniger Stunden wiederhergestellt, können die betroffenen Teile der Extremitäten absterben und sogar zur Amputation führen. Adam Dinnewitzer, Leiter der Abteilung für Chirurgie am Pyhrn- Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf Steyr, betont: „Die Gefahr einer Thrombose wird von der Bevölkerung oftmals nicht richtig eingestuft. Es ist zudem wenig bekannt, dass ein Gefäßverschluss auch junge Menschen treffen kann. Ein zusätzliches Risiko stellt eine Corona-Erkrankung dar, da hier vermehrt Thrombosen auftreten können. Die Angst vor einer Ansteckung mit COVID-19 im Rahmen eines Krankenhausbesuchs darf nicht dazu führen, dass Symptome einer akuten Durchblutungsstörung nicht ernstgenommen werden.“ Die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen an den Spitälern sind umfassend, sodass die Gefahr einer Corona-Infektion in einer Klinik äußerst gering ist.

Richtige Anlaufstelle im Gesundheitssystem wählen

„Die Entwicklung von chronischen Durchblutungsstörungen ist meist langsam. Wenn die Beine ständig schmerzen, sollte die Ursache dafür unbedingt ärztlich abgeklärt werden, damit einem akuten Gefäßverschluss vorgebeugt werden kann“, so Adam Dinnewitzer. Dafür ist zunächst der Hausarzt die richtige Ansprechperson. Außerhalb der Öffnungszeiten ist der Hausärztliche Notdienst unter der Telefonnummer 141 erreichbar, ebenso helfen die geschulten Fachkräfte der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 rund um die Uhr. Zudem informiert die Website www.wobinichrichtig.at über die jeweils richtigen Anlaufstellen in der Gesundheitsversorgung.

Bewegung beugt vor

Der Experte empfiehlt: „Bewegung im Freien ist gut für Körper und Geist – gerade in Zeiten von Corona sollte man darauf nicht verzichten. Auch für unsere Beine und deren Durchblutung ist Bewegung die beste Medizin – damit kann man langfristig dazu beitragen, dem Risiko für chronische Durchblutungsstörungen vorzubeugen.“

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