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In der Mostkellerei Höllhuber wird altes Handwerk neu gelebt

Maya Lauren Matschek, 24.03.2026 15:30

NUßBACH. Am Russmannedergut in Nußbach beginnt der Tag zwischen Obstbäumen und Verkostungssaal. Rund um den Hof stehen mehr als 700 Streuobstbäume - von verschiedensten Apfel- und Birnensorten bis zu Walnüssen. Hier zeigt die Familie Höllhuber, wie viel Arbeit, Wissen und Leidenschaft hinter einem Produkt steckt, das oft unterschätz wird: Most.

  1 / 16   Die Familie Höllhuber: Franz und Margarete, Katrin und Stefan mit ihren drei Kindern (v. l.) (Foto: Hölhuber)

Stefan und Katrin Höllhuber führen den Betrieb in Nußbach seit gut sechs Jahren und werden dabei tatkräftig von seinen Eltern Franz und Margarete unterstützt. „Mein Opa wollte den Hof schon 1970 kaufen“, erzählt Stefan. Die Geschichte der Obstverarbeitung der Familie reicht weit zurück. Beste Qualität war schon seit Generationen ein wichtiger Teil der Landwirtschaft.

„Als Direktvermarkter haben wir mindestens zehn Berufe“

Dass daraus heute ein moderner Betrieb geworden ist, liegt auch an der Vielseitigkeit der Familie. „Eigentlich haben wir um als Unternehmer bestehen zu können mindestens zehn Berufe“, sagt Franz Höllhuber und schmunzelt.

Was er damit meint, führt sein Sohn aus: Von der Ernte über die Lagerung und Produktion, bis hin zum Abfüllen und der Vermarktung, sowie Reparatur der Spezialmaschinen bis zum Marketing wird alles selbst erledigt.

Neben der Arbeit im Obstgarten, in der Verarbeitung und Abfüllung, betreibt die Familie auch einen eigenen Onlineshop, der großteils von Stefans Frau Katrin organisiert wird. Ganz nebenbei werden noch circa 50 Schafe für die Pflege der Streuobstwiesen gehalten, um welche sich hauptsächlich Margarete kümmert.

Dazu kommen Ausbildungen und Spezialisierungen: Franz ist Mostsommelier, Stefan Obstverarbeitungsmeister. „Man muss verstehen, wie die Sorten zusammenpassen, wie die Gärung funktioniert – und gleichzeitig auch wissen, wie man das Produkt an den Kunden bringt“, sagt Stefan.

Handarbeit trotz Maschine unverzichtbar

Die Ernte ist dabei nach wie vor ein Kraftakt. „Die läuft von Mitte September bis Anfang November, und wir sortieren alles per Hand“, erzählt der 34-jährige Obstverarbeitungsmeister. Die ganze Familie hilft mit, sogar die drei kleinen Kinder. Zusätzlich wird in dieser Zeit auch Verwandtschaft eingebunden.

Eine moderne geländegängige Erntemaschine unterstützt seit zwei Jahren die Arbeit, so wird das Obst jeden zweiten Tag frisch geerntet. „So kommen nur die reifen Früchte, welche von alleine herunterfallen zur Verarbeitung, “, weiß Stefan.

Nach der Ernte folgt ein Prozess, der Zeit und Geduld erfordert: pressen, klären, vergären, lagern, reifen – und schließlich abfüllen. Gelagert wird in Edelstahltanks. „So bleibt der Geschmack am treuesten“, erklärt er.

Im Traunviertel sind die Höllhubers eine der wenigen, die ihren Cider und Perlwein aufgrund der speziellen Anlage selbst abfüllen können.

Qualität braucht Zeit

Dass sich dieser Aufwand lohnt, zeigt ein Blick auf die jüngsten Auszeichnungen: Bei der Ab-Hof-Messe in Wieselburg wurde die Familie Höllhuber gleich vierfacher Bundessieger, auch die neue „Selection-Linie“ konnte hier erstmals überzeugen. Bei Falstaff erhielt der Premium Apfel-Birnen-Cider 95 Punkte, der Apfel-Birnen-Wein halbtrocken sogar 96 Punkte.

Die „Selection Line“ basiert auf handverlesenen, vollreifen Früchten. „Von der Auswahl der passenden Hefe bis zur Dauer der Feinhefelagerung ist das ein zeitintensiver Prozess“, sagt Stefan. „Es kommt auf die Sorte an, wie lange es braucht, bis die Hefe ausgebaut ist.“

Die größte Herausforderung sei dabei oft das Warten: „Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, wann ein Produkt seinen Höhepunkt erreicht hat – geschmacklich und qualitativ.“ Ausschlaggebend seien hierfür vor allem die Erfahrung „und natürlich auch ein Stück Talent“, verrät er.

Neue Ideen auf alten Wurzeln

Ab April soll ein neues Produkt folgen: Sparkling alkoholfrei. „Der Trend geht ganz klar zu alkoholfreien Produkten“, erklärt Stefan. Auch hier gilt es Vorreiter zu sein.

„Aus der Region, für die Region“

Der Hof in Nußbach wurde 2019/20 übernommen, die Verarbeitung erfolgt derzeit noch teilweise in Steinbach an der Steyr. Künftig soll alles an einem Standort zusammengeführt werden.

Trotz aller Neuerungen und technischen Fortschritten bleibt der Grundgedanke derselbe. „Aus der Region, für die Region“, sagt Franz.

Und vielleicht ist es genau diese Mischung aus Tradition, Fachwissen und Vielseitigkeit, die den Betrieb auszeichnet – und die erklärt, warum aus einem Beruf tatsächlich „mindestens zehn“ werden.

Gewinnspiel

Tips verlost 2x1 Getränkepaket der Mostkellerei Höllhuber. Das Gewinnspiel läuft bis Dienstag, 7. April, 9 Uhr. Der Gewinn ist bis spätestens Freitag, 17. April, 12 Uhr, in der Tips Geschäftsstelle Kirchdorf (Simon-Redtenbacher-Platz 9) abzuholen.  ACHTUNG: Abholung nur nach vorhergehender Terminvereinbarung mit der zuständigen Redakteurin Maya Matschek unter 0676 5026785. Bitte eine Box/Korb zum Abholen mitbringen! 

Ostergeschenksidee, Mostkost und Gruppenverkostungen:

Wer rund um Ostern noch auf der Suche nach einem passenden Geschenk ist, kann sich direkt am Hof oder online individuelle Geschenkboxen zusammenstellen.

Eine Gelegenheit, die Produkte zu verkosten, bietet sich bei der Mostkost in Nußbach am Sonntag, 24. Mai.

Weitere Infos und Gruppenverkostungen unter www.hoellhubers.at


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