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Langzeit-Umweltforschung im Nationalpark Kalkalpen: Zöbelboden liefert wichtige Daten zum Klimawandel

Maya Lauren Matschek, 05.06.2026 10:40

REGION KALKALPEN. Im Nationalpark Kalkalpen wird seit Jahrzehnten an der Zukunft der Wälder geforscht. Die Forschungsstation Zöbelboden im Reichraminger Hintergebirge (Bezirk Steyr-Land) zählt dabei zu den wichtigsten Umwelt-Messstandorten Österreichs. Kürzlich informierte sich Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) vor Ort über aktuelle Projekte und die Bedeutung der Langzeitdaten.

V. l.: Hildegard Aichberger (Geschäftsführerin im Umweltbundesamt), Umwelt-Bundesminister Norbert Totschnig und Verena Ehold (Geschäftsführerin im Umweltbundesamt) (Foto: UBA)

Der Standort liegt mitten im Buchenwald des Nationalpark Kalkalpen und wird vom Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Nationalpark sowie den Österreichische Bundesforste betrieben. Seit fast 35 Jahren werden dort Umwelt- und Klimadaten gesammelt.

Hightech-Messstation im Wald

Am Zöbelboden arbeiten 650 Sensoren und Messgeräte. Sie erfassen rund um die Uhr Daten zu Luft, Boden, Wasser und Bäumen – von Luftschadstoffen über Bodenfeuchte bis zum Baumwachstum. Zusätzlich werden Proben von Regenwasser, Boden und Pflanzen analysiert. So entsteht ein genaues Bild darüber, wie sich der Wald verändert und wie er auf Belastungen reagiert.

Klimawandel trifft auf Bergwald

Die Forschung zeigt: Wälder in den Alpen sind stark vom Klimawandel betroffen. Trockenheit, Stürme und Schädlinge setzen ihnen zunehmend zu. Das Projekt „TreeNet-AT“ (unter anderem mit dem Bundesforschungszentrum für Wald, der Universität Innsbruck und der Universität für Bodenkultur Wien) misst deshalb in Echtzeit, wie Bäume auf Trockenstress reagieren.

Pflanzen verschieben sich durch Klimaerwärmung

Internationale Studien, an denen auch Daten aus dem Zöbelboden beteiligt sind, zeigen klare Veränderungen: Wärmeliebende Pflanzen breiten sich aus, während kälteliebende Arten zurückgehen. Besonders in alpinen Regionen ist dieser Wandel stark sichtbar. Auch im Nationalpark Kalkalpen verändern sich dadurch die Pflanzengemeinschaften.

„Alpine Pflanzen, die an extreme Kälte angepasst sind, sind besonders gefährdet, darunter der Gletscherhahnenfuß in den Zentralalpen oder die Nordostalpen Primel in den Nördlichen Kalkalpen. Profitieren können hingegen trockenheitsresistente, wärmeliebende Arten wie die Berg-Hauswurz oder verschiedene Thymian-Arten“, heißt es dazu aus dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.

Bedeutung weit über die Region hinaus

Die Station Zöbelboden gilt heute als einer der wichtigsten Orte für Langzeit-Umweltforschung in Europa. Die Daten werden von internationalen Forschungsteams genutzt, um Klima- und Umweltveränderungen besser zu verstehen.


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