Kirchdorfs altes Supermarkt-Areal wird zum Platz für Gesundheit
KIRCHDORF. Arztpraxen, Gesundheitsangebote und ein Café sollen künftig das ehemalige Billa-Areal nach der Passage, gegenüber der Wirtschaftskammer (WKO) Kirchdorf, beleben. Der Spatenstich für das Vital-Quartier ist für Donnerstag, 15. Oktober, geplant. Vertreter der Raiffeisenbank Region Kirchdorf, die Eigentümerin und Investorin bei dem Projekt ist, rechnet derzeit mit einer Eröffnung im Herbst oder Winter 2027. Mehrere Nutzer haben bereits zugesagt.

Zu den künftigen Nutzern gehören die Allgemeinmediziner Christian Kuchler und Martin Gallob. Sie übernahmen bereits mit 1. Oktober gemeinsam die Ordination von Claudia Hellinger in Kirchdorf und wollen ab Ende 2027 im neuen Vital-Quartier ordinieren.
Bis zum Umzug ins Vital-Quartier bleiben sie in der Praxis von Hellinger am bisherigen Standort. Auch die Telefonnummern bleiben unverändert. Informationen gibt es künftig unter kirchdocs.at sowie auf dem gleichnamigen Instagram-Kanal.
Die Ordinationszeiten ändern sich. Patienten können weiterhin mit ihren Anliegen in die Praxis kommen. Für Vorsorge- und Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sowie andere planbare Leistungen empfehlen die Ärzte eine Terminvereinbarung.
Auch Kinder ab sechs Monaten werden betreut
Die Praxis von Gallob und Kuchler bleibt eine Kassenordination. Neu ist die kassenärztliche Betreuung von Kindern ab sechs Monaten. Zusätzlich bieten die Ärzte Infusionstherapien, Laborpakete und Reisemedizin als Privatleistungen an.
Ein Schwerpunkt soll die Vorsorge sein. Kuchler und Gallob möchten Menschen dabei unterstützen, möglichst gesund älter zu werden.
Ihre neue Ordination im Vital-Quartier soll mehr als 200 Quadratmeter umfassen. Die Ärzte erwarten dort auch eine bessere Parksituation. Zudem wollen sie das Infusionsangebot erweitern und dafür einen eigenen Bereich mit Liegen einrichten.
Auch die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Belma Dugandzic hat zugesagt, eine Praxis im Vital-Quartier zu eröffnen.
Weitere Zusagen für den Einzug gibt es laut Raiffeisen Region Kirchdorf von der Café Konditorei Sturmberger und der UNIQA Generalagentur Höller & Partner. Einziehen wird außerdem ein Studio für Kosmetik, Wellness und Humanenergetik. Dessen Name kann derzeit noch nicht bekannt gegeben werden.
Erst Abriss, dann Holzbau
Nach dem Spatenstich am 15. Oktober wird das alte Supermarktgebäude vollständig abgerissen. Anschließend werden Tiefgarage und Parkdeck saniert. Im Frühjahr 2027 beginnt nach aktuellem Zeitplan der Aufbau des Vital-Quartiers in Holzbauweise. Eine Photovoltaikanlage ist ebenfalls vorgesehen. Das Café soll mit der Eröffnung des Quartiers seinen Betrieb aufnehmen. Auch Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge wird geschaffen.
Parkflächen bleiben weitgehend zugänglich
Während der Sanierungsarbeiten kann es laut Raiffeisen Region Kirchdorf zu kurzen, vorübergehenden Beeinträchtigungen kommen. Eine dauerhafte Sperre ist nach heutigem Planungsstand aber nicht vorgesehen.
Die Zufahrt über die Rampe bleibt weitgehend frei. Die Zugänge zu benachbarten Betrieben werden Raiffeisen Region Kirchdorf zufolge durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt.
Ziel sei es, die Parkflächen möglichst rasch wieder nutzbar zu machen. Die Tiefgarage mit rund 110 Stellplätzen wird heller gestaltet und erhält eine neue Parkraumbewirtschaftung. Die Einfahrt soll verbessert und verbreitert werden.
Weitere Angebote gesucht
Aktuell sind noch rund 150 Quadratmeter Mietfläche verfügbar. Die Flächen seien flexibel teilbar, Einheiten sind ab 25 Quadratmetern möglich. Gesucht werden ergänzende Angebote aus den Bereichen Gesundheit, Therapie, Prävention, Wellness und Dienstleistungen. Interessierte können sich unter vital-quartier@rbregionkirchdorf.at melden.
Michael Eiblwimmer, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Region Kirchdorf, gegenüber Tips: „Mit dem Projekt wollen wir den Menschen in der Region etwas zurückgeben.“ SP-Bürgermeister Markus Ringhofer sieht das Vital-Quartier und das Pflichtschulzentrum als „zwei Ankerpunkte“. Die dazwischenliegende Innenstadt möchte er im kommenden Jahr attraktiver machen.
Hintergrund
Die Raiffeisenbank Region Kirchdorf ist Eigentümerin und Investorin des Projekts. Die Liegenschaft gehört ihr seit 1. Mai 2026. Konkrete Investitions- und Ankaufskosten nennt die Bank auf Tips-Anfrage nicht. Zum Kaufpreis sei mit den Verkäufern Vertraulichkeit vereinbart worden.
Gemeinsam mit der Stadtgemeinde prüfe die Raiffeisenbank Region Kirchdorf derzeit, welche Investitionen durch Fördermittel der Europäischen Union unterstützt werden könnten.








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